Freitag, 3. Juli 2020

NICHT ERWIESEN - ABER DOCH REALITÄT

Natürlich kann Wissenschaft eigentlich nur anerkennen und daher dann beschreiben, was erwiesen ist. Aber in der Medizin gälte es vielleicht doch, die Patienten ernster zu nehmen, ihre subjektiven Erfahrungen mit einem bestimmten Leiden. Zum Beispiel beschreiben doch ein nicht kleiner Prozentteil von Männern, die eine Vasektomie vornehmen liessen, über Depressionen. Das könnte von einem tieferen Testosteron-Level kommen. Aber: Klar, die Vasektomie sollte eigentlich keinen Einfluss haben auf die Testosteron-Produktion. Doch erstens gibt es auch da eine beträchtliche Menge von Männern, die halt trotz allen Argumenten kurz nach einer Vasektomie – und auch in ihren Dreissigern – sofort einen tieferen Testosteron-Spiegel haben; und zweitens können Depressionen selbstverständlich daher rühren, dass man(n) nun nicht mehr fruchtbar ist etc. (wobei sich die Männer mal zusammennehmen sollen; die Frauen gehen alle durch diese Gefühle hindurch!). Trotzdem, nicht nur mein bester Freund, der MAE (siehe allererster Beitrag vom 3. September 2017) leidet seit der Vasektomie erstmal unter Depressionen, sondern auch auf dem amerikanischen Forum findet man immer wieder Männer, die das vermelden, etwa dieser Patient: https://www.postvasectomypain.org/t/anxiety-and-depression-2-weeks-after-vasectomy/2428. Und ihm antworten weitere, die auch alle Depressionen seit der Vasektomie kennen, etwa so: «No, you aren’t just sad because you are no longer fertile. No, it’s not in your head. There are physical changes that take place in your body following a vasectomy and medicine doesn’t understand it yet. It could be your hormones. Your numbers aren’t awful but you aren’t exactly thriving either.»

Dienstag, 30. Juni 2020

KÖNNEN DIE MÄNNER DIE ÄRZTE VERKLAGEN?

Diese Frage wird auch in amerikanischen Foren oft gestellt (siehe etwa hier: https://www.postvasectomypain.org/t/can-we-sue-for-the-pain/5331). Dort wie auch auf einem Forum in Deutschland (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/post-vasektomie-schmerzsyndrom_44_.html) sind die Antworten eigentlich klar: Falls man irgendwie unterschrieben hat, dass man aufgeklärt wurde, dass man(n) im schlimmsten Fall sogar sterben kann, ist die Chance beträchtlich kleiner. Mein Freund aber, der betroffen ist (der MAE; siehe allererster Eintrag vom 3. September 2017), hatte in der Schweiz nur einen Wisch zu unterschreiben, auf dem EXAKT ZWEI KOMPLIKATIONEN STANDEN: Das mögliche Wieder-Zusammenwachsen des Samenleiters - und einen "Bluthoden", was wohl so was wie Hämatome meinte oder dass sich Blut innerhalb des Hodens sammeln könnte (Für wie dumm halten die Urologen ihre Patienten eigentlich, dass sie so ungenaue Begriffe wählen?!). Auf jeden Fall stand da oder auf der Webseite des Urologen nichts von möglichen dauerhaften Schmerzen ein Leben lang. Darum hatte mein Freund ja dann auch genau Erfolg. Inzwischen ist seine Sache bereits zwei Mal juristisch geregelt worden und er hat beide Mal Recht bekommen, zwei Mal einen Schadenersatz und dazu eine schriftliche Entschuldigung des Arztes, der übrigens auch nicht mehr praktiziert! Also ein voller Erfolg.
Ich rate daher Männern in der Schweiz, die diese Schmerzen nach einer Vasektomie bekommen: VERKLAGT DIE UROLOGEN! Nur so wird auf den Voraufklärungsblättern endlich die Wahrheit stehen, nämlich dass bis zu 5 Prozent der vasektomierten Männer diese Schmerzen ein Leben lang bekommen, und etwa 15 Prozent zumindest für einige Monate. 1 Prozent so schlimm, dass sie das Leben ständig und eben bis zum Tod gewaltig beeinträchtigen.

Mittwoch, 24. Juni 2020

WIE DIE ÄRZTE TEILWEISE SOGAR DIE LITERATUR AUF DEM GEWISSEN HABEN

Ein Professor an der Universität Zürich hat immer mal wieder gesagt, wie sehr Politiker auch der Literatur geschadet hätten, indem sie etwa die beiden Weltkriege angezettelt hätten, wo Tausende Talente starben. Was soll man da über die Ärzte sagen? Zwei meiner deutschen Lieblingsautoren starben durch Arztfehler: Wolf v. Niebelschütz wurde nach einer Tumoroperation nicht genug isoliert und las sich dadurch (der Zusammenhang ist da) eine Lungenentzündung von einem Mutpatienten auf und starb daran. Hans Wollschläger bekam die effektiv falschen Herzmittel. Da wurde sogar auf Schadenersatz zu klagen versucht ... Und wen die Urologen alle durch eine Vasektomie in Schmerzenselend stürzen, wo die Opfer dann nicht mehr schreiben können, mag man(n) sich nicht mal genau ausrechnen. Auf jeden Fall sagen sie auch da stets, sei der Schriftsteller noch so begabt: "Nein nein, das ist kein Problem, da werden Sie höchstens drei Tage leichte Schmerzen haben."

Sonntag, 14. Juni 2020

MÖGLICHE ZUSAMMENHÄNGE

Auf dem Forum der Unabhängigen Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/post-vasektomie-schmerzsyndrom_44_.html) schreibt der User TvG, dass in der Schweiz bei einer Anzeige gegen einen Polizisten (wegen unnötiger oder übertriebener Gewalt, etwa bei einer Festnahme) die Verfahren mangels Beweisen "immer eingestellt" (!) würden (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/und-so-etwas-nennt-sich-rechtsstaat_44_711.html). Amnestie International kennt das Problem und kritisiert auch schon seit Jahren, dass sich dies ändern müsse. Ja, schlimmer noch. Jeder Mensch, der eine Anzeige gegen einen Polizisten macht, selbst wenn er wirklich im Recht stünde, bekommt immer gleich eine Gegenanzeige der Polizei gegen ihn vorgesetzt. Man muss sich das mal vor das innere Auge führen, wie das der Blogger dort auch sagt: Da ist jemand vielleicht wirklich Opfer von unzulässiger Polizeigewalt, er oder sie machen im besten Wissen und Gewissen eine Anzeige - und das erste, was passiert, ist eine Gegenanzeige an das Opfer!
Da ist es also wirklich ähnlich bei den Ärzten, wo - auch da wusste der Blogger dort Bescheid - der Kassensturz einmal ausgewertet hat, dass von 4'000 bis 5'000 Fällen in einem Jahr, in denen jemand gegen einen Arzt versucht juristisch vorzugehen, bloss 3 bis 4 Opfer als solche zu ihrem Recht kommen. Das müsste sich in einem Rechtsstaat dringend ändern. Denn auch diese Zahl kann einfach nicht sein: Es kann nicht sein, dass höchstens 3 bis 4 Fälle von jenen 4'000 bis 5'000, die sich wortwörtlich falsch behandelt fühlen, dass also nur diese 3 oder 4 effektiv falsch operiert oder aufgeklärt oder nachbehandelt wurden. Klar, es könnte ein beträchtlicher Teil der 4'000 bis 5'000 Menschen geben, die einfach unzufrieden sind mit den gesundheitlichen Einschränkungen, die auch bei bester Behandlung gekommen wären; aber doch nicht in 3'996 bis 4'997 Fällen von 4'000 bis 5'000!

Montag, 8. Juni 2020

DIESELBE QUELLE KRITISIERT ABER ANDERE ANGABEN

Und dann gibt es eben jene Angebote von Urologen und Spitälern, die eben dem Patienten VOR der Operation etwas vormachen. Dasselbe Forum (und derselbe Zuträger) analysiert einige dieser Aussagen und kritisiert sie, zu finden hier: https://www.postvasectomypain.org/t/vasectomy-veteran-appeals/5308.

ES GIBT AUCH ÄRZTE, DIE VERSUCHEN WIRKLICH EINE ZUMINDEST NICHT VON VORNHEREIN SCHÖNFÄRBENDE EINSCHÄTZUNG

Hier auf diesem Blog zeige ich immer wieder auf, wie falsch über das Phänomen Schmerzen nach einer Vasektomie aufgeklärt wird. So schlecht sogar, dass selbst einige Urologen wirklich dran glauben, dass diese Schmerzen äusserst selten vorkommen (meinem Freund wurde gesagt: Weniger als eine Promille der Fälle leidet einige Zeit daran; in Wirklichkeit – siehe die Zahlen in diesem Blog – sind es erwiesenermassen mindestens 5 Prozent für mehrere Monate mit schweren Schmerzen (und fast 15 Prozent, wenn man die «leichten» Schmerzen mit dazu rechnet), von denen dann die Schmerzen bei mindestens 1 Prozent ein Leben lang ganz stark bleiben.
Hier aber für einmal gute Bespiele, zusammengetragen vom Post Vasectomy Pain Forum (https://www.postvasectomypain.org/t/satisfactory-messaging-from-medical-authorities/4939):
I’ve been reading through va.gov veteran appeals that include keywords like “vasectomy pain” and found quite a few examples there of men who are applying for disability ratings based on problems resulting from the vasectomy they received while they were serving.
For background, here’s the “Veterans Health Library” statement on “Vasectomy Risks and Complications 2”:
Risks and possible complications of vasectomy
Vasectomy is safe. But it does have risks. They include the following:
  • Bleeding or infection
  • Sperm granuloma. This is a small, harmless lump. It may form where the vas deferens is sealed off.
  • Sperm buildup (congestion). This may cause soreness in the testes. Anti-inflammatory medicine can provide relief.
  • Epididymitis. This is inflammation that may cause scrotal aching. It often goes away without treatment. Anti-inflammatory medicine can provide relief.
  • Reconnection of the vas deferens. This can occur in rare cases. It makes you fertile again. This may result in an unplanned pregnancy.
  • Sperm antibodies. Developing antibodies is a common response of your body to the absorbed sperm. The antibodies can make you sterile. This is true even if you later try to reverse your vasectomy.
  • Long-term testicular discomfort. This may occur after surgery. But it’s very rare.
That introduction though:
Vasectomy is safe. But it does have risks.
LOL.
Ok.
So before you get your vasectomy, this the official story:
  • Long-term testicular discomfort. This may occur after surgery. But it’s very rare.
And after you get your vasectomy, and have chronic pain, this is the official story:
The Veteran asserts that his vasectomy surgery resulted in left testicular pain and swollen, discolored, and disfigured testicles, and that such additional disability was the result of negligence on the part of VA in performing the surgery. The record does not reflect, and the Veteran has not argued, that his vasectomy was performed without his informed consent.
The examiner opined that the Veteran’s current pain was as likely as not due to his vasectomy, citing a medical article entitled “The incidence of post-vasectomy chronic testicular pain and the role of nerve stripping (denervation) of the spermatic cord in its management,” stating that it was estimated that 5 to 33 percent of vasectomized men have post vasectomy pain syndrome that can last a lifetime.
The examiner stated that there was no evidence that the Veteran’s residual vasectomy pain syndrome was the result of carelessness, negligence, lack of proper skill, error in judgment, or similar instance of fault on the part of the attending VA personnel or the result of an event that could not reasonably have been foreseen or anticipated by a competent health care provider.
While the Veteran might contend that his pain syndrome is the result of such negligence, he is not competent to make any such medical determination.
No pain syndrome or other additional disability caused by VA medical treatment was either the result of carelessness, negligence, lack of proper skill, error in judgment, or similar instance of fault on the part of VA in furnishing the Veteran’s November 2005 vasectomy or any other medical or surgical treatment, or an event not reasonably foreseeable.
Compensation under 38 U.S.C. § 1151 for post vasectomy residuals is denied.
Reddit post
Original here
So when you’re considering a vasectomy, long term pain is “very rare”. But if you come back looking for disability compensation due to PVPS, well then chronic pain was “reasonably foreseeable”, and happens to 5-33% of men, and you were warned – so piss off.
They don’t have to give you any assistance for PVPS because the procedure was elective, and:
Elective procedures, such as vasectomy, cosmetic breast reduction, or kidney donation, are not congruent with the provisions required for the purpose of SC of a disease or injury incurred coincident with a Veteran’s active service. However, unusual or unanticipated outcomes resulting in an actually disabling condition that arise as a result of an in-service elective procedure may be subject to SC. (Link) 1
… and chronic pain is, in the judgement of this appeals body, not an “unusual or unanticipated” outcome.
And indeed, they are correct. Chronic pain is a foreseeable consequence of getting a vasectomy.
The record does not reflect, and the Veteran has not argued, that his vasectomy was performed without his informed consent.
My guess would be, however, that the veteran was not given informed consent as described in the same court record:
Informed consent is the freely given consent that follows a careful explanation by the practitioner to the patient or the patient’s surrogate of the proposed diagnostic or therapeutic procedure or course of treatment. The practitioner, who has primary responsibility for the patient or who will perform the particular procedure or provide the treatment, must explain in language understandable to the patient or surrogate the nature of a proposed procedure or treatment; the expected benefits; reasonably foreseeable associated risks, complications or side effects; reasonable and available alternatives; and anticipated results if nothing is done.

Mittwoch, 27. Mai 2020

ES GIBT AUCH DIE MILDEREN FÄLLE

Ein Mann beschreibt auf einem der grössten amerikanischen (in den USA ist im internationalen Vergleich gesehen die Vasektomie weit verbreitet) Blogs, dass er zwar nach der Vasektomie länger  zur körperlichen Erholung gehabt habe, als die Ärzte ihm sagten (drei Tage sind fast immer falsch), nämlich mehrere Monate, dass der Schmerz in dieser Zeit aber nicht extrem war, einfach störend. Trotzdem könne er - was ihn am meisten belaste - nicht mehr gut mit seinen Kindern spielen, weil jede leichte Berührung der Hoden, was vorher kein Problem gewesen sei, ihm unglaubliche Schmerzen bereite. Auch durchzucke ihn beim Schlafen öfter ein Schmerz und wecke ihn auf, dann nämlich, wenn er auf die Hoden zu liegen komme.
Sein Rat an alle ist dann auch: Obwohl es nicht die totale Hölle gewesen sei, würde er "easily not have gotten the procedure"! (https://www.postvasectomypain.org/t/my-vasectomy-experience/5013)

Sonntag, 17. Mai 2020

UND EINMAL MEHR UND WIE IMMER MEHR UND MEHR

Der Name sagt eigentlich schon alles: regretthesnip also REGRET THE SNIP also "Ich bereue den Schnitt", sprich: die Vasektomie. Warum? Weil er, der hier zwei Wochen nach der Vasektomie berichtet (https://www.postvasectomypain.org/t/two-weeks-in-please-i-need-some-advise/4616), fürchterliche ("I'm crippled in pain") Schmerzen hat. Nachdem ihm sicherlich - wie allen - quasi versprochen wurde, dass er "höchstens drei Tage" etwas Schmerzen haben werde. Jetzt aber muss er schreiben: "I've never experienced pain like this before." Und hat einen Urologen, der alles abstreitet, das kennt man in den USA genauso wie hier, leider: "I go back to the guy that performed the surgery and he's trying to tell me that I'm not swollen, and things look good. My balls are literally twice the size they were, and do not fit in between my legs anymore." - Es macht Opfer schon wütend, wie sehr diese Ärzte einfach alles von sich wegschieben!
Dabei hatte speziell dieser Mann schon Erfahrung mit chronischen Gesundheitsproblemen und scheint kein Weichei (!) zu sein, schreibt er doch: "Yeah I’m no stranger to controlling heavy anxiety, I’ve got really bad tinnitus from brain trauma. Basically I have screaming in my brain 24/7, it’s caused me many issues over the years." Trotzdem, also trotz dieser Vorgeschichte, wurde er vom Urologen nicht vor dem Eingriff gewarnt (solche schon bestehenden Gesundheitsprobleme haben sich als Marker herausgestellt, dass man eher Probleme entwickelt nach einer Vasektomie): "If 1 person warned me about this, I wouldn’t have done it. I knew there were risks but the numbers are bad, the guy that performed my surgery had 19 people the day that I had mine done!! Statistically there was probably another guy the same day as me now in a similar situation to mine. I don’t know how these doctors do it. All it would take for me is one, and I would be out of the business, I don’t care how much it costs me. Seems all a little nuts to me." Ja, wirklich: Wie leben diese Urologen eigentlich mit sich selbst? Das höre ich hier immer wieder in Mails an mich.

Krass auch, dass einer der antwortenden Männer (Kyvas) dieses Forums starke Schmerzen durchaus kannte - aber dennoch schreibt, dass diese spezifischen Post-Vasektomie-Schmerzen schlimmer seien als alles zuvor; es habe sein Leben völlig zerstört. (Siehe dort, ich mag gerade nichts mehr darüber schreiben; wenn ich an meinen Freund denke, werde ich nur wütend und frustriert ...)

Montag, 4. Mai 2020

SCHWEIZER UROLOGEN SCHON VOR 2005 ÜBER HODENSCHMERZEN IM ZUSAMMENHANG MIT VASEKTOMIEN BEFRAGT

2004 wurde an alle Mitglieder der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie (Swiss Urology) ein Fragebogen versendet, wo die Ärzte über ihre Behandlungsmethoden bei chronischen Hodenschmerzen befragt wurden. Wichtig ist hier nicht mal so sehr, was sie dazu antworteten, sondern dass der Fragebogen auch die Frage enthielt, ob diese Männer mit chronologischen Hodenschmerzen eine Vasektomie hinter sich hatten. Was nichts anderes heisst als: Wenn man als Urologe ein wenig nachdachte, musste einem danach bewusst sein, dass es zumindest möglich ist, dass chronische Hodenschmerzen von einer Vasektomie herrühren konnte, vor allem nachdem die Studie ausgewertet und veröffentlicht worden war: Denn es wurde durch die Studie klar, dass die gängigste Ursache für diese Schmerzen tatsächlich eine vorausgegangene Vasektomie war. Bis dahin konnte jeder Urologe denken, das sei vor allem bei seinen Patienten der Fall gewesen oder sogar blosser Zufall. Nach 2005 jedoch war klar, dass dies gesamtschweizerisch so war.
Die Ergebnisse der Studie findet man hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15925078

Samstag, 2. Mai 2020

EMPFEHLUNG AN UROLOGEN BEREITS 2001

Das "Postgraduate Medical Journey" (https://pmj.bmj.com/content/77/912/656) gibt Urologen Ratschläge hinsichtlich möglicher juristischen Klagen nach einer Vasektomie (von wegen: "Ich habe nichts gewusst davon ...!"): Sie schreiben, dass Klagen aufgrund Problemen nach einer Vasektomie die Hauptmasse der juristischen Fälle ausmache gegen "General Practitioners", die am Patienten eine kleinere Operation vorgenommen hätten und dabei wichtige Informationen vergessen beziehungsweise unterlassen haben.
Das Problem mit chronischen Hoden-Schmerzen sei inzwischen wirklich bekannt und komme auch genug oft vor, dass es bei der Aufklärung vor dem Eingriff unbedingt erwähnt werden müsse. Das Problem sei schwierig zu behandeln und Nachfolgeeingriffe bereiteten oft eher noch mehr Probleme. Eine Studie belege, dass Post-Vasektomie-Schmerzen die höchste unerwünschte Nebenwirkung (die auch noch spät, also Jahre nach dem Eingriff, kommen könne) des Eingriffs sei und bei etwa 18.7 Prozent (!) der Operierten auftrete. Was bei etwa 2.2 Prozent der Männer das Leben nachhaltig negativ beeinflusse und zu einer deutlichen Lebenswohlfühleinbusse führe. Überhaupt seien mindestens 9.3 Prozent der Männer im Nachhinein mit der Operation unzufrieden, wovon ein Drittel angebe, dass es an den Schmerze liege (also = 3.1 Prozent). Und das Journal kommt zum Schluss: "Those performing a vasectomy are under an obligation to ensure that patients requesting the operation are aware of the risk."

Das wirklich Perverse am Artikel (abgesehen davon, dass er eben bereits 2001 erschienen ist und kaum umgesetzt wird) kommt jedoch am Ende: Da steht geschrieben: "For the majority of men, with a low risk of complications, vasectomy is an acceptable and effective method of permanent contraception. For the unfortunate few, however, in whom the operation fails to render them sterile or who have significant postoperative complications, litigation is an increasingly popular method of obtaining compensation and causing considerable distress to the unfortunate doctor concerned."
Man achte darauf, dass der "distress" nicht etwa beim Patienten bedauert wird, der mit den Schmerzen leben muss, sondern sich auf den Arzt bezieht, der verklagt werde könnte, wenn er nur vergessen habe, vorher richtig aufzuklären und vor den Risiken zu warnen! DAS ist die Perversion der Medizin und der Mediziner heutzutage, die direkt aus eine Haltung all der "Brüder Eichmann" kommt, die mit ihrem "Potential Mengele" leben, als wäre es nichts, was es bei einem Psychiater zu behandeln gälte.

Mittwoch, 22. April 2020

EIN SCHREIBENDER KOLLEGE

Ein Schriftsteller-Kollege, dessen Namen ich nicht nennen darf, hat zu meiner Überraschung beim letzten Kontakt, den ich mit ihm hatte, gesagt, dass auch er (wie mein Freund) eine Vasektomie habe vornehmen lassen - und ebenfalls - zumindest leichte - Probleme habe: Seine Hoden sind nicht mehr völlig normal durchblutet (aber gerade noch gut genug, um nicht abzusterben), sind dadurch etwas geschrumpft - und damit längere Zeit auch sein Selbstwertgefühl als Mann. Nun, ihn habe es also nicht ganz so hart getroffen, aber er möchte einfach mitteilen, dass er trotz hoher Bildung nicht gewusst habe, was einem nach einem solchen Eingriff alles blühen könne. Auch er sei vom Arzt diesbezüglich nicht aufgeklärt worden und es sei auch nichts auf dem Aufklärungsblatt gestanden (das ist leider in der Schweiz noch oft so; während es in Deutschland konsequenter gehandhabt wird): Seine eigenen Worte dazu findet man hier: http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/schon-etwa-fuenf-jahre-her_44_702.html.

Dienstag, 21. April 2020

WEN EINZELNE SCHICKSALE INTERESSIEREN

Wer weniger - wie hier im Blog eher der Fall - wissen will, was es allgemein zum Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom so zu wissen gibt, sondern wer eher an einzelnen Lebensschicksalen interessiert ist, hat hier eine gute Quelle: https://www.reddit.com/r/postvasectomypain/. Es ist eine Sammlung von Berichten von einigen Männern, die seit der Vasektomie an starken Schmerzen leiden. (Leider halt alles auf Englisch.)

Mittwoch, 8. April 2020

EIN NEUER FALL - MITTEN IN DER CORONA-KRISE

Offenbar operieren in der Schweiz Urologen auch noch in der Corona-Krise weiter. Ich darf folgenden Fall veröffentlichen (oft habe ich ja Zuschriften, die ich leider - aus Scham, aus Angst, eine Stelle zu verlieren etc.) nicht veröffentlichen darf:


"Meine Name ist Peter und ich habe Jahrgang 77. Mir ist - wie es aussieht: leider - eine Dummheit unterlaufen: Ich habe eine Vasektomie machen lassen. Sogar mitten in der Corona-Zeit! Also es war am 18. April (eben mitten im Lockdown eigentlich). Und seit Beginn habe ich starke Schmerzen und die sind bisher auch geblieben. Immer sind sie da. Und mir ist natürlich dasselbe passiert wie oft: Mein Urologe hat mir vorher nicht gesagt, dass das passieren kann. Und während dieser schlimme Nebeneffekt in einigen Kantonen neu wenigstens schriftlich auf dem Aufklärungsblatt stehen muss, ist das im Kanton Luzern offenbar noch nicht der Fall. Also: einer mehr. Schade um den Ruf der Ärzte. Ich hatte ihnen bisher vertraut. Aber dass die einem so eine mögliche Folge verschweigen, ist einfach zu grausam."

Sonntag, 5. April 2020

EINE FRAGE SPRICHT BÄNDE

Nämlich wenn die Männer, die unter dem Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom leiden, etwa fragen: In welcher Position soll ich am besten schlafen, damit es am wenigsten schmerzt? Das weiss man, dass es sich nicht um ein kleines Problem handelt. Den Beleg findet man hier auf diesem Forum, unter dem Titel: WHAT POSITION DO YOU SLEEP IN? https://www.postvasectomypain.org/t/what-position-do-you-sleep-in/5210.

Donnerstag, 2. April 2020

WEITERE GEBIETE OHNE VOLLSTÄNDIGE AUFKLÄRUNG

Ich habe hier bereits mehrmals auch auf andere Arztgebiete hingewiesen, in denen es ähnliche Probleme gibt wie bei den Urologen das Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom: etwa bei den Augenärzten, die das Augen-Lasern anbieten, und dass dort oftmals verschwiegen wird, dass eine bestimmte Prozentzahl auch Schmerzen davonträgt oder ein Leben lang zu trockene Augen, was sehr unangenehm sein kann. Das hat mir meine Augenärztin berichtet.
Letzthin hat mir eine Schmerzspezialistin noch ein anderes Gebiet erwähnt: Bei jenen Patienten/Patientinnen, denen "dringend empfohlen" wird, einen Magen-Bypass zu legen, bei denen wird im Vorgespräch oft auch nicht erklärt/erwähnt, dass etliche der Operierten starke Schmerzen davontragen, auch wenn die Operation als gelungen gilt (und die Person stark abgenommen hat). Und auch wenn die Krankenkasse die Operation oftmals zahlt, sagt den Patienten zuvor fast nie ein Arzt, dass die Behandlung der "lampigen Haut", die nach starken Abmagerungen üblich ist, eigentlich immer der Patient selbst bezahlen muss.
Man verstehe mich auch hier nicht falsch: Es ist nicht unbedingt das Problem, dass dies so ist - sondern dass die Ärzte ihre Patienten vorher nicht genügend aufklären.

Sonntag, 29. März 2020

MISINFORMATIONS DURCH ÄRZTE (HORCHT AUF, MISSES!)

Dieser Eintrag (https://www.postvasectomypain.org/t/misinformation-from-medical-authorities/5167) auf dem Post Vasectomy Pain Forum führt einen wunderschönen Beweis vor, dass gewisse Urologen einfach zwingend lügen, was die Voraufklärung ihrer Vasektomie-Patienten betrifft:
Der betreffende Urologe schreibt: "A very small percentage of men (approximately 1 in 1'000'000) might develop post-vasectomy pain syndrome". Er sagt also, dass nur EIN MANN von EINER MILLION operierten das Schmerz-Syndrom bekämen.
DAS WÜRDE HEISSEN: Selbst wenn ALLE MÄNNER DER USA eine Vasektomie hätten machen lassen (ca. 165 Millionen), selbst dann hätten höchstens 165 Männer solch ein Schmerzsyndrom (weil 165 eben ONE IN A MILLION sind, wenn es 165 Millionen Männer in den USA gibt). Aber schon nur auf dem einen Forum zu diesem Problem (es gibt weitere), dem "Post Vasectomy Pain Forum" (siehe Link oben), gibt es 987 EINGETRAGENE USERS (die alle angekreuzt haben, dass sie Betroffene seien!) - und man kann auch Beiträge liken etc., ohne ein eingetragener User zu sein, geschweige denn als Betroffener (wie mein Freund zum Beispiel) regelmässig dort lesen, ohne sich einzutragen! Dazu kommt, dass andere Urologen sagen, sie hätten schon Tausenden Männern geholfen, den Schmerz wieder loszuwerden, weil sie eine Rückoperation vorgenommen hätten.
ALSO WELCHE UNVERSCHÄMTHEIT ES UNTER GEWISSEN ÄRZTEN GIBT, IST WIRKLICH QUASI UNVORSTELLBAR. Man muss es sehen, um es zu glauben!

Samstag, 28. März 2020

EIN ARZT SAGT, DASS ES "COMMON" IST

Auf dieser Website (https://www.theturekclinic.com/blog/post-vasectomy-pain-syndrome/) sagt der Arzt, dass die Post-Vasektomie-Schmerzen sehr COMMON seien, also oft vorkämen. Er spricht von UP TO 15%! Also nochmals: Alle Urologen im deutschsprachigen Raum, vor allem in der Schweiz (weil es da auf dem Patientenaufklärungsblatt gesetzlich gar nicht erwähnt werden muss), die von "sehr selten" oder "einem Prozent" oder so reden, lügen entweder oder haben sich schon Jahre nicht mehr eingelesen in ein Gebiet, auf dem sie eine Operation anbieten und also doch professional sein sollten!

UND HIER EINE WEITERE SEITE

Hier also: https://spermcheck.com/vasectomy/blog/post-vasectomy-pain-syndrome-why-some-men-struggle-with-chronic-pain-after-vasectomy/. Nur bei den Zahlen sind sie hier wieder nicht ehrlich. sie sagen 1 von 1000 Männern bekomme es. Man kann aber selbst bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nachlesen (https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/sterilisation/mann/#c52169), dass 1 bis 14 Prozent sind!

EHRLICHE SEITE AUF ENGLISH

Hier werden allerlei mögliche Schmerzen aufgezählt, die nach einer Vasektomie bei Männern auftreten können: https://www.malereproduction.com/vasectomy-reversal/post-vasectomy-pain-syndrome/.

Dienstag, 10. März 2020

ENDLICH: DIE ZAHLEN

Endlich! Wirklich: endlich! Ich hatte Kontakt mit einer Neurologin des Universitätsspitals Bern. Sie hat über das Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom geforscht. Ganz konkret in der Schweiz. Und sie bestätigt, dass man die Zahlen ganz sicher nicht bagatellisieren dürfe: Etwa 1 Prozent der Männer, die sich einer Vasektomie unterziehen, haben sofort nach der Operation diese furchtbaren Schmerzen, die ein Leben lang oder zumindest Jahre anhalten können. 1.5 Prozent bekämen die Schmerzen später oder merkten sie erst später (weil sie denken, es ist etwas anderes) oder melden sich erst viel später, weil sie davon (von aussen) abgehalten werden. Und 2.5 Prozent trauen sich zuerst gar nicht, etwas zu sagen - es ist halt in dem Genitalbereich immer mit Scham verbunden. Alles zusammengenommen, ohne Dunkelziffer: 5 Prozent der Patienten enden mit lange oder ein Leben lang andauernden Schmerzen. In der Schweiz, in unserem Gesundheitssystem. Dazu geht sie noch von 2-3 Prozent Dunkelziffer-Fällen aus. Sie kam in ihrer Studie also auf etwa 7-8 Prozent Männer, die nach einer Vasektomie Schmerzprobleme haben. Sie selbst plädiert deswegen nicht gerade für eine Abschaffung, aber sagt (wie andere zu mir bereits): Die Urologen müssten viel besser auswählen, wer dafür in Frage käme und wer nicht. Es gäbe ja klare Risiko-Patienten. Etwa wer bereits eine Schmerzproblematik habe. Oder einmal eine Leistenoperation gehabt habe etc.

Freitag, 28. Februar 2020

POSITIV! WAS KANN HELFEN?

Dafür jetzt endlich mal wieder einen positiven Beitrag: Wenn man diese Schmerzen nach/von der Vasektomie halt leider bekommen hat, was kann man dagegen tun, was hilft vielen Männern? Aus englischsprachigen Foren (es gibt dort halt mehr Fälle, weil vor allem in den USA viele Männer eine Vasektomie vornehmen lassen) habe ich Folgendes zusammen getragen, was OHNE OPERATIVE EINGRIFFE ODER AGGRESSIVE MEDIKAMENTE MACHBAR IST:


What Has Helped
  • Massage therapy: this has given the most relief from pain overall. For myself scrotal pain never exceeds a 4/10, but the pain spreads elsewhere and left untreated eventually becomes worse than the scrotal pain. I found a massage therapist with experience treating chronic pain. She typically does trigger point and myofascial release all around my hips, upper thighs and lower back. This mostly eliminated the itching/burning nerve pain in my inner thighs that was driving me insane. There’s a feedback mechanism at work here as it decreases scrotal pain too. It does tend to make things a bit worse for a day following an appointment.
  • Pelvic floor physical therapy: In a similar vein to massage therapy this has been very helpful. But more so in teaching me things I can do at home. In particular using a foam balls to massage my psoas and pelvic floor around my anus. They suggested a tennis ball but I needed somethign larger for the psoas and something smaller for pelvic floor. I tried dry needling, which relieved some very tight leg muscles, but it set off a lot of nerve pain after each session. Massage therapy was far more bang per buck.
  • Exercise: exercise has been 50/50 for me. Sometimes its good and I feel better, other times it sets off a flare up. Walking was usually best. Anything more intense risked a flare up. I mostly credit the increased circulation, as I don’t have any other dysfunction which the physical therapists and medical imaging have confirmed.
  • Yoga: It is gentler than exercise and has been very helpful without risking a flare up. There are lots good of videos specific to pelvic floor issues on YouTube. I highly recommend the FemFusion Fitness channel on YouTube. I would add inversion is helpful in loosening up my low back and relieving nerve pain there. Just get a chin-up bar and ankle straps, the inversion tables very expensive.
  • Papaya Seed: early on I shrugged this off because I had so many issues and was trying everything under the sun. However it definitely decreases the pressure and swelling in my epididymis but it is slow acting. I’d say at least 3 weeks for full effect, 1-2 tsps per day. For myself it never brings complete relief but gets me to a point I could almost live with it. I prefer the organic brand on Amazon. The others taste foul. It tends to give me soft stools but no other side effects. I do worry about the safety of using it long term.
  • Supportive Underwear: Early on I could only wear boxers. Any pressure on my scrotum or thighs was unbearable. Once that calmed I should have switched to supportive briefs earlier. The best for me has been the Sepratec brand which have a separate shaft compartment. That keeps my shaft from bouncing around on the top corner of my epididymis. The relief was immediate and substantial. I don’t know if the scrotal support is as important for me, but it keeps my nuts from knocking around. I often still wear boxers at night because giving my nuts time unrestrained seems to help.
  • Hot baths / heat pad: Like many reported here, heat helps. I think its a combo of relaxing muscles and slowing sperm production. I would add epsom salts seem to enhance the effectiveness of a hot bath. Its frickin salt so just get the cheapest thing you can find. I found an epsom salt rub from ProCure to be pretty effective for muscle tightness soreness when you don’t have time for a bath.
  • B vitamins: I believe these definitely help with the neuropathic symptoms. But it can be too much of a good thing. Some of the neuropathic specific formulations have obscene amounts of B vitamins in them. Those make me irritable, unable to sleep, and make my skin itch in the areas I was already having pain. I also can’t imagine its good for you liver or kidneys when you’re piss is highlighter yellow. My happy medium is Garden of Life Vitamin B Complex. I haven’t tried alpha-lipoic acid by itself yet.
  • Tumeric & Ginger: I believe this helps with inflammation to a limited extent. Maybe like a low dose of ibuprofen without any stomach upset. Tea seemed more effective than pills form.
  • Magnesium: This helped me with muscle cramps and neuropathic pain. Its the same ingredients as the epsom salt soak, just taken internally. It can cause diarrhea. SloMag never gave me diarrhea but seemed much less effective.
  • Marijuana: What can I say I love weed, I just wished I lived in a legal state. It helps with pain and mellows out the anxiety. However when I was at the initial peak pain it sent my anxiety soaring because I was a mental wreck. Its no good when your head is a mess.
  • Kyolic Garlic / immune booster supplements: I really think there’s an immune response element to all this. The lymph nodes in my inguinal area have felt huge and hard at times, usually corresponding to when it is worse. Taking immune supplements seemed to help a little but we’re approaching placebo level here.
  • Mindfulness/distractions: I listed this last because ultimately you are tricking yourself that you are not in pain. But relief is relief. I found simply focusing on sensations in my fingertips or feet very helpful. Don’t forget to breathe and breathe deeply into your abdomen. You gotta get your mind off your nuts. Find something immersive to do like video games or reading.


    DAFÜR AUCH FOLGENDES NOCH:
What Has not Helped
  • My Wife: Her silence is deafening. Any mention of PVPS gets met with a blank stare. She actually told me I was “emotionally dumping” on her when this all started. She hasn’t touched me in months. Our marriage has decayed to where she’s basically a live-in baby sitter, so that I can have some child free time which I spend stretching, soaking, etc to deal with this issue. If/when I get over this I’m going to gleefully serve her divorce papers.
  • Most Urologists: While my vas uro has been proactive in prescribing meds he’s been fairly dismissive and wanted to hand me off to the pain management dept. A “specialist” nearby rattled off denervation and orchiectomy options like they were no big deal. None offered reversal as an option. Only recently have I been talking with reversal specialist, more on that in follow up post.
What makes it worse
  • Sitting: This is the one thing that without fail makes it worse. I’m an engineer and spend most days at a desk. It ranges from mildly irritating to excruciating. I pleaded for a standing desk which helps. But I’ve got to remember to stand before I feel it come on or its already too late. My low back cramps up within 15 minutes from standing now too. Which it never used to.
  • Getting sick: Every time my germ bag daughter brings home some illness and gives it to me, it flares up. I got sick twice in quick succession this winter and it knocked me back big time. My pain now is worse than its been in the last 6 months. I’m slowly climbing back. I definitely believe PVPS has an immune response component to it.
  • Anxiety / Anger / Regret: These emotions definitely don’t help even though they’re perfectly normal responses. I would add spending too much time on this site can be triggering. Early on, anxiety made my pain noticeably worse. When I’m angry I tend to clench abdominal muscles which isn’t helpful. Regret is basically worthless, you have to keep moving forward.
  • Bad diet / sugar / carbs / alcohol: You have to eat well to help your body deal with this. Sugar and alcohol are known to cause inflammation. I went sugar free and low carb for a while and it helped bring down my pain. But its very hard diet to pull off, especially with a child in the house. I used to be able to eat whatever I wanted because I was able exercise regularly.
  • Poor sleep: needless to say you need sleep. Use sleep aids if you need to. I’m a side sleeper so I started using a pillow between my legs to keep my nuts form getting squished at night.
  • Self examination: I definitely irritated things by feeling it too much. Resist the urge and maybe set a time once a day if you are looking for improvement in swelling, etc.

IMMER UND IMMER UND IMMER WIEDER DIE ZAHLEN

Ja, die Zahlen - also wie oft diese schlimmen Post-Vasektomie-Schmerzen vorkommen - hatten wir hier schon mehrfach. Aber in einem anderen Blog wurden die OFFIZIELLEN (!) Zahlen einiger Länder und medizinischer Gesellschaften zusammengetragen; hier: https://www.reddit.com/r/postvasectomypain/comments/9v173j/how_common_is_chronic_pain_after_vasectomy/
Kurz zusammengefasst die Ergebnisse: Die Gesellschaft, welche die tiefste Zahl nennt, ist die European Association of Urology: Sie gibt "1 Prozent oder häufiger" an.
Das Royal College of Surgeons of England hingegen gibt "bis zu 15 Prozent" an.
Es heisst nichts Weniger als: Die Anzahl der Fälle ist zwar umstritten, aber es gibt Länder oder offizielle medizinische Stellen, die zugeben, dass bis zu 15 PROZENT der vasektomierten Männer danach starke Schmerzen haben, die ein Leben lang bleiben können (oder zumindest Jahre lang).

Verglichen wird das dort mit der Definition der World Health Organisation (WHO), die vorgibt, wie man die Häufigkeit von Komplikationen bei Operationen nennen soll; nämlich so:

Very Common = Greater than 10%
Common = 1% to 10%
Uncommon = 0.1% to 1%
Rare = 0.01% to 0.1%
Very Rare = Less than 0.01%

Was immerhin heisst, dass das Vorkommen des Post-Vasektomie(-Schmerz)-Syndroms mit COMMON oder sogar VERY COMMON angegeben werden müsste. Und das bei einer freiwilligen Operation! Sprich: Eigentlich müsste man Vasektomien im Sinne von Staatsmassnahmen für die Gesundheit der Bevölkerung sogar verbieten!

Donnerstag, 27. Februar 2020

ALLER SCHLECHTEN DINGE SIND DREI: VASEKTOMIE UND BEZIEHUNG

In Schottland gab es eine grösser angelegt Studie, wo Männer, die eine Vasektomie hatten machen lassen, bis zu 22 Jahre später gefragt wurden, wie es die Beziehung beeinflusst hat: von denen, die sich getrennt hatten, gaben ein Drittel an, es sei ALS FOLGE UND ALSO WEGEN DER VASEKTOMIE geschehen; immerhin 29 Prozent gaben an, es habe an Störungen in der Sexualität gelegen, was auch von der Vasektomie kommen kann; und weitere 25 Prozent bereuten es einfach, eine Vasektomie gemacht zu haben, jetzt, wo die Beziehung zu Ende war ... = was heisst, dass gut 87 Prozent der Männer, die später nicht mehr mit der Partnerin zusammen waren, deretwegen sie die Vasektomie vornehmen liessen, diese bereuten! Und das sind Männer, die nicht zwingend jahrelang Schmerzen hatten von der Vasektomie! (Siehe hier: https://www.postvasectomypain.org/t/sex-pain-relationship-breakdown-and-vasectomy-large-cohort-study/5060 oder hier: https://auau.auanet.org/content/mp74-13-sex-pain-relationship-breakdown-and-vasectomy-large-cohort-study-3

DIE TRAGWEITE DER TRAGÖDIE

Einige der Männer, die diese starken Schmerzen von der Vasektomie haben, greifen aus schierer Verzweiflung auch zu drastischen und tragischen Mitteln: Sie trinken jeden Tag viel Alkohol, weil das die Schmerzen etwas dämpft; nachzulesen etwa hier: https://www.postvasectomypain.org/t/alcohol-affect-on-pain/2299

VERNETZUNG

Ich muss mal wieder auf diese Seite hinweisen: http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/post-vasektomie-schmerzsyndrom_44_.html. Sie weisen nämlich einerseits immer mal wieder auf mich hin - und andererseits zeigt es eben auf, dass allein im deutschsprachigen Raum etliche Männer an diesen Schmerzen leiden. Wie viel mehr in den USA, kann man hier erahnen: https://www.postvasectomypain.org.

Mittwoch, 8. Januar 2020

BERICHT EINER GANZEN GROSS-FAMILIE

Gerade den Bericht einer in die Schweiz migrierten Gross-Familie erhalten - und offensichtlich ist das Schmerzproblem nach Vasektomie bei einigen Familien eher wahrscheinlich als bei anderen (was auch heisst: Falls in Ihrer Familie so ein Fall bekannt ist, machen sie KEINE VASEKTOMIE!): Denn alle Männer dieser Familie, die eine Vasektomie machen liessen, wirklich alle, haben jetzt das Schmerzproblem, und nicht nur das: "Wir haben bei Ihnen darüber gelesen und sind auch der Meinung, dass nicht über Spätprobleme geredet wird. Wir haben das Thema jetzt bei allen Männern in der Familie und finden, dass die Sterilisation beim Mann sehr viele Probleme bringen kann. Alle haben Schmerzen, sexuelle Störungen und teilweise sogar psychische Störungen. Wir bereuen das alle sehr! Viele haben es gemacht, weil der Erste nicht sofort Schmerzen hatte, sondern erst nach einigen Monaten. Aber dann waren alle anderen schon beim Urologen gewesen. Keinem wurde gesagt, dass es Schmerzen geben kann nach der Vasektomie, die ein Leben lang (oder jetzt schon Jahre) anhalten." (Mail an mich vom 08.01.2020)
Vielleicht sollten das Urologen auch fragen: Ob in der Familie schon solche Fälle bekannt waren.

DAS GENFER GELÖBNIS

Ärzte von heute, was auch immer das heisst - denn sie können ja schon vor vierzig Jahren das Studium abgeschlossen haben und immer noch praktizieren -, legen meist nicht mehr eins zu eins den Hippokratischen Eid ab. Zumindest in der Schweiz hat der Eid meist nur noch referentiellen Charakteren. Seit Jahrzehnten wird eher das Genfer Gelöbnis verwendet - wenn überhaupt (siehe unten). Aber die Idee ist dieselbe: Kein Arzt und keine Ärztin sollte einen Patienten nur um des Geldes wegen behandeln und immer nach bestem Wissen und Gewissen.
So wurde das Genfer Gelöbnis denn auch 1948 vom Weltärztebund verabschiedet und seither mehrmals angepasst, damit der Ruf der Ärzte nach dem Geschehnissen vor allem in Deutschland während der Nazi-Zeit wieder besser würde. Hatten doch dort etliche Ärzte grausame Experimente in Konzentrationslagern vorgenommen.
Wichtig im Genfer Gelöbnis ist die Autonomie des Patienten. Kein Patient sollte zu einer Operation überredet werden, sondern ihm sollten die Fakten erklärt werden, aufgrund derer er sich dann entscheiden kann, ob er operieren lassen wolle oder eben nicht.
Schon dieser Teil wird bei Vasektomien meist nicht befolgt. Schweizer Ärzte müssen eine Komplikation, die laut irgendeiner Studie weltweit nicht mehr als zu 1 Prozent vorkommt, dem Patienten nicht offenlegen. Doch es wird immer Ärzte geben, die Studien so publizieren, dass die Komplikation höchstens 1 Prozent erwähnt. Ein Schweizer Urologe darf sich dann darauf berufen und muss nicht sagen, dass das Vorkommen des Post-Vasektomie-Schmerz-Syndroms bei der weltweit solidesten Studie als mit fast 15 Prozent erkannt wurde. Diese Studie findet man unter anderem hier: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1464-410X.2007.07128.x 
Aber es kommt noch schlimmer: In der Schweiz ist das Genfer Gelöbnis nicht mal Pflicht. Wir leben offenbar in einem Land, das die Ärzte selbst entscheiden lässt, was wichtig ist und was nicht! In vielen anderen Berufen - als Lehrer, Polizist und Kindesbetreuer - wird man zur ethischen Haltung ermahnt. Aber Ärzte können ziemlich frei entscheiden, was sie tun und lassen wollen. Vielleicht werden daher in der Schweiz von 5000 Fällen, in denen Patienten einen Arzt jährlich anklagen, nur 4-5 Fälle zugunsten des Patienten entschieden (Zahl des Kassensturzes). Also diese Zahl MUSS doch nachdenklich machen!

Dienstag, 7. Januar 2020

NIETZSCHE UND KRANKHEIT

Ach, Nietzsche hat es doch gewusst, was man(n) von den Ärzten fordern sollte: Geben Sie mir etwas Gesundheit. - Genau das verstehen Mannheit Frissbös und viele seiner Berufskollegen - Urologen - nicht; sie wollen den Vasektomierten lieber Schmerzen geben, als auf die gute Verdienstmöglichkeit zu verzichten.
Frissbös, Nietzsches Ungeist kommt über dich!

Man nehme solche Posts nicht ganz ernst. Denn der Blog behandelt ansonsten ein ernstes Thema: Dass den Männern, die sich über eine Vasektomie aufklären lassen, von den Urologen meist nicht gesagt wird, wie bis zu 15 Prozent der Operierten danach lange Zeit oder gar ein Leben lang starke Schmerzen haben.
Aber etwas Spass muss eben sein von Zeit zu Zeit ...

Montag, 6. Januar 2020

WIE AUCH DIE NZZ SCHWEIGT

Während sich 2002 noch 15 Prozent der Schweizer Männer (im Alter von 15 bis 74 Jahren) vasektomieren liessen, sind es seit 2017 nur noch elf Prozent. Hoffentlich konnte dieser Blog, den es ja seit 2017 gibt, etwas dazu beitragen. Denn was sie in diesem Artikel der NZZ AM SONNTAG (https://nzzas.nzz.ch/meinungen/verhuetung-vasektomie-soll-die-pille-ersetzen-ld.1512031?reduced=true) wieder einmal nicht sagen, ist der wissenschaftlich bewiesene Fakt, dass in der weltweit breitesten Studie fast 15 Prozent der Männer sieben Monate nach der Vasektomie noch Schmerzen oder zumindest ein starkes Ziehen hatten. Und auch in der Schweiz gaben mir die Schmerzklinik des Inselspitals Bern und jene des Zürcher Universitätsspital zu, dass es mindestens fünf Prozent sind, die mit starken Schmerzen geschlagen sind. Also: Lieber Kondome als Vasektomie!

Samstag, 4. Januar 2020

LEIDER STARTEN WIR SO INS NEUE JAHR

Auch im neuen Jahr 2020 gilt es wieder, die unsäglichen Leidensgeschichten dieser Männer zu beachten. Und ganz allgemein nochmals: Diese Leiden sind nicht deshalb speziell, weil es Männer sind, die leiden, auch nicht, weil sie so viel stärker wären als andere Schmerzen nach gewissen Operationen – aber die grosse Frechheit, das, was angegangen werden muss, ist die Tatsache, dass diesen Patienten NICHT GESAGT WIRD, dass starke Schmerzen für eine lange Zeit oder ein Leben lang bei durchaus mindestens 5 Prozent aller vasektomierten Männer auftritt!

Hier also eine weitere Leidensgeschichte: https://www.postvasectomypain.org/t/another-personal-journey/4975.
Mannheit Frissbös: They will come for you! (Die Geister der gemordeten guten Zeiten.)

Der Anstoss zu diesem BLOG

WIE ALLES BEGANN

Nein, ich will nicht alles auf die Frauen schieben. Auch die Männer können einmal ihren Teil zur Verhütung beitragen. Und erst recht möchte...

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