Mittwoch, 9. März 2022

RELATIV NEUE METASTUDIE

Vor zwei Jahren, im März 2020, wurde eine erste Metastudie oder genauer: Meta-Analyse zum Phänomen des Post-Vasektomie-Schmerzsyndroms publiziert: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7084350/. Darin wird zum ersten Mal festgehalten, dass man die Anzahl der betroffenen Männer wohl doch unterschätzt habe: "We conclude that the overall incidence of post-vasectomy pain is greater than previously reported". Sie kommt zwar anders als die bisher ausführlichste Studie, die von 14.7 Prozent von neu von Schmerzphänomenen betroffenen Männern nach einer Vasektomie spricht (siehe etliche andere Einträge hier im Blog; dort auch die Nachweise) nicht auf diese Zahl, dies liegt aber eben auch daran, dass es eine Metastudie ist, die möglichst viele der bisherigen Untersuchungen zusammenfassen möchte - und da gaben eben einige die Zahl viel zu tief an.
Trotzdem ist es für die Betroffenen (wie meinen besten Freund; siehe den allerersten Beitrag in diesem Blog) doch hilfreich, dass inzwischen also sogar in einer Metastudie anerkannt wird, dass die Zahl der ein Leben lang oder zumindest jahrelang leidenden Schmerzpatienten nach einer Vasektomie grösser ist als bisher von den meisten Urologen zugegeben.
Denn diese 5 Prozent sind eine heikle Zahl. Es gibt in der europäischen Medizin teilweise den (nicht festgeschriebenen) Grundsatz, dass man elektive, also freiwillige Operationen, zumindest auf die bisherige Art und Weise nicht mehr durchführen sollte, wenn mehr als 5 Prozent der Patienten einen irreparablen Schaden davontragen. Das wäre hier demnach gegeben. Und richtig gibt es auch urologische Praxen, die mir sagten, dass sie diesen Eingriff gar nicht mehr vornähmen.
Leider können es sich andere Urologen aber trotzdem relativ einfach machen. Denn man kann alternativ argumentieren - und das hat teilweise seine Richtigkeit - dass man bloss besser auswählen müsste, wen man eben noch operieren würde und wen nicht. Ganz sicher sollte kein Mann eine Vasektomie vornehmen lassen, der an einem oder mehreren chronischen Schmerz(en) leidet; auch Männer, die bereits einmal Probleme in der Gegend der Leisten hatten, sollten keine Vasektomie machen lassen. Aber selbst dann lässt sich die Zahl wohl nicht auf 1 Prozent drücken, wie es sich die Urologen in der Schweiz immer wieder einreden.
Warum 1 Prozent? Weil dann ein Urologe diese unerwünschte Nebenwirkung laut Gesetz in der Schweiz nicht angeben muss. Und richtig habe ich hier ja schon mehrmals aufgedeckt, dass kaum ein Urologe freiwillig auf diese brutale Nebenwirkung hinweist. Zum Teil mit scheinbar gutem Gewissen: Denn wenn ein Urologe etwa 300 Vasektomien im Jahr durchführt, so kann er sich mit einigem Recht einreden, dass doch bloss etwa 1 oder 2 Männer betroffen seien.
Denn es sind zwar laut Schätzung der Schmerzklinik des Inselspitals Bern wohl wirklich mindestens 5 Prozent der vasektomierten Männer vom Schmerzsyndrom schwer betroffen, von denen aber die Hälfte aus Schamgefühl nie etwas sagt. Weitere etwa eineinhalb Prozent führe den Schmerz nicht direkt auf die Vasektomie zurück - und so erfährt auch hier der ursprüngliche Urologe selten davon. Nur das eine Prozent suche im selbsthergestellten Zusammenhang mit der Vasektmomie einen Urologen auf, wenn auch teilweise nicht mehr jenen, der die Vasektomie durchführte.
Das meine ja, dass also die Urologen das wirklich nicht wissen könnten? Doch! Denn erstens kommen zu dem etwa halben Prozent, das sich etwas zum ursprünglichen Urologen zu sagen getraut, wie gesagt Patienten von anderen Urologen mit dem Problem zu ihnen; und zweitens sind sie angehalten, Studien zu lesen, sich fortzubilden. Und da gibt es eben schon seit Jahren in der Literatur die Hinweise darauf, dass mindestens 5 Prozent der Männer betroffen sind.
Aber definitiv 2020 bewies also diese oben verlinkte Metastudie, dass wohl mindestens 5 Prozent nach einer Vasektomie an diesem Schmerzsyndrom leiden. Und deswegen gehört der Eingriff wirklich endlich überdacht! (Und ja, das tut mir sehr leid für all die Frauen, die dadurch teilweise wieder auf Hormone zurückgeworfen werden.)

Montag, 7. März 2022

BEHANDLUNG DER SCHMERZEN MIT TESTOSTERON

Seit nunmehr auch schon gut 20 Jahren gibt es den Versuch, Post-Vasektomie-Schmerzen (Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom), die jahrlang in erheblicher Stärke anhalten, durch Testosteron-Spritzen zu lindern. Dahinter steht die in einigen Untersuchungen beobachtete Tatsache, dass es bei vasektomierten Männern eher zu einer Testosteron-Unterversorgung durch den eigenen Körper kommt als bei nicht-vasektomierten Männern. Allerdings sind solche Untersuchungen noch umstritten. Einige Nachuntersuchungen konnten keine gravierenden Unterschiede finden oder aber machten andere Einflüsse für die Beobachtung geltend wie etwa Umwelteinflüsse, Nahrungsunterschiede oder aber die psychologische Beobachtung, dass sich vor allem solche Männer für eine Vasektomie entscheiden, die von Anfang an eher tiefere Testosteron-Level aufwiesen.
Trotzdem poste ich den Link zu einer Studie hier: https://academic.oup.com/milmed/article/172/6/676/4578118?login=false. Diese Studie bespricht die Ergebnisse bei Männern, bei denen Testosteron vor allem gegen Schmerzen bei Spermagranulomen gut geholfen hat.
Was allerdings einmal zeigt, wie sehr die Urologen ihre Patienten regelrecht betrügen. Denn warum kommt es bei einem Eingriff, der "keine Probleme" geben soll, bei bis zu 60 Prozent (!) der Männern zur Bildung eines Spermagranuloms (die eben sehr schmerzhaft sein können), wie man hier nachlesen kann: https://deximed.de/home/klinische-themen/maennergesundheit/patienteninformationen/hoden/spermagranulom?
Informiert Euch VOR einer Vasektomie!

Samstag, 5. März 2022

NA LOGISCH!

Von einem vom Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom Betroffenen (er hat es allerdings erst einige Wochen und hat dann vielleicht noch Glück, dass es weggeht - aber er ist zu Recht wütend auf seinen Urologen, der auch ihm gesagt hat, dass er vermutlich "einen oder höchstens drei Tage" Schmerzen haben werde) habe ich eine etwas erzürnte Meldung bekommen, er habe hier: https://www.reddit.com/r/Vasectomy/ versucht zu schreiben, dass er nach einer Vasektomie nun schon fast drei Wochen Schmerzen habe - und das sei einfach gelöscht worden; zusätzlich dürfe er nun für sieben Tage dort nichts mehr schreiben.
Ach, ich rege mich über so was schon gar nicht mehr auf: Genau so machen es die Urologen einfach zu oft. Sie haben Webseiten, die sie alle miteinander verlinken, damit sie bei Google eher auftauchen; sie beantworten auf Foren die Fragen von Patienten so, als wären sie kritisch eingestellt, versichern aber sehr unkritisch immer, dass die Vasektomie absolut sicher sei (alles in allem, das habe ich in einem anderen Beitrag schon aufgezählt, hat quasi ein Viertel aller Patienten grössere Probleme, und sei es auch nur für ein zwei Wochen), helfen einander durch Lobbyieren, dass sie ihre Aufklärungsblätter nicht deutlicher abfassen müssen etc. usw.
Ach, sie sind halt Partei. Sie wollen Vasektomien durchführen. Es bringt in kürzester Zeit einen guten Batzen. Warum also sollten sie nicht alles daransetzen, das auch weiterhin tun zu können.
DARUM überrascht mich das überhaupt nicht mehr ...

Freitag, 4. März 2022

EINIGEN MÄNNERN HILFT EINE RÜCKOPERATION

Die Zahlen, wie viele Männer, die am Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom gelitten haben und dann eine Rückoperation durchführen liessen (bei der die durchtrennten Samenleiterenden wieder miteinander verbunden werden) nun schmerzfrei sind, variieren etwas, halt je nach Quelle: Die einzigen Forschungsstudien dazu sprechen von etwa im Schnitt 9 aus 13 Personen - oder ähnlichen Zahlen. Es sieht also gar nicht mal schlecht aus, wenn man nicht zu lange zugewartet hat und an den richtigen Arzt gerät. Denn auch hier gilt: Es gibt Pfuscher und gute Ärzte. Aber ich habe von jenen Männern, die mich mit Schmerzen hier verzweifelt angeschrieben hatten und dann eine Rückoperation vornehmen liessen, bereits mehrere positive Rückmeldungen gehabt. Nicht alle verloren ihren Schmerzen ganz, aber bei jenen, mit denen ich also in Kontakt stand, hat es bei allen zumindest etwas genutzt, hat sich der Schmerz zumindest verbessert. Aber es gibt auch jene, bei denen der Schmerz ganz verschwunden ist. Darum hier der Link auf eine Seite, auf der diese Operationen in mehreren Videos besprochen wird (allerdings eher für Männer, die trotz Vasektomie halt doch oder nochmals Kinder haben möchten): https://www.youtube.com/user/helpingfamiliesgrow/videos.

Donnerstag, 3. März 2022

UND AUCH DIE SIND ETWAS UNGENAU

In der Schweiz gibt es mehrere Anwälte, die sich darauf spezialisiert haben, Patienten bei Klagen gegen Ärzte, die gepfuscht haben, zu unterstützen. Aber ACHTUNG: Viele leben davon, ihren Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne dass sie juristisch je eine Chance haben. Ganz seriöse Anwälte beanspruchen als Honorar einen Teil jenes Geldes, das man bekommen wird, wenn man gewinnt. Und wenn man mit ihnen verliert, schuldet man den Anwälten nichts. Mein bester Freund hatte zum Glück so einen Anwalt - und hat ja dann auch Recht bekommen und 10'000 Franken Schadenersatz (plus weitere Vergütungen wie die Operationskosten und Folgearztkosten plus sämtliche Gerichts- und eben Anwaltskosten).
Aber heute soll es nicht darum gehen. Sondern um die Aussagen auf der Webseite dieser Schadenanwälte: https://www.schadenanwaelte.ch/bereiche/arztfehler/arztfehler/. Sie schreiben, dass in der Schweiz jährlich etwa 1000 Menschen wegen Arztfehlern sterben. Diese Zahl findet man in den aktuellsten Untersuchungen dazu bei allerlei Vereinigungen (sogar die Ärztevereinigungen geben dies zu). Weiter aber sagen sie, sie schlössen aufgrund einer Studie aus Deutschland, die besagt, dass sechs Mal mehr Menschen wirklich Schaden erleiden, als Fälle juristisch angegangen werden. Und dann überspringen sie leider einen Schritt. Sie sagen nämlich nicht, warum sie auf die Zahl von 10'000 Patienten kommen, die in der Schweiz also jährlich unter Arztfehlern zu leiden hätten.
Das kommt aber so: Der Kassensturz hat herausgefunden, dass in der Schweiz mindestens 4'000 Menschen pro Jahr einen Arzt juristisch angehen, weil schwere Leiden versursacht wurden. Wenn man das also eben mal sechs rechnet, ergibt sich eigentlich sogar eine Zahl von etwa 24'000 möglichen Arztfehlern pro Jahr, die schwere Folgen zeitigen. Allerdings gibt es eine Studie, die besagt, dass etwa die Hälfte all dieser Folgen eben nicht zwingend vom Arzt herrühren und kaum zu vermeiden waren. DARUM also kommen sie auf die Zahl von "mehr als 10'000 Patienten", die schwere Leiden durch Arztfehler davontragen.
Aber auch das ist ja mehr als genug!
Was es für Männer heisst, die eine Vasektomie planen oder an Vasektomiefolgen leiden: Es ist sehr gängig, ja sogar häufig, dass Ärzte Fehler machen. Im Bereich der Urologen bei einer Vasektomie vor allem durch eine ungenügende Aufklärung, was eine Vasektomie alles anrichten kann. Wie häufig es ist, belegen eben solche Zahlen, die von seriösen Quellen stammen.
Drum: Vertraut Ärzten nicht blindlings! Überprüft, was sie sagen. Fragt nach. Lasst Euch möglichst viel schriftlich geben. Wenn ein zu unterschreibendes Aufklärungsblatt nur eine oder allenfalls kaum zwei Seiten hat, ist das zu knapp. Es gibt viele mögliche Folgeschäden - und die nehmen mindestens zwei volle Seiten ein, eher sogar drei, wenn man die Schrift noch lesen können soll.
Falls am Ende Kleingedrucktes steht oder der Arzt Euren Nachfragen ausweichen will: Vertraut ihm nicht mehr und geht zu einem anderen Urologen!

Mittwoch, 2. März 2022

ACHTUNG: NICHT GANZ SERIÖSE QUELLE

Nein, ich sage nicht, dass diese Quelle ganz seriös ist. Aber sie ist mindestens so seriös, wie ein normaler Urologe in der Schweiz seine Patienten (leider) aufklärt: nämlich nie und nimmer so, wie er eigentlich sollte - hätte er als Arzt ein Gewissen.
Also, diese Quelle hier - https://www.drelist.com/blog/testicles-small-vasectomy/ - ist etwa gleich unseriös, aber schwingt auf die andere Seite; sprich: sie macht Angst vor der Vasektomie, während Urologen sie den Patienten nehmen wollen, obwohl sie noch Angst haben sollten.
Zu einzelnen Punkten:
- Nein, Hoden schrumpfen nicht automatisch nach einer Vasektomie. Aber es gibt Studien, die einen Abfall der Testosteron-Werte mit einer Vasektomie verbinden. Und sie gewinnt unter Urologen immer mehr Belege, weil immer mehr vasektomierte Männer viel zu früh zu wenig Testosteron haben (es nimmt mit zunehmendem Alter ab, wenn mann jedoch schon mit 35 viel zu wenig hat, ohne vorher Probleme gehabt zu haben, stimmt etwas nicht). Trotzdem muss es nicht stimmen; es könnte sein, dass Umwelteinflüsse die letzten Jahrzehnte zugenommen haben, die vorher so noch nicht da waren. Aber zu wenig Testosteron ist nicht nur ein Problem für die Hoden, die dann kleiner werden können, sondern kann auch zu Depressionen, Müdigkeit, nachlassender Sex-Lust, Potenzproblemen und einem eher weiblichen Körper führen, etwa zu Brustansätzen o. Ä.
- Schmerzen: Ja, Vasektomien können zu lebenslang bleibenden Schmerzen führen. Knapp 15 Prozent - also 15 Männer von 100 - haben nach einer Vasektomie nach 7 Monaten immer noch Schmerzen, die vorher nicht da waren. Etwa 5 Prozent haben sehr starke Schmerzen, die sehr lange anhalten oder nie mehr weggehen.
- Antikörper: Ja, wer fruchtbar war und eine Vasektomie hat machen lassen, entwickelt Antikörper gegen die eigenen Spermien, da sie sonst im Nebenhoden nicht abgebaut werden. Es ist umstritten, ob diese Antikörper für weitere Krankheiten verantwortlich sein könnten, die Tendenz geht zurzeit eher Richtung: nein.
- Dass eine Vasektomie hingegen Krebs auslöst, ist praktisch als falsch erwiesen. Es gibt nur noch wenige Forschende, die in dieser Richtung weiterforschen.

Dienstag, 1. März 2022

IMMER WIEDER DASSELBE - LEIDER

Leider passiert immer wieder dasselbe: Ein Patient verlässt sich zu sehr auf seinen Arzt. Oder aber man wüsste schon, dass man selbst vielleicht besser noch nachsehen müsste, was Komplikationen bei einer Vasektomie sind, aber man verdängt das halt lieber etwas, schliesslich ist es nicht angenehm, darüber zu lesen. Und darum fragt man also nur beim Urologen selbst nach, ob eine Vasektomie schlimme Folgeschäden haben könne. Ein neuer Betroffener schreibt es so: "Hätte der Urologe mich richtig aufmerksam gemacht, hätte ich eine Vasektomie niemals gemacht. Aber es ist ja nur ein 'schneller und einfacher Eingriff, der sicher ist', und die Chance von Komplikationen seien extrem klein. 'In ein paar Tagen können Sie wieder arbeiten gehen.' HAH! Nach fast 6 Tagen nur Schmerz wirds endlich ein bisschen besser ... Und ich bin so hässig auf mich, dass ich nicht selber Nachforschungen gemacht habe vor dem Eingriff ... ich mache ja sonst IMMER Nachforschungen. Aber dieses Mal hab ich mich total auf den Arzt verlassen. Ich werde das mir nie vergessen."
Drum: Vergesst bitte nicht, dass die Ärzte an einer Vasektomie in extrem kurzer Zeit ein gutes Stück Geld verdienen. Sie haben kein Interesse, auf Komplikationen aufmerksam zu machen. Es sind ja nicht sie, die dann leiden. Und von den Betroffenen meldet sich offenbar die Hälfte aus Schamgefühl nie. Ein weiterer Viertel der Betroffenen hat eher nur leichte Schmerzen (aber wer möchte die haben von einer Operation, die freiwillig ist und 'kein Problem'?). Also wendet sich nur ungefähr ein Viertel der Betroffenen an Schmerzärzte etc. Aber in der Schweiz sind das laut Inselspital Bern immer noch gut 3 bis 5 Prozent (neue Zahlen 2021). - Was eben bestätigt, dass es ungefähr 12 bis 15 Prozent oder mehr Betroffene sind, wie die weltweit umfangreichste Studie herausgefunden hat.
MAN SOLLTE VASEKTOMIEN NICHT MEHR DURCHFÜHREN! ODER NUR NACH EINER WIRKLICH UND EFFEKTIV ALLES AUFKLÄRENDEN BESPRECHUNG.

Montag, 28. Februar 2022

IMMER MEHR WIRD DIE NEBENWIRKUNG ZUGEGEBEN UND DIE DABEI ZUGESTANDENEN PROZENTZAHLEN DER BETROFFENEN STEIGEN

Die weltweit ausführlichste Studie zu chronischen Schmerzen nach einer Vasektomie spricht ja von 14.7 Prozent der vasektomierten Männern, die nach 7 Monaten immer noch Schmerzen haben, die zuvor nicht da waren. Während dies vor etwa 5 Jahren kaum zugegeben wurde, hat sich in der Zwischenzeit einiges getan (auch durch den Einsatz dieses Blogs und was hintendurch geschieht; etwa dass die universitären Spitäler der Schweiz auf dringenden Appell von meiner Seite die möglichen chronischen Schmerzen nach einer Vasektomie nun neu auf ihren Aufklärungsblättern erwähnen - falls sie das nach meiner Kontrolle nicht wieder erntfernt haben; man glaubt kaum die Perfidie hinter dem ganzen System; es geht halt darum, in kurzer Zeit doch einen guten Betrag zu verdienen - zudem ist es an sich eine einfache OP; ich kenne Urologen, die sich ausschliesslich darauf spezialisiert haben).
Auf jeden Fall wird vor allem im englischsprachigen Gebiet nun immerhin von sicher "1 bis 2 Prozent" Betroffenen gesprochen. Und dass eine Rückoperation etwas sein kann, was die Schmerzen lindert oder sogar beendet.
Was ich aber noch wichtiger finde, ist, dass diese eine Untersuchung hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5503916/ davon spricht, dass Urologen ihre Patienten vor dem Eingriff unbedingt darüber aufklären müssten, was ihnen allenfalls den Rest ihres Lebens blühen kann: "Vasectomy carries some inherent risks making pre-procedure counseling regarding the risks of PVPS paramount."
Dem ist nichts mehr hizuzufügen.

Sonntag, 27. Februar 2022

NACHTRAG ZU EINER RÜCKOPERATION

Am 21. November 2021 hatte ich etwas zu Rückoperationen (Vasovasostomie) in der Schweiz geschrieben. Nun höre ich aus der Schweiz (Claraspital in Zürich: claraspital.ch) zum ersten Mal, dass der neue Standard dabei eine Doppelvernähung ist: Man näht die Innenseite der Vas deferens zusammen und dann noch die Aussenseite. Was weiterhin wichtig bleibt: Die Klinik sollte einige Erfahrung haben bei diesem Eingriff.
Die Kosten betragen immer noch gut 8000 Franken.

 

EIN WEITERER BETROFFENER – ZUMINDEST IST ES NICHT SO, WIE DER UROLOGE ES VERSPRACH

Ein weiterer betroffener Mann in der Schweiz hat einen (englisch geschriebenen) Blog auf Reddit begonnen: https://www.reddit.com/r/Vasectomy/comments/sxk32a/my_vasectomy_progress/. Natürlich liegt in diesem Fall die Vasektomie noch nicht wirklich lange zurück. Aber es ist eben so, dass einem die Urologen offenbar wirklich immer versprechen (!) o. Ä., dass man(n) meist einen Tag, höchstens drei Tage Schmerzen habe. Wenn doch nach der weltweit grössten Studie 14.7 Prozent der Männer nach sieben Monaten (!) immer noch Schmerzen haben.

Montag, 21. Februar 2022

ÄRZTE KÖNNEN SEHR WOHL AUCH SCHWEINE SEIN

In einer anonymen Umfrage des Recherchedesks und Tamedia haben 252 Mitarbeiterinnen von sexuellen Übergriffen oder sexuellen Belästigungen unter anderem durch  Ärzte berichtet. Ja, bei der Frage, von wem diese Übergriffe vor allem ausgingen (Vorgesetzten, Patienten, Arbeitskollegen etc.) kamen die meisten Beschwerden über Vorgesetzte, also meistens Ärzte. Aus der gross angelegten Recherche geht demnach hervor, dass die "Götter in Weiss" keineswegs 'saubere' Menschen sind. Die meisten Chefärzte sind offenbar ziemliche Macho-Wesen, die Frauen auch gerne am Arbeitsplatz unter Druck setzen, zum Beispiel mit angedrohten Kündigungen o. Ä., falls sie sich nicht gefügig zeigten. Und zumindest verbale Schweinereien muss sich praktisch jede junge Ärztin von Höhergestellten gefallen lassen - auch dies zeigte die Studie auf.
In unserem Zusammenhang belegt es nur wieder einmal mehr, dass es solche Ärzte-Typen wie bei meinem besten Freund sind, die mit 68 Jahren noch praktizieren und eine Woche nach der verpfuschten Aufklärung lieber über ihre Mitarbeiterin fluchen, statt zuzugeben, dass man einem Patienten eine unglaubliche Ungerechtigkeit angetan hat, weil man ihn nicht richtig über die möglichen schweren Folgen einer Vasektomie aufgeklärt hat, ja, als er nach dem Post-Vasektomie-Syndrom fragte, noch log, das gebe es so nicht. Ja, das geht einmal mehr an die Adresse von Herrn Andrea Futterlieb, der an jenem Tag, als er seine Mitarbeiterin vor einem Patienten beleidigte, auch nonchalant zugab, dass er seit über fünf Jahren keine Studie mehr gelesen habe.
Ich befürchte, dass Schweinereien gegenüber Patientinnen und Patienten mit Schweinereien gegenüber tiefergestellten Mitarbeiterinnen Hand in Hand zusammengeht - ganz im Sinne der Sentenz von Leo Tolstoi: Solange es Schlachhöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben. Und solange ein Mann MItarbeiterinnen mutwillig beleidigt, belästigt er sie wohl auch.

Montag, 31. Januar 2022

GUTE NACHRICHTEN: RÜCKOPERATION HILFT AUCH NACH MONATEN OFFENBAR

Vermutlich darf ich hier dieses Jahr von einem Fall erzählen, der nach mehreren Monaten eine Rückoperation (Refertilisation) hat vornehmen lassen - und daraufhin fast alle seiner nach der Vasektomie aufgetretenen Schmerzen verloren hat; nur bei körperlicher Anstrengung hat er noch welche (was auch belegt, dass das Ganze nicht einfach psychisch war). Allerdings kam die Erleichterung offenbar nicht direkt nach der OP, sondern erst nach einiger Zeit (aber doch sehr zeitnah). Das wird all jenen Mut machen, die auch am Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom leiden und es sich überlegen, eine Refertilisation machen zu lassen!

Mittwoch, 12. Januar 2022

SCHON WIEDER EIN UNGEHEUERLICHER FALL IM NOCH FRISCHEN NEUEN JAHR

Und schon wieder hat ein Schweizer Arzt sich einfach unglaublich schlimm benommen. Ohne Konsequenzen. Aber der Reihe nach:
Ein Sankt Galler Arzt hat bei seiner Patientin nicht erkannt, dass sie eine Thrombose haben könnte, die ja oft zum Tod führt. Dabei hätte sie alle Anzeichen einer solchen gehabt. Woraufhin sie einen Tag nach der Konsultation bei ihm (einer von mehreren) tatsächlich starb.
Das nun möchte ja vielleicht noch angehen. Aber es kommt noch dicker:
Der Arzt fälscht daraufhin die Krankenakte beziehungsweise seine Notizen über die Tote, damit ihm möglichst keine Schuld gegeben werden kann.
Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen: Nicht nur wird er trotz späterer Aufdeckung freigesprochen vom Übersehen der Thrombose, nein; auch die Abänderung der Einträge wird vor Gericht nicht geahndet. Hauptpunkt dafür ist der Umstand, dass die Patientin vergessen habe zu sagen, dass sie die Anti-Baby-Pille nehme (ein bekannter Risikofaktor für Thrombosen). Aber erstens wäre das wohl auch Sache des Arztes, danach zu fragen. Und zweitens könnte er diesen Eintrag ja auch getilgt haben.
Sprich: Alles in allem wieder einmal eine unglaubliche Sache, bei der der schuldige Arzt einfach davonkommt, ohne Rüge, Geldstrafe oder andere Anordnung!

Freitag, 7. Januar 2022

EINEM VON ZEHN PATIENTEN SCHADET DIE BEHANDLUNG

Und schon wieder eine Zahl, die belegt, dass im Schweizerischen Gesundheitswesen leider oft Flüchtigkeitsfehler gemacht werden: Mindestens einem von zehn Patienten geht es nach einer Behandlung schlechter - wobei mindestens die Hälfte der Fehler vermeidbar wären: https://www.instagram.com/p/B44fVnugATH/?utm_source=ig_embed.
Es geht halt einfach nicht, dass es einem Urologen wichtiger ist, in die Oper zu kommen, als dem letzten Patienten noch genau zuzuhören, bei der Anamnese. Solche Fehler sind es, die dringend angegangen werden müssten.
Aber der Urologe meines Freundes wies dann jegliche Schuld von sich, dabei hatte er sämtliche mögliche Komplikationen verschwiegen.
In diesem Sinne: Es braucht wieder mehr Menschlichkeit, mehr Interesse des Arztes am Patienten!

Dienstag, 28. Dezember 2021

EIN GUTES (BESSERES!) NEUES JAHR 2022 WÜNSCHE ICH ALLEN!

Was soll ich mehr sagen? Man dachte ja, 2020 sei schlimm gewesen, aber da waren wenigstens die ersten Monate noch nicht von der Corona-Thematik beherrscht. Jetzt, am Ende des Jahres 2021, wissen wir: Es kann immer noch schlimmer kommen. Vor allem, weil sich auch gezeigt hat, dass es einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung gibt, der sich bewusst dagegen entscheidet, Menschen, die sich zum Beispiel aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, noch mehr durch SARS-CoV-2 zu bedrohen, weil sie sich aus irgendwelchen seltsamen Ich-Ich-Ich-Gründen nicht impfen lassen wollen.
Bitte, liebe Leserinnen und Leser, lasst Euch impfen, falls Ihr das noch nicht getan habt, die Impfung hilft wirklich, dass es a) weniger Fälle gibt; b) dass es nicht zu derart heftigen Verläufen kommt, die sonst auf der IPS landen; c) dass es nicht ewig zu weiteren Mutationen kommt, die irgendeinmal durch keine Impfung mehr in den Griff mehr zu bekommen ist!
 
Aber eben: AUF EIN HOFFENTLICH BESSERES 2022!
 
(Und ich werde hier bald von einem Fall berichten können, der sich zu einer Rückoperation, einer Refertilisierung entschieden hat - und kurz nach der Operation schon mal etwas weniger Schmerzen im Unterleibsbereich hat.)

Freitag, 10. Dezember 2021

5000 EURO FÜR EIN FÄLSCHLICHERWEISE AMPUTIERTES BEIN

Ich weiss, dass man mir hier vorwerfen könnte, ich sei ein wenig extrem. Ich müsse doch verstehen, dass Ärzte teilweise unter Stress litten und auch Fehler einfach passierten.
Aber das ist es gar nicht, was ich hier meistens beklage. Ich beklage bei der Vasektomie und ganz allgemein bei Eingriffen, vor allem bei elektiven Operationen (= nicht zwingend notwendigen Eingriffen), dass die Ärztin oder der Arzt den Patienten vielfach zu wenig aufklärt. Oder eben wie beim Post-Vasektomie-Schmerz öfter als man denken würde einfach eine häufige Nebenwirkung (14.7 Prozent aller vasektomierten Männer haben sieben Monate nach dem Eingriff noch einen Schmerz, den sie vorher nicht hatten - laut der weltweit grössten Studie) verleugnen.
Und wenn ich obendrein noch etwas beklage, dann ist es der Hohn, den man solchen Patienten antut, wenn man selbst bei nachgewiesenem Versagen des Arztes nur wenige Tausend Franken oder Euro erhält - für einen Schaden, der einem ein Leben lang quält.
So geschehen gerade wieder bei einem Patienten in Österreich, dem für ein falsch amputiertes Bein gerade mal 5000 Euro zugesprochen worden sind. Wenn er auch kurz darauf verstorben ist, so finde ich das nicht gerecht. Und auch nicht, dass die Strafe in einer zusätzlichen Busse von gerade einmal 2700 Euro besteht, davon die Hälfte auf Bewährung. Das heisst im Klartext: Das Geld an den Patienten zahlt eh die Versicherung. Und von der Busse muss die verantwortliche Ärztin die Hälfte bezahlen, also 1350 Euro für ein falsch amputiertes Bein - das allein auf ihr Versagen zurückzuführen ist. (Siehe https://www.welt.de/vermischtes/article235407966/Chirurgin-amputierte-falsches-Bein-2700-Euro-Strafe.html)

Donnerstag, 25. November 2021

WIEDER EINMAL EIN ARTIKEL, DER ALTERNATIVEN AUFZÄHLT

Bereits einige Zeit her ist es, dass ein Artikel fragt, warum es denn immer noch keine Pille für den Mann gebe - und ihm daher bloss ein Kondom oder die Vasektomie zur Verfügung stehe. Man(n) sehe dort selbst: https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/warum-gibt-es-noch-keine-pille-fuer-den-mann-a-16c71d41-3c6c-4d78-bcd3-8da16cc89801
Das Fazit lautet auf jeden Fall: Einige Verhütungsmittel für den Mann sind nur Humbug. Andere  haben noch einen langen Weg vor sich. Aber manche scheinen kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Darunter eine Pille (Nebenwirkungen: eventuell leichte Gewichtszunahme und mehr Lust auf Sex) oder eine Hormonspritze (dort gibt es mehrere Nebenwirkungen, aber die meisten sind weniger schlimm als bei der Pille für die Frau; allerdings wurde die zu einer Zeit zugelassen, in der es noch einfacher war, eine Zulassung zu erhalten).

DIE MELDUNG UND WAHRNEHMUNG VON ARZTFEHLERN MEHREN SICH

Die Ärzte sind keine Götter in Weiss mehr. Das sagt heute in der Tageszeitung 'Bund' die Präsidentin der FMH, des Schweizer Ärzteverbandes. Drum würden heute Fehler der Ärzte eben viel eher gemeldet und auch publik gemacht. Nur mit der Ahndung hapert es wirklich immer noch extrem. Denn noch immer gilt, was der Kassensturz, eine Konsumentenschutz-Sendung und ein -Magazin, festhielt: Von im Jahr 4000 bis 5000 Ärzten, denen fehlerhaftes Verhalten vorgeworfen wird, werden 3 bis 4 verurteilt. Und da meist auch nur zu leichten Strafen. - Ja, das Krasse ist, dass einmal verurteilte Ärzte, die in einem Kanton das Patent verlieren, sich einfach in einem anderen Kanton wieder darum bewerben können. Das findet die Präsidentin des FMH zwar eigentlich "inakzeptabel", angegangen wird das Problem aber kaum.

Ich fasse hier heute einige Fehler, auf die in letzter Zeit aufmerksam gemacht wurde, zusammen:

1) Zum Beispiel hat in Zürich ein Pfusch-Arzt nicht nur Patienten belogen und betrogen, sondern sogar - im Zusammenhang mit Zahlungen während des Corona-Lockdowns - die Behörden. Er ist ein leider allzu deutliches Beispiel für einen Arzt, der nurmehr auf seinen Profit aus ist: https://www.20min.ch/story/zuercher-pfusch-schoenheitschirurg-zockte-behoerden-ab-und-hinterliess-traumata-342781791480
2) Oder in Bern erlitt im Inselspital eine Frau nach der Geburt eine Schädigung durch eine viel zu hohe Insulin-Injektion, weil die zuständige Assistenz-Ärztin lieber telefonierte, als sich um die Patientin zu kümmern, und der Nephrologe war nicht einmal mehr an Ort und Stelle, um die Wirkung wenigstens ein Mal zu kontrollieren; die Frau erlitt schwere Hirnschäden und starb später in der Reha. Die Bestrafung beschränkt sich auf Geldstrafen, die zudem noch 'bedingt' sind; sprich: Werden die Betroffenen nicht offiziell rückfällig, müssen sie nicht einmal die zahlen: https://www.20min.ch/story/frau-erleidet-nach-geburt-wegen-insulin-ueberdosis-schwere-hirnschaeden-580670473410
3) Generell die Rückbesinnung auf die Heilkunst, statt eine Gesinnung auf Profit kritisieren in der Corona-Zeit deutsche Ärztinnen und Ärzte, die sich für eine Deklaration zusammengetan haben: https://www.stern.de/gesundheit/aerzte-appell-im-stern--die-titelgeschichte-zum-nachlesen-8902860.html

Was uns hier - also nicht mich, aber die betroffenen Männer (leider) auch interessieren muss, ist die Tatsache, dass in der Schweiz, zumindest gegen Ärzte, keine Sammelklagen erlaubt sind. Also selbst wenn ein Urologe immer wieder dasselbe Märchen erzählt hat, dass es das Post-Vasektomie-Syndrom nicht gebe, können nicht zwei oder mehr Geschädigte zusammen klagen. So kosten Verfahren immer zuerst einmal viel, bevor man(n) eventuell (man muss es ja auch irgendwie belegen können, was vor allem hinsichtlich der falschen Aufklärung schwierig ist) Geld erhält.
Denn der heutige Artikel im 'Bund' sagt eben auch, dass es den meisten Patienten "weniger um Kunstfehler [die können ja immer passieren], als um schlechte Aufklärung und miserable Betreuung" gehe (Patienten sind also durchaus einsichtig und verständnisvoll). Und genau das ist ja hier bei den Urologen der Fall. Sie verschweigen einfach, dass eine Vasektomie zehn bis zwanzig zum Teil drastische Nebenwirkungen haben kann. Und das ist - auf schlecht Deutsch, aber mehr haben sie nicht verdient - eine Sauerei!

Samstag, 13. November 2021

JETZT STEHT ES (FAST) ÜBERALL

Nachdem ich im letzten Beitrag auf die Kommentare eines 20-Minuten-Artikels hingewiesen habe, ist die Sache nun praktisch in allen Zeitungen erschienen (etwa hier: https://www.20min.ch/story/insider-berichten-ueber-pfusch-faelle-an-schweizer-spitaelern-942158691264): Offenbar geschehen in der Schweiz in der Medizin-Branche viel mehr Fehler, als man so meinen sollte - und vor allem werden sie nicht schweizweit in einem zusammengefassten System erfasst.
Dadurch ist es schwierig, schon nur genauere Zahlen zu nennen, geschweige denn die Grade der verschieden starken Pfuschs zu beschreiben oder eben schweizweit aus den Fehlern zu lernen.
Und was unser Bild hier über die Urologen festigt: Kaum jemand, der einen Fehler begangen hat, muss mit Konsequenzen rechnen, auch wenn der Fehler gravierend war und am Arzt und seiner Unvorsichtigkeit alleine liegt/lag.

Donnerstag, 11. November 2021

SKEPTISCH - TROTZDEM

Ich würde zwar skeptisch sein bei all den Meinungen, die ja jede und jeder schreiben kann, wie sie oder er will. Aber all die Fehler, die vermutlich in irgendeiner Weise eben doch in der Schweiz mal passiert sind, zeigen schon auf, dass im Gesundheitswesen generell etwas schiefläuft.

Dienstag, 2. November 2021

HOFFNUNG IN DER SCHWEIZ FÜR MÄNNER MIT VASEKTOMIE-SCHMERZEN

Bislang hat es in der Schweiz kaum einen Arzt gegeben, der eine Rückoperation einer Vasektomie (eine sogenannte Refertilisierung) ausgeführt hätte, weil der Mann horrende Schmerzen nach einer Vasektomie gehabt hätte. Wenn es darum ging, weil man(n) sich das mit den Kinder anders überlegt hatte, dann schon. Aber Urologen hatten Angst, dass bei einer Refertilisierung aufgrund Schmerzen noch mehr Schaden angerichtet werden könnte.
Dabei wird bei Studien in Ländern, die dabei weiter sind als die Schweiz, etwa in den USA, mittlerweile seit Jahren davon ausgegangen, dass Post-Vasektomie-Schmerzen zwei hauptsächlichen Gründe haben werden: Entweder kommt es von neuropathischen Schmerzen, weil in dem Gebiet der Operation eine Vielzahl feinster Nerven durch den Körper gehen, die dann verletzt werden und dann Schmerzen senden; hierzu würde auch der Phantom-Schmerz gehören, also jene Männer, die Schmerzen haben, weil ihr Körper das kleine Stück Samenleiter, das herausgeschnitten wurde, als fehlend meldet.
Die andere Gruppe Männer mit Schmerzen nach einer Vasektomie kommt - so schon mehrere Studien - von den noch produzierten Spermien (im Hoden), die sich dann stauen, weil sie eben durch die gekappte Leitung (Samenleiter wird ja durchtrennt) nicht mehr rauskönnen. Dies gibt dann eher das Gefühl von "platzenden Eiern", also wirklich eine Art Staugefühl; dazu können auch die Hoden beziehungsweise die Nebenhoden effektiv etwas anschwellen.
Leidet man an der zweiten Art der Schmerzen, hilft die Refertilisierung bei mehr als der Hälfte der rückoperierten Fälle. Aber wie gesagt wurde diese Operation bislang in der Schweiz nur selten ausgeführt (falls man ehrlich war und eben sagt, es sei nicht wegen eines erneuten Kinderwunsches).
Nun gibt es offenbar in Frauenfeld einen Urologen, der bereit ist, genau dies zu tun. Der eine betroffene Mann, der mir dies heute meldet, wird die Rück-OP also angehen - und ich darf dann hier darüber berichten. Im Moment freut er sich einfach, dass endlich jemand eingewilligt hat, diese doch schwierige Operation zu übernehmen.

Donnerstag, 28. Oktober 2021

DIE KRANKENKASSE SAGT: N E I N !

Da hat doch wirklich etwas geklappt, an das hier keiner der Betroffenen mehr geglaubt hätte: Einer schaffte es, dass sein Urologe den Fehler eingestehen und juristisch bedrängt eine Abmachung unterschreiben musste, dass er a) nicht über das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom aufgeklärt hat, dass er b) noch weitere Fehler gemacht hat (die bei anderen nicht relevant sind) und c) nun eben als "schuldig" bezeichnet werden darf plus er und seine Versicherung dem Betroffenen eine Abgeltung zahlen müssen.
Da dachte der Betroffene, auch seine Krankenkasse (wie bei meinem Freund) würde doch wohl gerne ebenfalls einen Deal unterzeichnen, damit die Versicherung des Urologen zumindest die Hälfte aller Folgekosten übernehmen müsse. DENKSTE! Sie hätten ausgerechnet, dass all die Gerichts- und Verfahrenskosten etc. am Ende wohl etwa gleich viel ausmachen würden wie das, was sie hereinholen würden. Auch wenn das dafür bei vorangegangener Schuldeingeständnis quasi gesichert war.
Sie verzichten also lieber, wenn sich die Einnahmen mit den Kosten (auch ihrer Arbeitszeit) deckt, als wenigstens für etwas mehr Gerechtigkeit zu sorgen! Man glaubt wirklich immer mehr, in der Schweiz würden Ärzte praktisch auf jeden Fall gedeckt und verschont.

Mittwoch, 27. Oktober 2021

JETZT IST DER BEWEIS EIGENTLICH DA: DAS VERLEUGNEN IST REAL

Heute Telefon mit einem weiteren Betroffenen des Post-Vasektomie-Schmerzsyndroms. Und dabei neben vielen anderem (dazu später einmal) erfahren, dass derselbe Chefarzt der Urologie eines Universitätsspitals in der Schweiz, der mir sagte, er kenne niemanden, der derart stark betroffen sei wie etwa mein Freund, dass dieser Chefarzt auch diesem Mann (wieder!) gesagt hat, also er sei der Erste, von dem er wisse, dass er es derart stark habe etc.
Damit ist der Beleg eigentlich da: Sie wollen es nicht wahrhaben und verleugnen es effektiv. Immer sind die schlimmen Fälle "wirklich der einzigste, den ich kenne etc.", nur damit die sich nicht untereinander austauschen usw. Aber zum Glück haben sich bei mir jetzt schon einige gemeldet, die derart stark betroffen sind, dass sie nicht einmal mehr arbeiten können.
Und dann wollen sie einem (den Männern) nach wie vor vormachen, eine Vasektomie sei ohne Risiko, und wenn mal etwas Derartiges vorkomme, so könne man es gut behandeln oder es sei nicht so schlimm!
Lüge! (Auch wenn es wohl oft ein Sich-selbst-Belügen sein mag ...)

FRIEDRICH DÜRRENMATT VERMOCHTE ES

Ja, Friedrich Dürrenmatt konnte es, das Erzählen über Arzt-Fehler, auch an ihm, gerade an ihm, als wäre es eine Komödie: "Neulich in Bern, im Spital, gab es einen sehr alten Latour-Bordeaux; die Krankenschwester entkorkte für den Besucher, der wie sie den Spital-Ernst wahrte, während Friedrich Dürrenmatt lachte. Zum Beispiel über das Versagen eines Arztes; ohne Beschwerde, er erzählt es ganz als Komödie. Das ist mehr als Humor." - Ja, das ist es wohl. Und trotzdem bleibt Bitterkeit, wenn einem ein Arztfehler derart plagt wie ein Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom, das vor einem Eingriff verschweigen wurde, ja, sogar oft von Urologen verneint wird, das gäbe es gar nicht.
Trotzdem: Dürrenmatt hatte es wohl leichter. Er konnte loslassen durch sein Lachen. Versuchen wir es zumindest zeitweise.

Samstag, 2. Oktober 2021

PATIENTIN VERBLUTETE!

Wenn man einmal begonnen hat, näher hinzuschauen, begegnen einem auf Schritt und Tritt Fehlhandlungen oder Fehlaufklärungen von Ärzten, die hauptsächlich an ihrem Honorar interessiert sind. - Der neuste Fall, der mir bekannt wurde, ist so gegangen:
Eine Frau geht im Frühjahr 2017 wegen Bauchschmerzen ins Spital, weniger als 24 Stunden später ist sie tot. Eine vermeintliche Routineoperation in einem Spital landete deshalb vor Gericht. Der Grund: Die operative Entfernung der entzündeten Gallenblase endete mit massivem innerem Blutverlust. Die verantwortlichen Ärzte, der Chirurg und der Anästhesist, die für die postoperative Behandlung zuständig waren, wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Beide hätten nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst gehandelt. Und so habe eine Verkettung von Ereignissen zum Tod der Patientin geführt. Doch wäre diese Kette aufbrechbar gewesen, wenn nur die Ärzte irgendwo früher dazwischengegangen wären. Das Gericht sieht es zusätzlich als erwiesen an, dass die beiden verantwortlichen Ärzte bis heute nicht glauben mögen, was ihnen da passiert ist, weswegen sie bis heute keine echte Reue zeigten.

Und das, also keine Reue verspüren, tun ja auch alle jene Urologen, die Vasektomien als völlig unproblematisch anpreisen, obwohl ein großer Teil der operierten Männer - in der größtangelegten Studie sind es nämlich 14.7 - danach ein Leben lang oder zumindest Jahre lang neue Schmerzen haben.

Donnerstag, 30. September 2021

NOCHMALS: CORONA (Siehe 28. Juli 2021)

Um es ganz deutlich zu machen: Ich mache auf diesem Blog hier teilweise auf Fehler von Ärzten aufmerksam beziehungsweise beschreibe, welche Probleme bei elektiven Operationen vorkommen können und wie man sich (teilweise) davor schützen kann. - Ich habe jedoch nichts gegen die Corona-Maßnahmen und die Impfungen. Denn im Unterschied zu Operationen (wie der Vasektomie) kommen bei Impfungen Schäden extrem selten vor. Und Langzeitschäden, so wie es die meisten Menschen verstehen, schon gar nicht. (Langzeitschäden sind solche, die lange anhalten; sie treten aber früh auf. Es ist also nicht so gemeint, dass Schäden bei einer Impfung erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten auftreten werden.)
Drum: Rettet Leben, Jobs und mitmenschliche Beziehungen ... GEHT IMPFEN!

Dienstag, 28. September 2021

MEDIZINISCHE RICHTLINIEN - BIS ZU 80 PROZENT NICHT BEFOLGT

Die Berner Zeitung DER BUND bringt heute einen Artikel, in dem auskommt, wie in der Schweiz ein ungeheures Durcheinander herrscht, was das Sich-an-Regeln-Halten betrifft: Bis zu 80 Prozent (achtzig Prozent!) der Schweizer Ärzte, sei es nun in Arztpraxen oder Spitälern oder bei Spezialistenstellen, halten sich NICHT an RICHTLINIEN, die an sich vorhanden wären. Es variiert ein wenig von Gebiet zu Gebiet, wie auch bei der Wichtigkeit der nicht beachteten Regeln. Aber wenn man vergisst, entscheidende Fragen oder Vorabklärungen bei einer Operation zu stellen (und ich rede hier jetzt nicht vom Fall meines besten Freundes, aber es zeigt eben, dass genau das stimmt), dann ist das schon sehr gravierend und kann in vielen Fällen lebensbedrohlich sein. Nicht vergebens versuchen pro Jahre mindestens in 1000 Fällen Angehörige einen Arzt für den Tod eines Verwandten auf dem Schragen zur Rechenschaft zu ziehen. - Reüssieren tun dabei wie gesagt die 3-4 Fälle pro Jahr von 4'000 bis 5'000, die gegen Ärzte vorgehen, sei es eben bei einem Tod oder bei einem anderen Pfusch.
Liebe Ärzte, haltet Euch doch an die vorhandenen Richtlinien. Ihr möchtet auch nicht, dass Zugführer den Zug entgleisen lassen (die brauchen IMMERZU eine totale Konzentration; das solltet Ihr auch haben). - Und wir Patienten: Schaut den Ärzten aufs Maul, auf die Papierchen, die sie Euch vor einer OP aushändigen (und vergleicht das mit solchen im Internet), und bei einer OP kontrolliert alles, was ein Patient kontrollieren kann.

Mittwoch, 8. September 2021

FRUSTRATION ÜBER DIE UNTERNEHMENSKULTUR

So titelt die Berner Zeitung "Der Bund" heute einen Artikel, in dem es um das führende Spital im Kanton geht. Schon die Tatsache, dass ein Spital ein Unternehmen sein muss, statt vollumfänglich vom Staat getragen zu werden, ist an sich problematisch. Denn so passiert es, dass sich die Urologen im Auftrag des Klinikleiters eben überlegen müssen, ob sie nicht möglichst viele Vasektomien durchführen sollten, weil diese nun wirklich simple Operation Geld in die Kasse spült. Deswegen war ich denn auch nicht erstaunt, dass sich der Leiter der Urologie länger weigerte, seinen Aufklärungszettel vor einer Vasektomie vollumfänglich zu erweitern (wobei noch nie so weit wie in Deutschland!). Aber nicht nur für die Klinik geht es ums Geld; der Artikel von heute belegt es - Zitat daraus: "Der finanzielle Druck dränge einen zur Suche nach möglichst lukrativen Tätigkeiten, heisst es in Teilen der Ärzteschaft." Vor allem dann, wenn man innerhalb einen der elf Medizinbereiche fällt, der nicht nur - wie etwa das Departement for BioMedical Research - eine Klinik umfasst, sondern eine ganze Reihe, wie im Fall der Dermatologie / Urologie / Rheumatologie / Nephrologie / Osteoporose.

Montag, 6. September 2021

BITTERE PILLE

Unter diesem Titel fand sich in "Das Magazin" letzten Samstag ein Bericht über die hormonellen Verhütungsmittel bei der Frau und warum es für den Mann noch keine solche gibt.
Zuerst wird darin mal geklagt, warum Männer als Teenager eigentlich nicht zum Urologen müssten, um sich etwas verschreiben zu lassen, damit niemand ungewollt Kinder bekäme. Dies ist aber kaum die Schuld der Männer (ausser jenen in leitenden Stellen der Pharma-Industrie). Denn wir Männer können nichts anderes tun als eine Vasektomie oder Kondome tragen. Und ehrlich gesagt sollte man letzteres auch, bis man in einer jahrelangen, festen Beziehung ist, wo man über mögliche Krankheiten des Anderen Bescheid weiss. Und vor allem will ja mit 17 oder 23 eigentlich niemand schon eine Vasektomie. Drum verstand ich als einziges diese Frage nicht wirklich.
Aber dann kommt es doch dicke: Die Autorin schreibt, sie sei beim Pillenverschrieb nie darüber aufgeklärt worden, was es alles für Nebenwirkungen gäbe: also Depressionen, Gewichtszunahmen, sinkende Libido, Thrombosen und Lungenembolien etc. Und das glaube ich ihr sofort. Es scheint ganz im System der Ärztinnen und Ärzte zu liegen, möglichst wenig über Nebenwirkungen zu erzählen - Hauptsache, man verkauft das Produkt und Frauen kommen jährlich in die Kontrolle. Und hat frau dann eine der Nebenwirkungen, lässt sich daran ja auch noch verdienen.
Gut, hier könnte man noch einwenden, dass die Nebenwirkungen eigentlich auf dem Beipackzettel zu finden wären. Doch selbst wenn frau die liest und dann lieber eine andere Verhütungsmethode anwenden möchte, etwa eine Kupferspirale (zumindest der alten Form, in den 1990er-Jahren), so mussten diese Frauen zuvor meist ein Medikament schlucken, das ihren Muttermund weitete, damit die Spirale eingesetzt werden konnte, und sie bekamen oft Schmerzen und ihnen wurde zu Beginn übel. Auch kann diese Spirale die Periode stärker und schmerzhafter machen.
Und deswegen - und wegen all der anderen Methoden, die es für die Frauen gibt - fragt die Autorin, warum bei den Männern eigentlich nicht mehr vorhanden sei, als die endgültige Vasektomie oder das Kondom. Und da hat sie recht.
Ich habe zu Beginn dieses Blogs, mehrheitlich 2017, etliche Alternativmethoden vorgestellt, die alle in verschiedenen Vorstudien steckengeblieben sind oder bewusst unterdrückt wurden, weil die Pharma-Konzerne nicht genug eingenommen hätten.
Ein zusätzliches Problem ist aber auch, dass heute und damals bei der Pille für die Frau mit verschiedenen Ellen gemessen wurde und wird. Was damals teilweise noch als zumutbare Nebenwirkung in Tests geduldet war, ist es heute nicht mehr. Drum kam die Pille damals zustande (heute hätte sie praktisch keine Chance mehr im Anfangsstadium der Entwicklung) und jene für den Mann heutzutage eben nicht.
Aber ganz sicher gehört sich eines nicht: "Zu oft verwiesen die Gynäkologen auf die Antibabypille als ideales Verhütungsmittel und klärten nicht über Alternativen mit weniger Nebenwirkungen auf." Denn auch die gäbe es bei den Frauen (siehe wiederum vor allem Einträge in diesem Blog vom Jahr 2017).

Fazit: Eigentlich muss man/frau sich auch heute im Internet selbst vorinformieren (keine Entscheide so fällen!, aber eben Infos beschaffen, um den Ärzten präzise Fragen stellen zu können), bevor frau sich zu einem Frauenarzt/einer Frauenärztin begibt.

ZU WENIG GELD FÜR DIE KRANKENKASSE - ARZT KOMMT UNGESTRAFT DAVON

Ja, ich durfte schon einiges erleben hier, als Blogger. Schönes. Etwa, wenn ich einigen Männern helfen konnte, dass auch sie ihre Urologen zu verklagen vermochten und damit Erfolg hatten, weil er sie nicht über die möglichen, teilweise sehr krassen Nebenwirkungen einer Vasektomie aufgeklärt hatte.
Vorgestern aber kam es hammerhart. Ich hatte einem Mann geholfen, alles zusammenzutragen, und wir übergaben das Material seiner Krankenkasse. Diese, so hofften wir, würde den Arzt verklagen, damit seine Versicherung (und teilweise auch er) der Krankenkasse des Patienten die Kosten der Behandlungen der Folgeschäden zahlen müsste. Doch nun ist die Krankenkasse gar nicht daran interessiert, weil es "zu geringe Folgekosten" seien. Wenn sie einige Zehntausend hätten reinstecken müssen, ja, aber doch nicht bei einigen Tausend Franken; da koste ja der ganze Prozess mehr (Prozess meint hier nicht ein Gerichtsprozess, sondern den Gesamtablauf).
Man stelle sich das also vor: Eine Krankenkasse verklagt einen eindeutig schuldigen Arzt nicht bei dessen Versicherung, weil das Ergebnis zu wenig einbringen würde! Das heisst ja, dass jeder Arzt und jede Ärztin kleine Fehler en masse machen kann. Denn die 'lohnen' sich ja nie!
Und das einmal mehr im Gesundheitssystem Schweiz, dem ach so guten ...

Donnerstag, 26. August 2021

SELBSTMEDIKATION IN EXTREMIS

Und nun ist einer jener Männer, die ich als Opfer der Schmerzen von der Vasektomie kennenlernen durfte, verstorben. Er hat die Schmerzen nicht mehr ausgehalten und hat sich das Leben genommen.
RIP N.O.

Montag, 23. August 2021

ÄRZTE UND IHR GEWISSEN

Hans Wollschläger hat in seinem Buch TIERE SEHEN DICH AN ODER DAS POTENTIAL MENGELE aufgezeigt, wie Josef Mengele, der bekannteste KZ-Arzt in Auschwitz, eben nicht nur eine grobe Einzelerscheinung war unter Ärzten, sondern dass diese Gesinnung eben auch heute durchaus noch oft vorkommen kann oder zumindest vorkommen könnte.
Dass er keine Einzelerscheinung war, zeigt bestimmt der Umstand, dass die vom NS-Staat durchgeführten Zwangsmaßnahmen gegen die eigenen minderwertigen Volksgenossen (Aktion T4), welche eben die Medizin betrafen (Sterilisation, Zwangsabtreibung, "Euthanasie"), kaum auf eine Gegenwehr bei den Ärzten stießen. Im Nürnberger Ärzteprozess musste festgestellt werden, dass ein koordinierter Widerstand - die Ärzte waren ja in Berufsverbänden organisiert etc. - nirgends und zu keiner Zeit aufkam. Ja, es gab sogar in der ganzen Zeit nur einen einzigen öffentlichen ärztlichen Protest durch den Freiburger Pathologen (sic!) Franz Büchner. Ja, nicht nur protestierte er öffentlich, er zeigte auch auf, dass die Schrift der Vordenker der VERNICHTUNG LEBENSUNWERTEN LEBENS relativ einfach in ihren Überlegungen widerlegt werden konnte.
All dies wurde dann von Alexander Mitscherlich, der beim Nürnberger Ärzteprozess anwesend war, festgehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch wurde Mitscherlich dadurch nicht etwa lobend hervorgehoben. Seine Kollegen der Medizin sorgten im Gegenteil dafür, dass er keine Karriere an einer Medizinischen Fakultät machen konnte. Was nichts anderes heißt als: Auch nach den Gräueltaten des NS-Staats sind die Ärzte bereit, jene auszuschließen, die eigentlich auf ihre Fehler aufmerksam machen.
Genau darum ist es bis heute schwer, den Urologen das Handwerk zu legen bei den Vasektomien. Denn wenn bei der größten Untersuchung, die jemals geführt wurde, immerhin fast 15 Prozent der Probanden angeben, sie hätten danach im Bereich der Hoden neue Schmerzen, dann müsste diese  ja stets nicht zwingend nötige Prozedur heutzutage abgeschafft werden. Stattdessen verbreiten sie weiter Falschmeldungen und gehen auf jene los, die sagen, wie schlimm es wirklich ist.

Donnerstag, 19. August 2021

MEHR UND MEHR UND MEHR - ALLES ERWIESENERMASSEN FOLGEN DER VASEKTOMIE

Der MAE (siehe allererster Eintrag vom 03.09.2017) hat nochmals eine Krankheit mehr, nur aufgrund der Folgen der Vasektomie: Weil er eben solche Schmerzen hatte, seit der Vasektomie, hat er bereits zum dritten Mal eine Opiat-Kur durchgemacht. Weil er das dritte Mal extrem Mühe hat, von den Opiaten loszukommen, hat man ihm ein Levomethadon verschrieben. Dies wiederum hat bei ihm nun erwiesenermassen (man kann das aufgrund Messungen im Schlaflabor und des Weiteren aufgrund Ausschlüssen, was ganz sicher nicht vorliegt, bestimmen; beim MAE kam man bei beiden Wegen auf das Levomethadon) zu einer sehr starken Apnoe geführt. Deshalb leidet er nun des Nachts an Schlafstörungen, ist am Morgen extrem und den ganzen Tag beträchtlich müde, bis dahingehend, dass er nachmittags einfach einschläft, auch beim Sitzen, nicht nur im Liegen. Und das Krasse ist: Man ist nicht sicher, dass dies sich wieder legen wird. Es gibt zwar eine gute Chance, aber sicher ist es nicht.
Meine Güte, wenn es Karma wirklich gäbe, dann müsste dieser ursprüngliche Urologe, der Andrea Futterlieb in Bern, hunderte Jahre in der Hölle schmoren. Das Leiden, das er meinem Freund gebracht hat, ist kaum mehr zu messen. Die Partnerschaft ist zerbrochen, nicht einmal, sondern drei Mal, und all die Zusatzbeschwerden, die zum immer noch anhaltenden Schmerz im Unterleib dazugekommen sind, kann man auch kaum mehr überblicken. Ich wünsche ihm als einzigem Menschen auf Erden das Schlimmste, was es geben kann!

Mittwoch, 18. August 2021

BETRÄCHTLICHE ZAHLEN

Heute wieder in der Zeitung gelesen, im Berner BUND: "Von Langzeitfolgen [von Corona] sind gemäss einer Schweizer Studie 2 Prozent der Kinder betroffen [...][,] eine beträchtliche Zahl".
Hier also schreien viele und auch Ärzte geben zu, das sei ziemlich viel. Wenn aber bei Vasektomien durch Studien gesichert über 5 Prozent aller Männer lebenslang oder Jahre lang starke Schmerzen haben, und bis 15 Prozent zumindest mittelschwere Schmerzen, dann bekümmert das praktisch niemanden (ausser die Schmerz-Opfer dieser Operation). Denn klar sind nur etwa gut 15 Prozent der Männer in der Schweiz sterilisiert. Also knapp jeder Siebte. Wenn davon 15 Prozent an längeren, zumindest recht starken Schmerzen leiden, sind das also mehr als zwei Prozent aller Männer, also auch der Nicht-Vasektomierten. 
Es sind also eher mehr als die zwei Prozent der Kinder, die bei Corona längere Zeit leiden. - Drum eben: Warum schaut man da nicht besser hin, warum verhindert man Vasektomien nicht, als nicht mehr zeitgemässe Operation?! Wenn doch zwei Prozent eine BETRÄCHTLICHE ZAHL sind? (Und 5 oder 15 Prozent erst recht!)

Freitag, 6. August 2021

UROLOGEN UNTER HITLER

In der Zeit von 1933 bis 1945 waren viele Ärzte bereit, unter der neuen Ideologie an Patienten Grausamstes auszutesten. Mengele ist bekannt. Aber es gab wohl Hunderte, wenn nicht Tausende von Urologen, die bereits vorher Vasektomien durchführten, die auf keinen Fall vom Patienten gewünscht war. So genannt ‹unwertes Leben› wurde zuerst, anstatt gleich getötet zu werden, einfach mal sterilisiert. Die Männer und Knaben eben durch eine Vasektomie oder mithilfe von Röntgenstrahlen.
Einige Ärzte weigerten sich zum Glück. Aber die Meisten taten mit, weil es, wie sie sich später rausredeten, befohlen wurde. Oder noch krasser, weil das betreffende Gesetz doch "erst ab 2007 als Unrechtsgesetz anerkannt worden sei". - Was eben auch meint, dass fast alle damals operierende Urologen auch später keine Reue zeigten, sich kaum entschuldigten.
Dass mehr möglich gewesen wäre, zeigt sich am umgekehrten Fall: Nicht nur einfach mitgemacht, sondern regelrecht mit Elan betrieben wurden die Zwangssterilisationen (und später die eigentlich fälschlicherweise so genannte Euthanasie) zum Beispiel in Sachsen. Dort zeichneten sich praktisch alle Beteiligten durch besondere Härte und Brutalität aus. Zudem waren sie früher dran als die anderen Regionen. Zeugen sprechen von einer Stringenz und Hartherzigkeit, die so nirgends sonst zutage trat. Was aber eben auch hieß: In anderen Bezirken hatten zumindest einige Urologen mehr Mut und wehrten sich entweder gegen die Aufgabe oder machten sie - ein kleiner Trost, aber immerhin - erträglicher für die Betroffenen.
Auch das zeigt, wie sehr sich einzelne Ärzte unterscheiden können, wobei sich offenbar doch ein Wesensmerkmal in einer bestimmten Gegend herausbilden kann. Genau so wie in Sachsen denke ich, dass in der Schweiz die Urologen bisher zu wenig darüber nachdenken mussten, was es heißt, einen Patienten vor einer Vasektomie ganz sauber aufzuklären. Sie sind dann so wie der Urologe, mit dem ich vor Kurzem darüber gesprochen habe: "Das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom kommt in einigen Studien höchstens zu 1 Prozent vor [während die Schmerzklinik des universitären Insel-Spitals in Bern, die ja dann mit den Geschädigten zu tun hat, von mindestens 5 Prozent ausgeht], deswegen muss ich das also nicht sagen." - Ja, sagen müssen ganz offiziell vielleicht nicht (wenn sie nur eine noch gültige Studie finden, die besagt, dass etwas höchstens zu 1 Prozent vorkommt, dürfen sie diese Nebenwirkung verschweigen). Aber es hätte viel mit Ehrlichkeit und einem Mensch-Sein zu tun, wie man es sich wünscht, wenn sie es dennoch machen würden.

Dienstag, 3. August 2021

WAS ÄRZTE SONST MAL SO TREIBEN - GERADE UROLOGEN

Im Deutschland von 1933 bis 1945 sind viele Menschen schuldig geworden. Es war nicht an allem bloß der Führer schuld - von dem es im Krieg ja oft hieß, er wisse vieles Schlechte ja sicher gar nicht ("Wenn das der Führer wüsste!").
Im so genannten Saarland etwa wurden nach 1935, als das Saarland wieder zu Deutschland kam, nachdem es zuvor von Frankreich offiziell besetzt werden durfte, unerwünschte Kinder einfach zwangssterilisiert. Wer war unerwünscht? Mischlingskinder. Also Kinder von deutschen Frauen und französischen Soldaten aus Nordafrika. Diese Kinder wurden nicht vorgewarnt, ihnen wurde keine Wahl gelassen, nicht mal die Ausreise bot man ihnen an. Man brachte sie ins Spital in ein Extra-Krankenzimmer im Keller und sterilisierte sie dann. Mädchen wie Knaben. Die verantwortlichen Ärzte, sowohl die Planer wie die Ausführer, waren sich nach dem Krieg, man ist bei Urologen und Kollegen bereit zu sagen: selbstverständlich, keiner Schuld bewusst. Sie schoben alles auf Hitler. Dabei hätten die Ausführenden vor Ort zumindest den Müttern dieser Kinder wenigstens erklären können, sie sollten so schnell wie möglich ausreisen. Falls sie das wollten.
Fakt aber ist: Diese Ärzte wurden zwar 1947 angeklagt, aber kein einziger Arzt musste auch nur in irgendeiner Weise Buße tun. Sie wurden nicht verurteilt, obwohl sie sich zur Zeit ihrer Handlung bewusst waren, dass zu diesen Zwangsschritten nicht einmal Gesetze existierten - und sie besetzten zum Teil danach hohe Posten. Einer wurde zum Beispiel zum ersten Vorsitzenden der Ärztekammer Saar im Jahr 1950.
Aber vielleicht noch schlimmer, für die Betroffenen. Kein einziger Mann oder keine einzige Frau dieser Zwangssterilisierten bekam eine Wiedergutmachung vom Staat.
Wenn man das so liest, denkt man schon ein wenig an heute und daran, dass auch heute Urologen, die gesunde Männer sterilisieren, mindestens 5 Prozent von ihnen dauerhaft schädigen (durch entsetzliche Schmerzen, die meist ein Leben lang anhalten). Und auch sie sehen selten ein, dass sie sich zumindest insofern schuldig machen, als sie den Patienten zuvor nicht mitteilen, dass dies eine häufige Folge der Vasektomie ist.
Im Fall des MAE log der betreffende Urologe sogar noch bewusst und meinte, er habe "zu wenig" auf dieses Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom hingewiesen, während mein Freund belegen konnte, dass er nicht nur gar nicht darauf hingewiesen hatte, sondern auch noch direkt darüber log, dass es diesen Schmerz überhaupt gebe.
Der betreffende Arzt, mein liebes Fachpublikum (wer diesen Blog liest, ist bereits ein Fachpublikum), hieß und heißt in diesem Falle (siehe allererster Eintrag vom 3. September 2017) Andrea Futterlieb. Den Namen darf ich nach dem letzten Urteil jetzt offiziell nennen. (Er praktiziert zum Glück seither auch nicht mehr.)

Mittwoch, 28. Juli 2021

EIN DEUTLICHES WORT

Ich muss hier einmal ein deutliches Wort sprechen. Obwohl ich mich dafür einsetze, dass Ärzte ihren Patientinnen und Patienten immer die Wahrheit sagen müssen, vornehmlich die möglichen Komplikationen bei freiwilligen/elektiven Operationen (eben: Vasektomie; aber auch bei Schönheitsoperationen etc.), obwohl ich da also sogar viele Ärzte kritisiere, bin ich nicht generell gegen die Maßnahmen contra SARS-CoV-2. Klar, über einige Maßnahmen könnte man diskutieren. Man muss aber auch sehen, dass die Situation für alle lebenden Menschen ohne persönliche Erfahrungswerte ist. Auch bin ich nicht gegen die Impfungen, wie ich generell kein Impfgegner bin. Das Impfen rettet Leben. Und hier wie bei der Pflege der COVID-Erkrankten gebührt den Ärzten wie dem Pflegepersonal durchaus Anerkennung für all die Arbeit, die sie leisten!

Dienstag, 13. Juli 2021

WEITERES MEDIZINISCHES UNHEIL FÜR DIE SCHWEIZ

Zurzeit kann es einen schon dünken, es gehe mit dem Schweizer Gesundheitswesen mehr und mehr bachab. Und tatsächlich ist das auch so! Denn weil wir den Rahmenvertrag mit den EU-Staaten nicht mehr verlängert haben, können Ärzte nicht mehr auf europäische Datenbanken zugreifen. Eine davon sammelt zum Beispiel Informationen zu Medizinprodukten und medizinischen Eingriffen. Dort steht zum Beispiel verzeichnet, wie oft ein Eingriff - eben zum Beispiel eine Vasektomie - bekanntermaßen (dass auch deutsche Urologen dabei gerne etwas schummeln, wurde auf diesem Blog bereits erwähnt; trotzdem nicht derart oft wie Schweizer Urologen - es hängt dies mit der Euthanasie-Vorwurfs-Angst in Deutschland zusammen, die seit nach dem Zweiten Weltkrieg die Ärzte vorsichtiger sein lässt als anderswo in Europa) unerwünschte Nebenwirkungen zeitigen. Von diesen Informationen sind wir nun abgeschnitten. Den Schweizer Urologen stehen nurmehr die Schweizer Daten zur Verfügung. Aber auf diesem relativ kleinen Markt braucht es viel länger, bis da etwas Negatives als keine Seltenheit effektiv auffällt.
Das macht es Urologen noch einfacher, zu sagen: Ach, von einem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom hätte ich höchstens im Studium mal hören müssen. Oder bei der eigentlich nötigen, regelmäßigen Lektüre von Studien auf meinem Gebiet. Aber nicht durch eine Datenbank, die mir genau sagt, dass diese schreckliche Nebenwirkung bei mindestens 5 Prozent der vasektomierten Männern Europas auftritt!

Samstag, 10. Juli 2021

EIN BETROFFENER SCHREIBT

Ein seit längerer Zeit bereits betroffener Mann schreibt mir gerade heute, dass die Vasektomie "der wirklich grösste Fehler meines Lebens" gewesen sei. Er leidet auch Jahre nach dem Eingriff vor allem an einer Spermatozele. Die ganze linke Seite seines Hodens schmerze jeden Tag und strahle auch in den Unterleib aus (oft ist die linke Seite schlimmer als die rechte; auch das hatten wir hier bereits mehrfach). Und er fragt mich nebenbei noch, ob ich wisse, warum diese Seite hier (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/?forum=44) quasi eingegangen sei: Ich weiss es leider auch nicht, wie ich ja am 16. April ebenfalls bereits bemerkt hatte (siehe dort).

EIN SO WAS VON EINEM UNSCHULDIGEN UROLOGEN MEHR

Bei meiner Aufklärungsarbeit habe ich einen Urologen mehr in Bern gefunden, der mir gerade ins Gesicht hinein gesagt hat, dass ein Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom so selten auftrete, dass er darüber nie aufkläre. So also geht es immer noch zu und her und immer weiter.
Wirklich kein Wunder, leiden immer mehr Männer an diesem Schmerzsyndrom. Dass heutzutage sogar das Schmerzzentrum  am Universitätsspital Insel von etwa 5 Prozent aller vasektomierten Männern ausgeht (an vielen anderen Stellen in diesem Blog nachzulesen), davon wollen diese Urologen noch nie gehört haben ...

Mittwoch, 23. Juni 2021

SOGAR ÄRZTE WARNEN TEILWEISE

Die meisten Ärzte sind vermutlich in Ordnung. Und letzthin traf ich einen, der war mehr als in Ordnung: Er bekämpft Kollegen, die Patienten vor Operationen etwas vorlügen. Das ist also genau das, wogegen ich hier auch antrete. Ich habe nie gesagt, es können bei einer Operation, genauer: bei einer Vasektomie keine Fehler passieren; das kann immer sein. Aber ich bekämpfe den Umstand, dass viele Urologen vor einer Vasektomie über die sehr möglichen Folgen einer Vasektomie lügen. Vor allem die Folge, dass mindestens 5 Prozent der unterbundenen Männer danach für Jahre oder ein Leben lang Schmerzen haben.
Es gibt aber eben auch Mediziner, die gehen gegen allerlei falsche Ärzte vor. So etwas Hans Halter, der ein Buch geschrieben hat mit dem Titel: "Vorsicht: Arzt! - Krise der modernen Medizin". Darin geht er den Fragen nach, ob die größte Krankheit nicht gerade aus der Bekämpfung aller Krankheit hervorgegangen sei; ob eben Ärzte krank machten? Denn zumindest würden sie viel weniger gesund machen, als man bislang behauptet habe. Dazu sammelte er Beweisfälle, anhand derer beschrieben wird, wo ärztliche Kunst wenig oder nichts bewirkt. Oder im Gegenteil eben sogar schadet.
Eine doch erhellende Lektüre.
(P. S.: Bei Corona helfen Ärzte sehr wohl.)

Mittwoch, 2. Juni 2021

DANN WEISS ICH WIEDER, WIESO

Ich hatte das hier auch schon gesagt: Manchmal verzweifle ich ja daran, was ich hier mache. Ich bin nicht so gern eher destruktiv (durchs Kritisieren), aber vielleicht bin ich das ja auch nicht. Zwei Männer haben mir gerade gestern geschrieben. Der erste war einfach froh, dass er meinen Blog gefunden hatte, weil er sich heute einer Vasektomie unterziehen sollte. Als er eben gelesen hatte, was das alles für Probleme nach sich ziehen könnte, hat er verzichtet. Er sei "sehr enorm gross Dankbar dafür was sie getan haben. Ich habe mir nie überlegt und zum Glück kurz vor Vasektomie noch kurz in Internet schauen" gegangen. Jetzt "freue ich mich wieder im Leben wenn ich sonst nun Schmerzen hatte". Danke auch: Es sind Menschen wie Sie, die mich ermuntern, hier weiterzumachen!
Ein zweiter Mann hat die Vasektomie leider gemacht - und prompt ein Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom bekommen. Trotzdem sei er froh, auf diesen Blog gestossen zu sein: a) Weil er nun wisse, dass es nach nur drei Wochen noch Chancen gäbe, die Schmerzen zu verlieren - und darum ginge es ihm im Moment besser als die drei Wochen zuvor, auch wenn die Schmerzen gleich stark geblieben seien. Und b) werde er ebenfalls gegen den Arzt vorgehen, denn es dürfe nicht sein, dass die in den meisten Fällen ungeschoren davonkämen.
Das kann ich selbstverständlich unterschreiben und werde ihm weiterhin privat Informationen liefern, wie man das am besten angeht. Denn immerhin hat mein bester Freund (siehe allererster Eintrag vom 03.09.2017) gegen jenen Arzt, der ihn nicht sauber aufgeklärt hatte, juristisch gewonnen. Und dieser Urologe darf heute nicht ehr praktizieren.

Montag, 24. Mai 2021

PREIS AUCH FÜR MEINE ARBEIT FÜR VASEKTOMIE-GESCHÄDIGTE

Letzten Donnerstag durfte ich - wegen der Covid-Pandemie im sehr kleinen Rahmen - einen Literaturpreis abholen gehen: Den Preis der Sigrid-Undset-Gruppe Schweiz (https://sigrid-undset-gruppe-schweiz.blogspot.com/2021/05/kleine-aber-sehr-schone-preisubergabe.html). Ich bekam ihn vor allem für meinen Einsatz gegen das Vergessen von Autoren, etwa Carl Spitteler oder Wolf von Niebelschütz etc. Aber die Verantwortlichen sagten mir auch, dass letztlich der Ausschlag gegeben habe, dass ich mich als Schriftsteller zusätzlich noch für weitere Sachen einsetzte, eben zum Beispiel für Geschädigte von Vasektomien.

Ihn diesem Sinne ist der Preis auch eine Anerkennung der Leiden der betroffenen Männer und hilft vielleicht zusätzlich, dass den Ärzten in der Schweiz nicht mehr immer alles einfach durchgelassen wird.

Samstag, 15. Mai 2021

ZAHLEN VON EINEM ANDEREN SPITAL IN BERN

Ich war letzten Samstag ins Tiefenau-Spital in Bern eingeladen. Ich habe dort im Notfall (weil die akuten Schmerzfälle dort landen) gefragt, wie oft sie denn Männer hätten, die nach einer Vasektomie zu ihnen kämen. Die mich herumführende Ärztin meinte, es sei auf jeden Fall mehr als das oft angegebene 1 Prozent. Nach ihrer Schätzung und der des Spitals seien es eher 7 Prozent, die sehr lange (also über Jahre) oder ein Leben lang diese groben Schmerzen im Lendenbereich hätten.

Es sei wirklich ein Problem, dass die meisten Urologen hier nicht besser aufklärten - und eigentlich auch, dass man Vasektomien überhaupt noch erlaube. Auf anderen Gebieten würden Operationen mit derart vielen Schmerzpatienten in der Folge verboten. Denn es gebe ja durchaus noch ganz andere Probleme nach einer Vasektomie. Auch die hätten sie hier oft.



Zum Glück schweigen also nicht ganz alle Ärzte zu diesem Thema. Es scheint wirklich vor allem den Urologen - logischerweise - ein Anliegen zu sein, dass man(n) hier nicht besser Bescheid wissen soll.

Freitag, 14. Mai 2021

NEIN, DAS KANN MAN NICHT RÜCKGÄNGIG MACHEN

Ich hatte schon mehrmals gesagt, dass eben nicht nur von Urologen verharmlost wird, wie schlimm die Vasektomie sein kann, sondern eben auch nur schon eine Botox-Injektion. Beispiele gibt es hier: https://www.20min.ch/story/nein-das-kann-man-nicht-rueckgaengig-machen-738929594354

LETZTE WORTE AUF DEM OPERATIONSTISCH

Heute zur Abwechslung wieder mal mit etwas Humor: Ein Mann, der eine Vasektomie bei sich vornehmen lässt, sollte sich auf das Schlimmste vorbereiten (tatsächlich kann man bei jeder Operation sterben - und sei es nur an einem schlimmen anaphylaktischen Schock vom Betäubungsmittel) und sich Letzte Worte zurechtlegen. Denn wer nicht gerade in ein "du Scheiss-Urologe!" oder "das hast du jetzt davon, Frau!" (dazu neigen leider einige Männer) verfallen will, dem empfehle ich etwa das von Jeremy Bentham, dem britischen Theoretiker des Nützlichkeitsgedankens: "Haltet die Kinder draussen. Es wird für sie zu anstrengend sein und sie können nicht helfen." - Was vor allem zutreffen wird, wenn man vor der Vasektomie gar keine gemacht hatte.

Donnerstag, 29. April 2021

LESERBRIEF ERSCHIENEN

Mein Leserbrief zu dem am 22. April hier im Blog beschriebenen Fall ist am 26. April in der Berner Zeitung DER BUND erschienen - und zwar unter dem Titel "Es gab sogar Schmerzensgeld". Ich schildere darin den Fall meines besten Freundes, nenne aber mich als Betroffener, weil ich die Identität meines Freundes auf sein Verlangen hin nicht preisgeben wollte.

Ich beschreibe darin, dass man ruhig mutiger sein soll, gegen Ärzte zu klagen, die Fehler gemacht haben. Weil es eben wie im Fall meines Freundes durchaus zu sehr positiven Resultaten führen kann (er musste die Operation nicht bezahlen, erhielt sämtliche Rechtskosten erstattet und dazu eben noch Schmerzensgeld).

Donnerstag, 22. April 2021

WEISSE TEUFEL

Einmal mehr in der Schweiz; einmal mehr kommt ein Arzt ohne Strafe davon; einmal mehr leidet ein Patient, was so nicht nötig gewesen wäre:
Eine junge Bernerin wollte Profigolferin werden. Fast jeden Tag trainierte sie. Allerdings gab es ein Hindernis: Die Peronealsehne am linken Fuss war verdickt und musste operativ behandelt werden. Zumindest riet ihr ein Arzt dazu. – Das wäre vermutlich auch alles noch in Ordnung gewesen. Aber entgegen seinem Wissen, dass die junge Frau Profigolferin werden wollte und ohne Absprache mit ihr nahm er zusätzlich noch einen zweiten Eingriff am Fuss vor. Die angehende Profigolferin bemerkte den ungewollten Eingriff nämlich kurz nach der Operation, da sie ihre Zehen nicht mehr richtig bewegen konnte. In der Tat wurden der Frau die Mittelgelenke der Zehen entfernt und durch kleine Prothesen ersetzt, welche die Zehen in Position halten sollten (eine Operation, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, da dabei die Mittelgelenke der Zehen entfernt werden). Die Frau hatte zwar sogenannte Hammerzehen, eine Fehlstellung, bei der ein Glied der Zehe wie ein Hammer zum Boden zeigt; das allein hätte sie aber vielleicht nicht behindert beim Golfspielen; sie spürte immer nur das Problem mit der Peronealsehne. Die Patientin beteuert nun, dass ihr von der Operation an den Zehen nichts gesagt wurde.
Deshalb zeigte sie den Arzt in der Folge wegen schwerer Körperverletzung an, da sie dem Eingriff an den Zehen «niemals zugestimmt» hätte. Laut der Klägerin habe der Arzt ihr gegenüber sogar eingeräumt, dass die Aufklärung über den zusätzlichen Eingriff im Arbeitsalltag untergegangen sei.
Vor dem Berner Obergericht wurde die Strafanzeige gegen den Arzt jedoch abgewiesen, wie ein kürzlich publizierter Entscheid zeigt. Dies, weil die Folgen des Eingriffs nicht schlimm genug seien, um eine schwere Körperverletzung zu sein. Eine Anzeige wegen leichter Körperverletzung ist hingegen nicht mehr möglich, weil die Antragsfrist von drei Monaten nach dem Vorfall längst verstrichen ist. Die Klägerin muss nun selbst für die Gerichtskosten von 1000 Franken aufkommen oder den Fall vors Bundesgericht ziehen. Und all das, obwohl der nachbehandelnde Arzt (man/frau will ja nicht mehr zu dem Arzt, der einem so misshandelt hat) zu Protokoll gibt, dass «eine Versteifung mit Blick auf das junge Alter der Patientin nicht angezeigt gewesen war».
Wir kennen die Muster: a) Der Arzt informiert nicht vollständig, was er alles operieren wird; b) er vergisst sogar, die möglichen Komplikationen zu erwähnen, wie auch noch ausgekommen ist (inzwischen ist eine der Prothesen im Fuss gebrochen!); c) vor der Patientin gibt er zu, dass er vergessen habe, sie richtig aufzuklären; d) vor Gericht aber lügt er dann und wird nicht zur Rechenschaft gezogen; e) die Patientin muss die Gerichtskosten selbst zahlen, während der Arzt durch seine Versicherung abgedeckt ist; f) der Arzt darf weiter praktizieren ...
Wann ändert sich endlich, dass diese wirklich schlampig arbeitenden Menschen als ‹Götter in Weiss› behandelt werden?!

Freitag, 16. April 2021

EIN WEITERES FORUM GESCHLOSSEN

Schon wieder ist ein ziemlich gut besuchtes Forum über das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom offenbar geschlossen worden. Auf jeden Fall sind seit Monaten hier (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/?forum=44) keine neuen Beiträge eingegangen - und als ich versuchte, einen zu schreiben, hat es nicht mehr funktioniert. Schon das Vorgängerforum - wie man älteren Posts hier auf meinem Blog entnehmen kann - wurde geschlossen. Da hiess es, man wolle sich auf gewisse Bereiche beschränken, damit hätte dieses medizinische Phänomen keinen Platz mehr. Jetzt aber, beim neuen Forum, kam gar keine Meldung, nichts. Es ist schon etwas seltsam ...

Samstag, 10. April 2021

APOTHEKEN SIND AUCH NICHT VOR FEHLERN GEFEIT

Nun, eigentlich ist das klar. Aber ich will doch mal einen Eintrag machen:
Es sind nicht bloss Ärzte, die Fehler machen, sondern öfter auch mal Apotheken. Der MAE (siehe allererster Eintrag vom 3. September 2017) muss aufgrund der Langzeitfolgen der Schäden von der Vasektomie nun Ersatzhormone nehmen (auch ein Schaden, der einem kaum von einem Urologen eingestanden wird; aber man schaue sich mal auf anderen Foren um: Viele vasektomierte Männer, wie mein bester Freund, produzieren danach auch viel weniger Testosteron; die Urologen behaupten immer, das habe nichts mit der Vasektomie zu tun - aber dass derart viele Männer danach Testosteron substituieren müssen, egal, ob sie 60 oder 30 sind, ist doch sehr auffällig).
Er ging also mit dem Rezept zur Apotheke. Die nahmen sich laut seinen Worten gut 20 Minuten Zeit (für EIN REZEPT) und gaben ihm danach fast schon die Pillen. Aber das zweite Paar Augen, also die Diplom-Apothekerin, merkte, dass es die falschen Pillen waren. Also musste der MAE nochmals warten, bekam dann aber endlich die Tabletten.
Als er sie bereits drei Tage lang vier Mal pro Tag genommen hatte, bekam er einen aufgeregten Anruf der Apotheke: Es sei ein Fehler passiert. Er müsse die Tabletten nicht vier Mal am Tag nehmen, sondern nur vier Mal in der Woche!
So viel dazu.
Nun, es könnte Schlimmeres geschehen, dennoch: Passt auch da auf, liebe Männer (und Frauen) - und kontrolliert lieber ein Mal zu viel, ob da auf der Packung wirklich steht, was auf dem Rezept stand.

Mittwoch, 31. März 2021

NAHES ENDE? IRGENDWANN KANN ICH DAS NICHT MEHR

Ich habe mich schon ein paar Mal gefragt, wie lange ich diesen Blog führen werde. Nicht, weil ich die Arbeit scheue oder weil sie mir ausginge - aber irgendwann ist es einfach zu hart, all das zu notieren, was meinem Freund angetan worden ist. Nun ist letzten Montag/Dienstag bei ihm eine zweite Autoimmunkrankheit diagnostiziert worden, eine, die nach Operationen am Unterleib auftreten kann. Sprich: Vermutlich kommt sie direkt von der Vasektomie.
Natürlich ist das Pech. Und eine Komplikation, die nun tatsächlich bei weitem nicht mal bei 1 Prozent der vasektomierten Männer auftritt. Aber hätte er die Vasektomie nicht gemacht, weil er eben schon wegen des Post-Vasektomie-Schmerzsyndroms es lieber nicht gemacht hätte, wäre er darüber aufgeklärt worden, so hätte er auch diese Komplikation jetzt nicht. Zudem war er ja gar nie fruchtbar, hätte also gar nie eine Vasektomie gebraucht etc.
All das bricht nun wieder auf. Mein Freund steckt tief in einer Depression und bei mir wirbelt es alle schlechten Gedanken wieder auf, wenn ich davon schreibe.
Sprich: Vermutlich nach der Veröffentlichung eines Buches über dieses Thema, das kommen soll, nachdem die Geschichte mit meinem Freund und dem extrem skrupellosen Arzt abgeschlossen ist (es sind noch zwei medizinische Fragen und eine juristische Klage offen), werde ich auch hier meinen letzten Post schreiben.

Samstag, 27. März 2021

ARZT WEGEN FAHRLÄSSIGER TÖTUNG VERURTEILT

Es kommt in der Schweiz nur selten vor: Dass ein Arzt wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wird. Und man nimmt es nicht gerne zur Kenntnis. Von Seiten der Ärzte und des Gesundheitswesens nicht, weil es den Ruf beeinträchtigt. Aber auch von Seiten der Patienten nicht, weil es allgemein das Vertrauen in die Ärzte erschüttern kann.
Dazu muss ich aber gleich noch sagen: Offensichtlich ist es bei den jüngeren Generationen heute üblich, fast immer zwei Ärzte bei allen Belangen zu befragen, also immer eine Zweitmeinung einzuholen. Was natürlich das Gesundheitswesen verteuert. Aber eben leider wegen gewisser schwarzer Schafe wirklich nötig ist. Gerade letzthin hat mich ein Arzt eben auf das mit der jüngeren Generation aufmerksam gemacht und sie gleichzeitig verteidigt, indem er meinte: Ihn selber belaste es auch sehr, dass es immer mal wieder einen Arzt oder eine Ärztin gebe, der/der vor allem ans Geld dächten. Er sei da ganz dem Patienten verpflichtet und verabscheue solches Denken. Es tue ihm sehr leid, was meinem besten Freund passiert sei.
Im Titel erwähnten Fall war es nicht unbedingt das Geld, sondern eher Faulheit, die den Arzt straffällig werden liess: Einer seiner Patienten starb drei Tage nach einer Darmoperation. Wegen einer mangelhaften Naht war fast ein halber Liter kotiger Flüssigkeit in die Bauchhöhle ausgetreten. Was ja mal passieren kann. Aber das Bundesgericht (die höchste juristische Instanz in der Schweiz) kam zum Schluss, dass der Arzt nicht die notwendigen Untersuchungen veranlasst hatte und die Bilder einer Computertomographie falsch bewertete, obwohl der Patient über starke Schmerzen klagte. Der Patient hatte bereits starke Schmerzmittel eingenommen, aber die Schmerzen blieben persistent. Der Arzt war so von sich und seiner Sicht überzeugt, dass er keine weiteren Laboruntersuchungen vornahm und auch keine weitere Operation in Betracht zog. Weiter fehlten für die Tage nach der Operation beim Patienten klinische Werte zu Blutdruck, Puls und Atmung (ab dem Nachmittag des zweiten Tages nach der Operation).
Der untypische Verlauf nach der Operation, die andauernden Schmerzen und Luft im Bauchraum hätten den Arzt zu weiteren Untersuchungen verpflichtet, schreibt das Gericht. Indem er dies unterlassen habe, sei er seiner Sorgfaltspflicht als Arzt nicht nachgekommen.

Man denke an solche Ärzte auch, wenn man eine Vasektomie vorhat. Nicht alle informieren den Patienten so, wie sie eigentlich sollten.

Dienstag, 2. März 2021

ZWEI NEUE BÜCHER MIT BEZUG ZUM PVSS (POST-VASEKTOMIE-SCHMERZSYNDROM)

Als der MAE (siehe allererster Blogeintrag vom 3. September 2017) kurz nach der Vasektomie diese extremen Schmerzen hatte, die nicht weggehen wollten (und bis heute recht stark geblieben sind), besuchte er mich oft in meinem (damals) schönen Arbeitszimmer in der Weiermattstrasse 70 im Bernischen Gäbelbach. Dort entwickelte ich um diese Zeit herum, also von 2017 bis 2019 (geschrieben eigentlich bis 2018, solange ich das Arbeitszimmer dort hatte) die Kolumnen-Reihe "Warum ich gern im Gäbelbach wohne". Nun sind 13 dieser Kolumnen/Glossen unter diesem Titel als sehr schön gestaltetes Buch erschienen (der Verleger wurde aktiv eingeladen, beim 'Schweizer Buchpreis - Gestaltung' mitzumachen; falls es keine Kolumnen seien - was es aber leider sind; trotzdem: Das Buch ist also auch objektiv gesehen sehr schön!):

Dominik RIEDO: Warum ich gern im Gäbelbach wohne. Ein Plattenbau-Dutzend. ASKU-Presse 2020

https://shop.asku-books.com/epages/es121063.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es121063_ASKU-Shop/Products/978-3-930994-35-9 (gebunden)

oder als Taschenbuch:

https://shop.asku-books.com/epages/es121063.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es121063_ASKU-Shop/Products/978-3-930994-34-2


Ebenfalls damals - weil ich eigentlich seit 1990 (!) fast immer ein wenig daran gearbeitet habe - sass ich hin und wieder am zweiten Buch, zu dem der MAE sogar aktiv die eine oder andere Sache zur Medizin (und was den Umgang von Ärzten mit Patienten betrifft) beitragen konnte:

Dominik RIEDO: Bibberland, Zeitgeistangst / oder / Die letzten Minuten der Menschheit. Edition ISELE 2020

https://www.klausisele.de (Allgemeine Website)

https://www.klausisele.de/eip/media/buecher/buecher_19_1.pdf (PDF des Verlagsprogramms mit meinem Titel mit dabei)

https://www.amazon.de/Bibberland-Zeitgeistangst-letzten-Menschheit-Menschen/dp/3861426099 (Möglicher Bestellort; neben Buchhandlungen, die direkt beim Verleger bestellen)


In beiden spielt die Vasektomie meines besten Freundes (= MAE) eine Rolle, eine Kolumne im GÄBELBACH-Buch dreht sich sogar ganz um eine Vasektomie und mögliche Folgen.

Dienstag, 26. Januar 2021

BEREITS VIELE DANKESMAILS IM 2021

Schon nur in den wenigen Wochen von 2021 erreichten mich 168 Dankesmails, von Männern (und einigen Frauen), weil wegen der Corona-Pandemie ihre Vasektomie (oder die ihres Partners) verschoben worden ist und sie deswegen noch meinen Blog entdeckt hätten! Das freut mich sehr. Genau deswegen nehme ich ja die Arbeit auf mich.

DENN WIE GESAGT: EINE VASEKTOMIE KANN IRREPARABLE SCHMERZEN AUSLÖSEN! (Und weitere unangenehme Nebeneffekte haben ...)

Montag, 28. Dezember 2020

AUF EIN GUTES 2021 MIT MÖGLICHST WENIG NEUEN MITLEIDENDEN

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gutes 2021! Hoffentlich wird es ein besseres Jahr als 2020. Aber immerhin hatte Covid-19 auch einige gute Auswirkungen: Viele Urologen konnten die geplanten Vasektomien nicht durchführen oder später, so dass sich einige Männer, die wie so viele schlecht über mögliche Folgeschmerzen aufgeklärt wurden, im Internet noch auf diesen Blog gestossen sind und mich fragten, was es denn mit diesem Post-Vasektomie-(Schmerz-)Syndrom auf sich habe. Ich glaube ich habe noch nie so viele Mails geschrieben wie in diesem Jahr. Aber es ist dies genau im Sinne des Blogs: Er soll helfen, dass weniger Männer völlig unvorbereitet in diese Schmerzen hineingeraten. Dass sie - wenn sie die Vasektomie trotz alledem machen sollen oder wollen - wenigstens darüber aufgeklärt sind, was alles folgen kann.

Freitag, 11. Dezember 2020

ES IST NICHT ZU GLAUBEN!

Nachdem der ursprüngliche Urologe meinem Freund, dem MAE (siehe allererster Beitrag vom 3. September 2017), diese Post-Vasektomie-Schmerzen angetan hatte (weil er sogar auf mehrfache explizite Nachfrage, ob denn nach einer Vasektomie eine bleibendes Schmerzproblematik bekannt sei, mit "NEIN" log), verschlampte er ja  zudem - ich habe hier bereits darüber geschrieben - die herausgeschnittenen Stücke der Samenleiter, die einige Monate aufzubewahren offizielle Pflicht eines Urologen wäre. Um zu sehen, ob sie vielleicht in seiner ehemaligen Praxis irgendwo herumlagen (der Urologe musste kurz nach dem ungeheuren Fall seine Tätigkeit aufgeben), sagte uns der Nachfolgearzt, dass er seine Patienten nie so belügen würde, ja, dass er jedem von sich aus sagen würde, dass es so ein Schmerz-Phänomen gäbe.
Und was muss ich jetzt sehen, drei Jahre später, auf seiner Webseite (https://uromed.ch/vasektomie/?gclid=CjwKCAiAq8f-BRBtEiwAGr3DgUCBrS1KND-eMpK0qfPwj4Nuz3g9vcxs7epsm-O6HswW_yTNc9NeWxoC93oQAvD_BwE)? KEIN WORT von möglichen lebenslangen Schmerzen! Oder wenigstens solche, die Jahre anhalten. Es heisst da nur, falls überhaupt Schmerzen aufträten, verschwänden sie spätestens nach einigen Tagen: "Falls Schmerzen auftreten, klingen diese nach wenigen Tagen ab." - Eine TOTALE LÜGE!
Dabei hatten wir damals beim Besuch von diesem neuen Urologen ein gutes Gefühl. Also selbst wenn man meint, man kenne die Menschen ein wenig und selbst wenn man etwas gewarnt ist: Man kann sich bei einer Vasektomie auf die Antworten eines Urologen nie verlassen. Ja, nicht einmal auf die allgemeinen Informationen, die man ohne Fragen ausgehändigt bekommt!

Samstag, 5. Dezember 2020

SCHRIFTSTELLERISCHE THEMEN

Und dann begegnen mir als Schriftsteller auch immer wieder Menschen, die mir sagen, ich solle als Autor nicht über solche Sachen wie ein Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom schreiben. Ich solle lieber Romane schreiben. Aber wenn alle Romane derart schlecht wären wie Arno Camenischs "Goldene Jahre" (siehe https://glarean-magazin.ch/2020/12/05/arno-camenisch-goldene-jahre-roman-rezension-von-dominik-riedo), täte es wohl vielen meiner Kollegen gut, sich in dem zu üben, in dem ich mich übe.

Freitag, 4. Dezember 2020

MEHR UND MEHR NEBENSCHÄDEN

Ja, mit der Zeit wird es wirklich quasi zu einer Parodie. Aber nicht für den MAE (siehe den allersten Eintrag vom 03.09.2017), der kann da nicht darüber lachen. Denn jetzt, über drei Jahre nach der Vasektomie und immer noch mit starken Schmerzen, kommen nun langsam die Schäden von den Schmerzmitteln. Bei ihm sind es im Moment die Zähne. Was viele Patienten vielleicht nicht wissen: Eine Menge Medikamente, vor allem gewisse Schmerzmittel, führen zu extremer Mundtrockenheit, was zu Zahnfleischschäden und Karies führen kann. Oder die Mittel können direkt Karies auslösen. So hat der MAE, der in seinem Leben noch nie (!) ein Loch in einem Zahn hatte, nun plötzlich Karies und musste einen halben Zahn zur Gänze ersetzen. Natürlich würde ihm der Urologe da der Zusammenhang absprechen. Nicht aber der Zahnarzt. Und man sollte vielleicht eher auf die Meinung von Experten hören, die nicht die eigene Operation und ihre Folgen beurteilen, sondern die von anderen.
Und was da alles noch kommen kann, das wagt der MAE gar nicht denken. Mein Freund tut mir jede Woche wieder leid!

Montag, 30. November 2020

MAN MUSS JURISTIK STUDIERT HABEN ODER EIN FEINES GEHÖR BESITZEN

Denn immer noch werben Kliniken und Urologen etwa mit folgenden Erklärungen, dass Vasektomien harmlos seien: "Nach der Sterilisation kann auch ein Druckgefühl auftreten; dies kann zu schmerzhaften Empfindungen vor der Ejakulation führen, ist aber selten und meistens vorübergehend." (https://www.jessazh.be/deelwebsites/international-network-penile-implant-surgery-du/erkrankungen---behandlungen/fruchtbarkeit/die-sterilisation-beim-mann--vasektomie/komplikationen) - Damit ist die Praxis übrigens voll aus dem Schneider. Denn wenn man(n) genau liest, sagen sie, dass es vorkommen kann, dass man(n) ein Leben lang Schmerzen haben wird nach der Vasektomie: "ist aber selten [= kommt eben doch vor, nämlich bei etwa bis zu 5 Prozent der Männern] und meistens vorübergehend [aber eben nicht immer!]." - Man liest das so durch und ist eigentlich recht beruhigt. Aber was da so nett tönt, versteckt eben, dass mindestens bis zu 5 Prozent der Männer durch eine Vasektomie ein Leben lang bleibende Schmerzen davontragen.

Samstag, 21. November 2020

BITTE WEITER LEBENS- UND LEIDENSGESCHICHTEN SENDEN

Liebe betroffene Männer: Gerne dürft Ihr mir weiterhin Eure Lebens- und Leidensgeschichten mit einem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom zusenden. Auch wenn Ihr es lieber hier nicht veröffentlicht sehen würdet (das könnt Ihr natürlich sagen) oder ich es aus einem anderen Grund nicht veröffentliche, so dienen diese Geschichte zumindest dreier Sachen: a) Ich kann anderen betroffenen Männern Eure Geschichte erzählen; dann sehen sie, dass sie nicht alleine sind - und erfahren eventuell daraus etwas, was ihnen hilft bei der Bewältigung. / b) Sie dienen bei Männern, denen ich bei einem juristischen Vorgehen gegen ihren Urologen helfe, als juristisches Material. c) Eventuell veröffentliche ich Teile daraus (oder was ich aus all den Geschichten zusammen lernte) einmal in einem Buch/Text.
Drum: Schreibt mir doch gerne. Ich nehme mir Zeit, alle Geschichten zu lesen (bislang mache ich das durchaus gerne - und ich finde auch die Zeit dazu).

Der Anstoss zu diesem BLOG

WIE ALLES BEGANN

Nein, ich will nicht alles auf die Frauen schieben. Auch die Männer können einmal ihren Teil zur Verhütung beitragen. Und erst recht möchte...

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