Dienstag, 10. September 2019

DER TYPISCHE FALL – IN DEN USA

[Aus dem Post Vasectomy Pain Forum (= https://www.postvasectomypain.org/t/burning-pain-any-ideas/4671); Markierungen von mir:]
«Greetings, first just wanted to thank this forum. I have browsed and found alot of great info. My biggest regret was not finding this forum prior to the Vas.

My wife had just had a high risk pregnancy and Drs advised us not to have more kids and really pushed a VAS as the ‹safe› way to go so I did my part. Was an active runner, fit, no medical issues or surgical history.

Vas 1/29/16 @ 34, traditional scalpel 1 incision, cauterize consult and procedure same day. No mention of chronic pain, I honesty had been so healthy to that point I had no concept of poor heath. Truly Naive.

History: Right side went fine, but felt a shock during the left and had to administer another shot. Didn’t really have issues at first other than swelling and a strange tingling at the bottom of the scrotal skin which I didn’t even understand at the time. After 4 weeks had a horrible case of right Epidymitis. I had never heard of this and realized this ‹safe› procedure was a mistake. Std antibiotics and naproxen and it cleared up in a week. Fast forward 7 months and had pain in left side, more antibiotics and naproxen and it cleared up in a week. At the 1 year mark suddenly during a run had horrible pain on right side with burning into right thigh. Dr. tried Cipro, more naproxen but this time nothing worked and I HAVE BEEN IN CONSTANT PAIN SINCE JANUARY 2017 [geschrieben im September 2019]. The pain turned into a burning in the scrotum skin and burning on both thighs. Went back to the VAS doc who denied any connection and told me it was all in my head. I even contacted a few attorneys, but no one was interested. You are truly on your own when things go south.

Freitag, 6. September 2019

WIEDER DIESER GAP ZWISCHEN 1 UND 6 PROZENT

Die «PraxisDepesche» (https://www.praxis-depesche.de/nachrichten/notfalls-macht-man-den-eingriff-rueckgaengig), ein Fachforum, meldet (immerhin! Lange wurde es ganz verschwiegen!), dass «1 bis 6%» der Männer nach einer Vasektomie an Komplikationen leiden, meist an einem Schmerzsyndrom. Und wieder staunt der Laie: Man kann nach Hunderttausenden von Eingriffen (vor allem in den USA) nicht genauer sagen, wie viele Männer betroffen sind? Da spricht die Seite https://www.postvasectomypain.org doch eine andere Sprache: Dort kann man sehen, wie Tausende schwerste Schmerzzustände haben und noch viel mehr zumindest ‹moderate› Beschwerden. Von daher vielleicht der Unterschied? – Aber eben: Wer will schon ‹nur› moderate Beschwerden, wenn man vor der Operation meist versprochen bekommt, dass «alles kein Problem» sein wird?
Und übrigens: So rasch-rasch (wie das bei Problemfällen suggeriert wird) und billig ist der Eingriff auch nicht rückgängig zu machen: In der Schweiz kostet das gerne gegen 10'000 Franken.

Mittwoch, 28. August 2019

WIEDER UND WIEDER UND WIEDER: MAN SOLLTE ZUERST NUR DIE RECHTE HÄLFTE MACHEN LASSEN

Ich habe darüber schon einmal geschrieben, es bleibt aber wahr: Man sollte bei der Vasektomie wie bei einer Augenoperation (Grauer Star) nur eine Seite zuerst machen lassen – und zwar die rechte Seite! Viele Männer haben links viel mehr Schmerzen als rechts, siehe zur Abwechslung hier: https://www.postvasectomypain.org/t/here-am-i-and-my-pain-vas-one-month-ago/4539/2. Wenn man(n) nun zuerst nur rechts den Eingriff vornehmen liesse und schon da bleibende Schmerzen hätte, wüsste man wenigstens, dass diese eher kleiner sind, als jene es wären, die links kommen würden. Aber es geht auch hier halt ums Geld: Wer will schon zwei Mal zahlen, vor allem die Krankenkassen sicher nicht, die in der Schweiz meist die Hälfte des Eingriffs übernehmen. Trotzdem lohnte es sich vielleicht, wenn man daran denkt, wie viele Nachfolgebehandlungen sich einsparen liessen durch diesen Kniff: Wer schon rechts Schmerzen verspüren würde, wüsste halt: Vasektomie links unbedingt unterlassen!

EIN GROSSES PROBLEM: HASS WIRD AUF DIE PARTNERIN PROJIZIERT

Ein grosses Tabu rund um die Vasektomie ist es, dass viele Männer, die nach dem Eingriff ein langjähriges Schmerzproblem haben, die Wut auf den Arzt und den Frust mit den Schmerzen langsam auf die Partnerin übertragen: «Die war das doch, weswegen ich den Eingriff überhaupt machen musste etc.!» – Dabei trifft ja meist den Arzt die Hauptschuld, wenn er nicht aufgeklärt hat. Oder es ist ein Problem, dass es für Männer ausser dem Kondom und der Vasektomie eben keine alternativen Verhütungsmittel gibt, die sehr sicher sind.
Aber dass dieser Hass oft aufflammt, kann man hier etwas entnehmen: https://www.postvasectomypain.org/t/lyrica-and-counselling-helping/2598: Denn wenn ein Mann schreibt, die Beziehung zu seiner Frau sei nun wieder viel besser, heisst das umgekehrt eben: Vorher war fast nichts mehr in Ordnung. Es ist ein menschlich zwar verständliches Gefühl, aber es sollte nicht sein.
Trotzdem meint das auch hier wieder: Liebe Ärzte, klärt doch bitte die Paare vorher wirklich auf, dass nach einer Vasektomie bis zu 15 Prozent der Männer jahre- oder zumindest monatelang starke Schmerzen haben.

Mittwoch, 31. Juli 2019

STUDIE EINES STUDENTEN

Ich konnte die Studie eines Studenten an einer Schweizer Universität einsehen. Er hat untersucht, wie viele Männer nach einer Vasektomie Probleme haben. Dazu hat er einen Monat lang (und logischerweise jeweils nach drei und neun Monaten) an einem Schweizer Spital jeden Mann, der für diesen Eingriff kam, vorher und nachher befragt. Hier die Ergebnisse:
Nach 9 Monaten haben 6.25 Prozent der vasektomierten Männer neue Schmerzen in der Lendengegend (seit dem Eingriff; nach drei Monaten waren es noch 15 Prozent). 2 Prozent der Männer haben nach der Vasektomie «psychische Probleme damit». Allerdings haben noch mehr, nämlich bei 4 Prozent der vasektomierten Männer, die Partnerinnen nach dem Eingriff Mühe (sie sehen ihren Partner – obwohl der Wunsch zur Vasektomie oft von ihnen her kommt – nicht mehr als «ganzen Mann»). 1 Prozent fand durch den Eingriff heraus, dass sie eigentlich noch Kinder wollen. So wie bei 2 Prozent der Männer wiederum die Frauen sich melden und sagen, es sei ihnen nach der Operation beim Lebenspartner klar geworden, dass sie eigentlich noch Kinder wollen. Ganz am Ende gibt es knapp 1 Prozent von Männern, die «sonstige Probleme» haben wie Narbenwucherungen, Wasserhoden gleich nach dem Eingriff usw.
Damit haben also nach 9 Monaten gut 15 Prozent der Männer ein Problem mit der Vasektomie und bereuen es «schwer». Aber auch jene weiteren knapp 9 Prozent, die bis zu neun Monaten Schmerzen hatten, «würden es nicht wieder machen lassen».
Alles in allem bereut es knapp ein Viertel der Männer, den Eingriff vorgenommen zu haben.
(Es muss gesagt werden, dass die Studie nicht aus einer Medizischen Fakultät stammt.)

Dienstag, 18. Juni 2019

OPER (UNTER ANDEREM KOMMT EINE VASEKTOMIE DRIN VOR)

(Allerdings kommt die Vasektomie nur in den so genannten "Gedankentürmen" vor; es hat einen psychologischen Einfluss auf eine Figur. Vermutlich ist das aber das erste Mal, dass eine Vasektomie in einer Oper vorkommt!)
Uraufführung der Oper LAST CALL von Michael Pelzel (Musik) und Dominik Riedo (Libretto) im Opernhaus Zürich am 28. Juni 2019 um 19 Uhr. Weitere Termine: 30. Juni / 4. Juli / 6. Juli – immer um 19 Uhr: https://www.opernhaus.ch/spielplan/kalendarium/last-call/season_50348

Samstag, 8. Juni 2019

FRÜHERE STUDIEN HATTEN DOCH RECHT!

Nun hatten frühere Studien, die angezweifelt wurden, doch recht! Eine gross angelegte Studie in Dänemark (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31119294), die Männer ab Jahrgang 1937 untersuchte, kam zum Schluss, dass Männer mit einer Vasektomie eher Prostata-Krebs bekommen als Männer ohne Vasektomie (zwar nur 1.15 Mal mehr, trotzdem, das sind ungefähr 15 Prozent). Und während es bei den Frauen durch die Einnahme der Pille auch eher zu einem bestimmten Krebs kommen kann, dafür zu einem anderen weniger, gibt es solch einen ausgleichenden Vorteil bei den Männern mit Vasektomie nicht.
Ab jetzt gilt der belegte Grundsatz: Eine Vasektomie als Arzt noch durchzuführen ist unethisch. Zumindest muss auf diese Studie aufmerksam gemacht werden.

Freitag, 24. Mai 2019

DEMENZ AUFGRUND VASEKTOMIE

Achtung: Das ist nun wirklich noch nicht erwiesen. Aber es gab um 2007 herum eine kleine Studie, die zeigte, dass vasektomierte Männer ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Demenzform haben. Siehe zum Beispiel bei der ‹ÄrzteZeitung› (https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/438263/erhoeht-vasektomie-demenzgefahr.html), beim ‹Deutschlandfunk› (https://www.deutschlandfunk.de/meldungen-liste-forschung-aktuell.1508.de.html?drn:news_id=82328) oder auf ‹fitpedia› (https://fitpedia.com/performance/gesundheit/vasektomie-erhoeht-demenzrisiko). Allerdings heisst es wie gesagt bei allen seriösen Quellen: Das sei noch nicht genug erwiesen und bedürfe weiterer Abklärung. Aber: Bis das Gegenteil bewiesen ist, zeigt auch die erwähnte kleine Studie, dass noch ungeahnte Folgen auftauchen können. Also einmal mehr: lieber keine Vasektomie!

Montag, 13. Mai 2019

ALLES NUR PSYCHISCH? – TROTZ KLAREN ZAHLEN, DIE PSYCHISCHES AUSSCHLIESSEN?!

Das Post-Vasektomie-Syndrom, das aber richtig eher Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom heissen sollte, nennen viele Urologen immer noch ein «psychisches Problem». Die betroffenen Männer würden sich das einreden. Aber warum gibt es dann eine äusserst klare Differenz zwischen den Schmerzen im linken Hoden und dem rechten? Und warum ist das nicht etwa gleich verteilt, also dass etwa die Hälfte der Betroffenen findet, rechts schmerze mehr, und die andere Hälfte würde sagen, links schmerze mehr? Denn auf https://www.postvasectomypain.org, wo man(n) auch sonst viele Informationen zum Vasektomie-Syndrom findet – unter anderem, dass es jährlich x-tausende von Betroffenen gibt, findet man auch die Frage, ob einem Betroffenen die rechte oder linke Seite mehr schmerze (https://www.postvasectomypain.org/t/poll-which-side-hurts-more/4412). Angezeigt bekommt man das Resultat erst, wenn man sich auf der Seite als Nutzer eintragen lässt, was verhindert, dass das Resultat der Frage allzu sehr verwässert wird durch «Falsch-Angeber». Wenn man mitmacht (der MAE – siehe allererster Eintrag dieses Blogs – hat mitgemacht), erfährt man eben, wie es prozentual aussieht: 64 Prozent der Männer sagt, links schmerze deutlich unterscheidbar mehr als rechts. 5 Prozent sagt, beide Seiten schmerzten gleich. Und 31 gibt an, dass die rechte Seite mehr schmerze. Aber das heisst, dass der linke Hoden bei mehr als doppelt so vielen Männern stärker betroffen ist als rechts. Wenn es eine rein psychische Sache wäre, denke ich, würde sich das nicht derart deutlich unterscheiden.

Was man daraus für Konsequenzen ziehen könnte? Ich würde, wenn man UNBEDINGT eine Vasektomie machen möchte, nur die rechte Seite operieren. Wenn man da schon Schmerzen bekommt, würde ich die linke Seite nicht machen lassen. Denn selbst wenn man betroffen wäre, ist es meist weniger schlimm auf der rechten Seite – aber trotzdem wüsste man, dass es keine gute Idee war. Wenn man(n) beide miteinander macht, hat man als irgendwie Betroffener eh Pech.

Mittwoch, 8. Mai 2019

MITTELHOHE ENTSCHÄDIGUNG FÜR UROLOGEN-OPFER IN DEUTSCHLAND

In Deutschland sind sie der Schweiz voraus. Ein Mann, dem vor einer Vasektomie nicht dargelegt wurde, dass eine Vasektomie lange andauernde Schmerzzustände verursachen kann, erhielt in zweiter Instanz soeben einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag zugesprochen. Das Opfer überlegt sich noch, den Vergleich anzunehmen – oder aber auf mehr zu klagen. (Siehe: http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/ein-kleiner-schnitt-fuer-den-urologen-ein-schnitt-ins-verderben_44_570.html) – In der Schweiz hat der MAE (siehe allererster Blogeintrag dieses Blogs), dem nicht nur nichts von Schmerzen gesagt wurde, sondern dem sie vor der Vasektomie sogar noch konkret verleugnet wurden, bisher gerade einmal 10.000 Franken zugesprochen erhalten.

Mittwoch, 17. April 2019

EIN WEITERER BETROFFENER UND SEINE BELEGE

Ein weiterer Betroffener aus den USA führt (auf Englisch) seinen Blog und trägt Berichte und Beweismaterialien zusammen, dass es das Post-Vasektomie(-Schmerz)-Syndrom wirklich gibt und dass es die Lebensqualität erheblich einschränkt. Hier ist die allgemeine Seite: https://www.reddit.com/r/postvasectomypain. Und hier seine Linksammlung zu offiziellen urologischen Gesellschaften, die angeben, wie hoch die Betroffenenzahl laut Studien in ihrem Land sei: https://www.reddit.com/r/postvasectomypain/comments/9v173j/how_common_is_chronic_pain_after_vasectomy/. Der Totalschnitt liegt knapp über 8 Prozent! Also eigentlich viel zu hoch, um den Eingriff überhaupt noch durchzuführen.

ÄRZTE UND KUNST

Allgemein mag man in der Bevölkerung denken, Ärzte verstünden was von Kunst. Zumindest sind sie selber «Künstler mit dem Skalpell». Nun, wenn sie das wirklich wären, hätten sie wohl mehr Verständnis gehabt für die Situation gewisser Ausnahmekünstler. Auch wenn es Psychiater sind – denn auch sie mussten lernen, wie man mit dem Skalpell umgeht.

Aber eben, sehen wir uns einmal den Fall Jakob Klaesi an. Ein Psychiater, der von 1883 bis immerhin 1980 lebte, und von 1923 an Oberarzt bzw. Leiter in verschiedenen Psychiatrischen Anstalten, vor allem in Basel und Bern, wo er es sogar zum Rektor brachte. Er gilt bis heute weitherum als wichtige Fachkraft. – Und dies, obwohl er vor und während des Zweiten Weltkriegs offen antisemitisch war und noch 1944 einen Ehrendoktorat der Universität Frankfurt entgegennahm, überreicht unter anderem auch mit der Begründung, Klaesi zeige stets aufrichtige Verehrung für Deutschland.

Solch ein zurückgebliebener Denker aber durfte dann den Schriftsteller Robert Walser endgültig zum Schweigen bringen, indem er ihn durch einen Verwaltungsakt von unbefangenster Gefühlsrohheit aus der Waldau wies, wo er eigentlich bleiben wollte, und ein Jahr später den Schriftsteller Friedrich Glauser mit der Zusammenfassung und Diagnose «Moralischer Defekt» versehen. Weiter: «Masslosse Überheblichkeit und bei so geringer Intelligenz, dass sie gerade für eine schriftstellerische Tätigkeit seiner Gattung noch ausreicht.» Während die Bücher von Glauser heute gelesen werden, findet man die belletristischen dieses famosen Professors zum Glück kaum mehr. Dessen ‹Intelligenz› brachte solch Schmarrn zustande wie «Jesus. Dramatische Messe» (1945!) und «Gott und seine Zweifler. Dramatische Messe in einem Aufzug» (1954!), beide tatsächlich publiziert.

Solche Karrieren gehören heute angeprangert, auf dass auch die heutigen Herren Doktorn nicht mehr immer als Götter in Weiss gesehen werden, sondern eher als Blankhirne, die sich kaum um anderes als ihre eigene kleine Welt kümmern. Gerade bei Psychiatern ein ernsthaftes Problem.

Warum also dieser Eintrag: MAN TRAUE ÄRZTEN NIE. MEIST SIND IHRE MEINUNGEN NACH FÜNF BIS SPÄTESTENS ZEHN JAHREN WIDERLEGT.

Montag, 15. April 2019

ZUM VORHERIGEN BEITRAG

Bei meiner Hausärztin sah ich heute eine Broschüre aufliegen, worin es heisst, dass in der Schweiz die Ärzte und ihre Familienangehörigen jene Bevölkerungsgruppe sind, die mit Abstand am wenigsten Operationen machen lassen. Sie wüssten um die Risiken, die jede Operation darstelle. Ihren Familienmitgliedern also sagen sie das, aber ihren Patienten …? Der Hippokratische Eid ist hierzulande und heute doch nur noch reine Farce.

FALSCHE ERWARTUNGEN VON SCHMERZTHERAPIEN

Diese Webseite (http://schmerztherapie-kritik.de) weist darauf hin, dass oftmals, wenn bei einem Schmerzpatienten eine Schmerztherapie nicht greift, dem Patienten zumindest unterschwellig die Schuld gegeben wird. Er habe die Therapie nicht sorgfältig umgesetzt oder widme sich zu viel dem Schmerz selbst.
Zu Letzterem: Wer je über Monate einen starken Schmerz hatte, wird (hoffentlich noch) wissen, wie schwierig es ist, sich nicht ständig dem Schmerz zu widmen. Was immer und stetig fest schmerzt, kann nicht einfach weggedacht werden. Und falls eine Therapie eben von einem Schmerzpatienten nicht wirklich mit erträglichem Aufwand umgesetzt werden kann, ist halt eben die Therapie zu hinterfragen.
Vor allem aber lässt die Schmerz behandelnde Zunft etwas ausser Acht: Meist sind es ihre Kolleginnen und Kollegen, die einer Patientin oder einem Patienten durch einen Fehler oder mangelnde Aufklärung (würde vor freiwilligen Operationen wirklich bis ins kleinste Detail aufgeklärt, würden viele Menschen eine solche Operation nicht machen; aber gerade elektive Operationen, die nicht durch Absprachen mit Krankenkassen preisüberwacht sind, verschaffen den Ärzten hohe Einnahmen, darum haben sie kein Interesse, Patienten davon abzuhalten).
Einmal mehr: Die beste Art, keine Schmerzen zu bekommen, ist es, möglichst wenig operieren zu lassen. Dies sollte wirklich nur das allerletzte Mittel sein, wenn es sonst garantiert schlimmer würde als nach einer Operation.

Donnerstag, 28. März 2019

BLOG DER VASEKTOMIE-GESCHÄDIGTEN ERREICHT 200'000 CLICKS

Der Blog der vasektomiegeschädigten Männer (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/post-vasektomie-schmerzsyndrom_44_.html), den es in Deutschland in der aktuellen Form seit November 2016 gibt, hat heute 200'000 Clicks erreicht. Das sind etwa 7000 Clicks pro Monat oder etwa 230 Clicks pro Tag. Wie schon mehrmals gesagt: Das belegt, dass es das Schmerzphänomen Post-Vasektomie-Syndrom oder allgemein Probleme nach Vasektomien nicht derart selten gibt, wie einen die Urologen weismachen wollen.

Donnerstag, 7. März 2019

EIN BETROFFENER ERZÄHLT

Beim «men’s health forum» erzählt ein Betroffener, wie schlimm es für ihn 18 Monate lang war:
I never really got a satisfactory explanation afterwards and post vasectomy pain (PVP) was never mentioned before the procedure. Perhaps things have improved now. The pain affected me mentally as well as physically. I was traumatised – that’s not too strong a word.

Und ein Arzt bestätigt diese Aussagen und sagt, dass etwa 15 Prozent von den Schmerzen betroffen sind:
Some colleagues are still sceptical about PVP but, now a lot of men have had the snip, attitudes are changing. I’d say around 15% of men have some sort of PVP.

Und der Arzt erklärt weiter:
Don’t underestimate it. I’ve seen guys off work, family and relationships ruined. Colleagues at a local pain clinic tell me that 15% of their patients are there for PVP.

Mittwoch, 6. März 2019

WEITERE BELEGSEITEN IM INTERNET

Es ist wieder mal an der Zeit, weitere Belegwebseiten für die ziemlich häufig auftretenden (mindestens 5 Prozent der vasektomierten Männer sind ein Leben lang betroffen, 1 bis 2 Prozent so stark, dass es die Lebensqualität massiv einschränkt; etwa 15 Prozent sind monate- bis jahrelang betroffen – deshalb die verschiedenen Zahlen im Internet) Schmerzen nach einer Vasektomie zu sammeln. Und zwar alles Seiten von Ärzten oder seriösen Wissenschaftlern:
1)    Eine Klinik, die Vasektomien anbietet:
-       Chronic pain, which can happen for 1 to 2 percent of those who have surgery
-       Fluid buildup in the testicle, which can cause a dull ache that gets worse with ejaculation
-       An abnormal cyst (spermatocele) that develops in the small, coiled tube located on the upper testicle that collects and transports sperm (epididymis)
-       A fluid-filled sac (hydrocele) surrounding a testicle that causes swelling in the scrotum


2)    Focus-Arztsuche.de:
-       Bei einer Vasektomie können auch Langzeitfolgen auftreten. Beispielsweise können als Spätfolge einer Vasektomie chronische Schmerzen im Hodenbereich entstehen. Manchmal verstärken sie sich bei sexueller Aktivität.
-       Manchen Männern schlägt auch das Wissen, zeugungsunfähig zu sein, auf die Psyche – oder sie fürchten, durch die Vasektomie eher Prostatakrebs zu bekommen. Einer Meta-Studie aus dem Jahr 2017 zufolge könnte die Wahrscheinlichkeit zu erkranken tatsächlich ein klein wenig größer sein. 


3)    Eine Klinik in Birmingham hat sich auf das Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom spezialisiert:


4)    Die «Health-Line» gibt auch Auskunft über das Schmerz-Phänomen, das Urologen in der Schweiz und Deutschland (und in Österreich) VOR einer Vasektomie kaum einmal erwähnen; DANACH kennen es immer alle Ärzte – schliesslich leiden ja dann auch mindestens 5 Prozent der Patienten daran:

Montag, 25. Februar 2019

SCHUTZ FÜR REICHE ÄRZTE

Wenn in der Schweiz ein Arzt einen groben Fehler macht, so heisst das noch lange nicht, dass er danach vor Gericht kommt. Denn wenn er nicht an einem Spital angestellt ist, sondern selbst eine Praxis hat, kontrolliert ihn niemand. Sogar wenn ein Patient ganz sicher weiss, sogar beweisen könnte, dass der Arzt schuldig ist, so muss er doch nach der neuen Zivilprozessordnung die Gerichtskosten aus eigener Tasche selbst vorschiessen (bei einem aktuellen Fall in Bern waren das 144'000 Franken). Was es fast unmöglich macht, dass eine weniger gut betuchte Privatperson klagen kann. Ein Arzt vermag sich das zu leisten. Aber ein normaler Patient der Unterschicht, der unteren Mittelschicht sicher nicht. Und so was nennt sich dann «gerechte Schweiz».

Montag, 18. Februar 2019

KLEINER SIEG? - ZUMINDEST EINE GUTE PROGNOSE

Die Schweiz hat als politisches System der Legislative zwei Kammern: den Nationalrat und den Ständerat. Letzterer ist viel kleiner und gilt als tief rückständig, verglichen mit dem Nationalrat, der oft viel progressiver und weitsichtiger ist. Nun hat sich der Ständerat gerade eben gegen eine unabhängige Ärztekontrolle ausgesprochen; die Ärzte dürfen sich selbst kontrollieren! (Und das ist auch der Grund, warum ich das erwähne: Dies macht genau solche krassen Idiotien möglich wie ein Urologe Andrea Futterlieb, der im Juni 2017 stolz sagte, er habe seit über fünf Jahren keine Studien mehr gelesen. Sich gleichzeitig ab getraute, meinem Freund zuzusichern, dass er «garantieren» könne, dass bei einer Vasektomie nie etwas Schlimmes geschehe; der Freund hat jetzt ein Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom.) – Wenn das nun aber der Ständerat sagt, kann man fast ganz sicher sein, dass es in Zukunft anders kommen wird. Also warten wir doch wenigstens froh hoffend darauf, dass endlich eine unabhängige Qualitätskontrolle bei den Ärzten kommt!

Sonntag, 10. Februar 2019

UND DANN NOCH DIES

«Was auffällt ist, dass seltener die OP selbst Unmut erzeugt, sondern eher die Umgebung. Häufig fühlen sich Patienten, die den Eingriff ambulant in einer Praxis oder in einer normalen Klinik mit urologischer Station durchführen lassen von Pflegepersonal oder Ärzten hastig behandelt. Hier empfiehlt es sich scheinbar ein Haus zu wählen, dass sich auf Urologie spezialisiert hat, wo solche Eingriffe Routine sind und die Schwestern und Pfleger entsprechende Fortbildungen und Erfahrung haben.» (https://www.vasektomieinmuenchen.de/aktuelles/auseinandersetzung-mit-erfahrungsberichten.html) – Aber haben Sie gewusst, dass es in der Schweiz legal ist, dass ein Urologe, der Vasektomien zu seiner Hauptoperation macht, über fünf Jahre lang keine neuen Studien mehr gelesen haben muss? Es verpflichtet ihn offenbar nichts dazu.

GEWISSENLOSE UROLOGEN SIND FAST WIE KZ-ÄRZTE

Es wird viel Schimpfe geben für diesen Eintrag, aber: Was unterscheidet eigentlich Urologen, die an einem Mann herumoperieren, ohne ihn vorher umfassend aufgeklärt zu haben (ich meine: bei einer elektiven Operation; nicht bei einer zwingend nötigen), ethisch betrachtet von einem NS-Lagerarzt, der auch, ohne seine unfreiwilligen Patienten zu informieren, einfach Tests durchführte? Denn mit dem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom ist der unwissende Patient danach ein Leben lang grausam mit Schmerzen bestraft – genau so, wie es eben einem KZ-Häftling gehen konnte. Und auch der heutige Patient kann daran sehr wohl sterben, wenn er nämlich vor lauter Frust in den Suizid flüchtet.

Man muss Schweizer Ärzten bei freiwilligen Operationen mehr auf die Finger (und ins Portemonnaie) schauen!

Samstag, 9. Februar 2019

EIN ANDERER KRASSER FALL

Heute habe ich einem anderen Patienten geholfen, der fast gleich betrogen wurde wie mein Freund, von dem hier oft die Rede ist. Aber man sehe die Erklärungen, die wir heute an seine Krankenkasse sandten (Ausschnitt):
«Wie Sie richtig informiert sind und mir im Brief vom ??.??.???? schreiben, konnte ich mich mit der Versicherung des damaligen Arztes einigen. In diesem Fall (also ich versus Dr. Xyz) reichte schon nur die eine Nachlässigkeit des Arztes, dass er «mündlich und schriftlich zu wenig auf das Risiko eines Post-Vasektomie-Schmerz-Syndroms» eingegangen sei (siehe beigelegter aussergerichtlicher Vergleichsvertrag).
Sie schreiben mir nun, und ich unterstütze das sehr gern, wie die ABC davon profitieren könnte. Ich denke mir, am besten auch in einer aussergerichtlichen Einigung mit der DEF Versicherung. Denn der betreffende Anwalt, Herr Xyz Xyz, ist nach einer nur leichthin fallengelassenen Androhung, vor Gericht zu gehen, sofort eingeknickt. Ich denke, er wie auch Herr Doktor Xyz wissen sehr genau, dass der Arzt zahlreiche Fehler gemacht hat:
-       Der Arzt hat mir nichts über das Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom gesagt und es war nicht auf dem Voraufklärungsblatt erwähnt.
-       Ich habe unmittelbar vor der Operation die Einwilligung unterschrieben. Was nach Bundesgerichtsurteil bei einer elektiven Operation nicht zulässig ist. Das Datum ist klar der ??.??.???? und die Operation fand um ??:?? statt.
-       Generell war die Voraufklärung schlecht. Der Arzt sagte mir zum Beispiel nicht, dass er die Wunde zunähen würde. Das sagte er erst, als er es gerade in Angriff nahm. Dies ist bei diesem Eingriff nicht nötig und ich hätte es anderswo gemacht, wäre ich zuvor darüber informiert worden. Auch wurden als Komplikationen nur eine mögliche Rekanalisation und mögliche Blutgerinnsel erwähnt (siehe Aufklärungsblatt). Keine Epididymitis, kein mögliches Gangrän, nichts davon, dass bei einer Operation immer ein kleines Restrisiko bleibt.
-       Ich habe klar meine Angst signalisiert und mein Zögern. Doktor Xyz hätte mich – wie das das Pflichtenheft der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie vorsieht – auch über Alternativen aufklären müssen. Das tat er nicht.

Gerne helfe ich Ihnen auch mit mehr Material, einer Zeugenaussage oder beantworte andere Fragen.

Ich wäre sehr froh, zu erfahren, wie Sie in dem Fall weiter zu verfahren gedenken.»


Liebe Männer, lasst Euch nicht mehr abschrecken! Die Versicherungen geben mehr und mehr klein bei, wenn Euch der Arzt nicht über das Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom aufgeklärt hat.

Sonntag, 27. Januar 2019

PRODUCT PLACEMENT MIT VASEKTOMIEN

Ein Freund von mir in den USA arbeitet an einer breit angelegten Studie zu Product Placement in Fernsehsendungen. Dabei hat er auch herausgefunden (in Interviews mit den Produzenten verifiziert), dass in den USA die Urologischen Gesellschaften in vielen Fernsehserien durch «Product Placement» (es wird zum Beispiel wie beiläufig gesagt, dass eine Vasektomie bei A sehr gut gegangen sein und B nun auch eine wolle etc.) für Vasektomien werben. Eins der bekanntesten Beispiele ist zum Beispiel «Big Bang Theory». – Nur, falls man sich wundert, warum man in Fernsehserien so selten etwas Negatives über Vasektomien hört.

Sonntag, 20. Januar 2019

DAS UNDISZIPLINIERTE DENKEN DER ÄRZTE

Es sollte schon lange ein Klassiker sein: Das vor 100 Jahren erschiene Buch des Psychiaters Eugen Bleuler (1857–1939) mit dem sprechenden Titel «Das autistisch-undisziplinierte Denken in der Medizin und seine Überwindung» (1919). Bleuler benennt darin den Hauptfehler vieler Ärzte: Dass sie viel zu schnell zu einer Diagnose kommen, weil sie gar nicht richtig auf den Patienten eingehen, ihn viel zu rasch als sowieso üblichen Fall abtun, weil sie sich kaum einmal ausserhalb ihres Systems bewegen oder von einem Fall auszugehen bereit sind, der eben nicht in der üblichen Art und Weise zu lösen wäre. Falls es ›üblich‹ und ›normal‹ überhaupt gibt. – Von der angestrebten Überwindung sind wir auf jeden Fall noch weit entfernt, gerade, weil die Ärzte eben nicht selbst starke Individuen sind, die ein Gespür entwickeln dafür, dass bei jedem einzelnen Fall gewissermassen eine wortwörtliche Kasuistik vorliegt, zumindest was den Voraufklärungsbedarf, den Umgang mit dem Fall und mögliche Einschränkungen oder die Nachbetreuung betrifft. Vielmehr können viele Ärzte nach intensiver Beobachtung (deswegen kann ich auch sagen: Es gibt Ausnahmen, besonders viele in der Neurologie) und aufgrund ihres Habitus einem bestimmten Typus zugeordnet werden, der sie kleidet wie eine Uniform, die ich selbst lieber nicht anziehen möchte.
All dies kommt eben auch zum Tragen, wenn Ärzte ›untersuchen‹ (sie untersuchen eben nicht, sondern sagen meist einfach JA), ob der vor ihnen sitzende Mann ein wirklich geeigneter Kandidat für eine Vasektomie sei. Denn die Fälle der Schmerzpatienten nach einer Vasektomie liesse sich vermutlich senken, wenn man eine wirklich eingehende Vorabklärung durchführen würde.

Dienstag, 15. Januar 2019

«SIEG! GROSSER SIEG!»

Noch im September 2018 hatte die Urologische Klinik am Inselspital Bern das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom nicht auf ihrem Aufklärungsbogen, der dem Patienten vor dem Eingriff abgegeben wird. JETZT, nach erneuter Einsprache von mir, haben sie es drauf!
In aller Deutlichkeit steht da: «Der Eingriff kann mit folgenden spezifischen Komplikationen und Konsequenzen verbunden sein:
-       Postvasektomie Schmerzsyndrom
-       Wundheilungsstörung
-       Kurzfristiges Anschwellen im Wundbereich
-       Entzündung von Hoden und Nebenhoden
-       Samengranulome
-       Wiederdurchgängigkeit der Samenleiter
Wie bei jeder Operation können während des Eingriffs und im weiteren Verlauf auch allgemeine Komplikationen auftreten, wie zum Beispiel: Blutung, Wundinfektion, Schmerzen, Thrombose, Embolie oder überschiessende Narbenbildung.» [Hervorhebungen durch das Spital]
Leider steht zwar immer noch nichts da von den möglichen Zahlen, die selbst vom Inselspital, vor allem von der Schmerzklinik, nicht bestritten werden: Beim Post-Vasektomie-Syndrom sind das nämlich im Minimum 2.5 Prozent (also ohne die Dunkelziffer und als tatsächliche Zahl der Fälle im Kanton Bern). Weiter kann auch die Nebenhodenentzündung (man beachte, dass da eben NICHT «kurzfristig» o. Ä. steht) chronisch werden und ein Leben lang Schmerzen verursachen – und zwar mindestens bei einem weiteren Prozent der Patienten, was auch die Urologen selbst zugeben. Damit bereuen es mindestens 3.5 Prozent der Männer ganz fest, eine Vasektomie vorgenommen zu haben. Und das geht nur von diesen beiden Komplikationen aus. Für weitere sehe man sich die vielen Beiträge dieses Blogs an.

Sonntag, 6. Januar 2019

DER WIEDER ANDERE FALL

Da gibt es die andere krasse Geschichte eines Schriftstellerkollegen von mir. Er liess auch eine Vasektomie vornehmen – und auch ihm wurde weisgemacht, das sei eine kleine Sache, da könne gar nichts Grosses passieren. Er allerdings holte sich bei dem betreffenden Urologen durch die Operation eine Blutvergiftung und wäre fast daran verstorben. Als das dann durch war, trat eine Epididymitis auf, die wiederum mit Antibiotika behandelt wurde, allerdings einem anderen als zuvor bei der Blutvergiftung. Der Körper reagierte darauf mit einem anaphylaktischen Schock und der Patient wäre fast verstorben. Alles nur, weil er zu einer Vasektomie überredet wurde (der betreffende Urologe war – war! – sein Freund).

IMMERHIN

Auch auf der Webseite dieses Urologen (https://www.vasektomiezentrum-nordwest.de/risiken-und-nebenwirkungen) wird der Post-Vasektomie-Schmerz verharmlost («… sollten sie keine Schmerzen verspüren …»; «… ein leichtes Ziehen …»; «… eine Druckschmerzhaftigkeit …»; «in der Regel moderat …» etc.) Aber immerhin weist er auf eine beträchtliche Anzahl weiterer Komplikationen hin (falls man das sonst nicht glauben will; aber hier sagt es also ein Urologe schriftlich): Nachblutungen / Infektionen (die im Falle eines Abszesses zu einer Nachoperation führen, was immerhin 1 Prozent der Männer durchmacht) / Bindegewebswucherungen (die hat man dann für immer; da der Arzt beim Abszess «extrem selten» sagt, bei den Wucherungen aber «sehr gering» darf man annehmen, dass das mehr als 1 Prozent passiert) / Die Samenleiterenden können wieder zusammenwachsen (er sagt, es passiere 0,1 Prozent) / unschöne und störende Narbenwucherungen (und wieder muss man es sich ausdeutschen: «extrem gering» heisst wohl wie bei den Infektionen, wo auch «extrem» steht: 1 Prozent) / «bloss» (!) erbsengrosse Verhärtungen im Bereich des Nebenhodens (da auch wieder «sehr» steht, wie bei den Wucherungen, wird das mehr als 1 Prozent der Vasektomierten betreffen) / Ein Hodenverlust (!) ist möglich (hierzu schreibt er keine Zahlen; dürfen wir annehmen: knapp 1 Prozent?).
Alles zusammen macht das sicher mehr als 5 Prozent! Und es fällt auf, dass dabei nur Probleme erwähnt werden, die sichtbar bzw. ertastbar sind. Die möglichen lebenslangen Schmerzen werden von den Urologen gerne verleugnet. Ich weise hierzu nochmals auf die weltweit umfassendste medizinische Studie zum Thema Schmerz nach Vasektomie hin, die von 15 bis 20 Prozent von Betroffenen Männern spricht, die nach sieben Monaten noch Schmerzen haben (https://vasectomy-information.com/post-vasectomy-pain-syndrome-scientific-review.), viele davon dann ein Leben lang.
Wenn man also die zugegebenen über 5 Prozent nimmt plus dann noch die Schmerzstudie betrachtet, muss man(n) einmal mehr schliessen, dass VERMUTLICH EIN FÜNFTEL BIS EIN VIERTEL DER MÄNNER die Vasektomie aufgrund von Komplikationen bitter bereuen.

Die Urologen sollen endlich ehrlich sein bei der Voraufklärung!

Samstag, 5. Januar 2019

FRAUEN - UND JETZT MÄNNER

Über die Weihnachtstage war die Meldung in den Zeitungen, dass in Rom ein männliches Kleinkind nach einer Beschneidung verstorben ist. Einem Mädchen kann das in der Schweiz offiziell wenigstens nicht mehr passieren. Denn hier wurde das Beschneidungsverbot für Mädchen vor einiger Zeit gesetzlich durchgebracht. Dass man dabei die Knaben vergessen hat, passt ein wenig ins Zeitbild. Heute schaut man den Ärzten, die in den 1970er- und 1980er-Jahren Hysterektomien viel zu schnell durchführten, weil sich damit Geld verdienen liess, viel besser auf die Finger. Nun müsste dasselbe auch bei den Urologen noch getan werden, die die Männer vor einer Vasektomie viel zu wenig vor den möglichen Folgen warnen, etwa dem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom, das bei mindestens 5 Prozent der Männer jahrelang oder gar ein Leben lang anhält.

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WIE ALLES BEGANN

Nein, ich will nicht alles auf die Frauen schieben. Auch die Männer können einmal ihren Teil zur Verhütung beitragen. Und erst recht möchte...

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