Natürlich kann Wissenschaft eigentlich nur anerkennen und daher dann
beschreiben, was erwiesen ist. Aber in der Medizin gälte es vielleicht doch,
die Patienten ernster zu nehmen, ihre subjektiven Erfahrungen mit einem
bestimmten Leiden. Zum Beispiel beschreiben doch ein nicht kleiner Prozentteil
von Männern, die eine Vasektomie vornehmen liessen, über Depressionen. Das könnte von einem tieferen Testosteron-Level kommen. Aber: Klar,
die Vasektomie sollte eigentlich keinen Einfluss haben auf die
Testosteron-Produktion. Doch erstens gibt es auch da eine beträchtliche Menge
von Männern, die halt trotz allen Argumenten kurz nach einer Vasektomie – und auch in ihren Dreissigern – sofort
einen tieferen Testosteron-Spiegel haben; und zweitens können Depressionen selbstverständlich
daher rühren, dass man(n) nun nicht mehr fruchtbar ist etc. (wobei sich die
Männer mal zusammennehmen sollen; die Frauen gehen alle durch diese Gefühle hindurch!). Trotzdem,
nicht nur mein bester Freund, der MAE (siehe allererster Beitrag vom 3.
September 2017) leidet seit der Vasektomie erstmal unter Depressionen, sondern
auch auf dem amerikanischen Forum findet man immer wieder Männer, die das vermelden,
etwa dieser Patient: https://www.postvasectomypain.org/t/anxiety-and-depression-2-weeks-after-vasectomy/2428.
Und ihm antworten weitere, die auch alle Depressionen seit der Vasektomie
kennen, etwa so: «No, you aren’t just sad because you are no longer fertile. No, it’s not in your
head. There are physical changes that take place in your body following a
vasectomy and medicine doesn’t understand it yet. It could be your hormones.
Your numbers aren’t awful but you aren’t exactly thriving either.»
Das ist nicht die Seite eines unreflektierten oder religiösen Spinners. Ich weiss, dass die Sterilisation eine der sichersten Verhütungsarten ist und bei ca. 85 bis 90 Prozent der Männer kein langfristiges Problem darstellt. Aber aufgrund der erschreckenden Geschichte eines Freundes, des "MAE" (siehe den allerersten Beitrag vom 03.09.2017), habe ich diesen Blog begonnen. ICH RATE ALLEN MÄNNERN DRINGEND VON EINER UNTERBINDUNG AB, WENN SIE NICHT ÜBER ALLE RISIKEN AUFGEKLÄRT WORDEN SIND.
Freitag, 3. Juli 2020
Dienstag, 30. Juni 2020
KÖNNEN DIE MÄNNER DIE ÄRZTE VERKLAGEN?
Diese Frage wird auch in amerikanischen Foren oft gestellt (siehe etwa hier: https://www.postvasectomypain.org/t/can-we-sue-for-the-pain/5331). Dort wie auch auf einem Forum in Deutschland (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/post-vasektomie-schmerzsyndrom_44_.html) sind die Antworten eigentlich klar: Falls man irgendwie unterschrieben hat, dass man aufgeklärt wurde, dass man(n) im schlimmsten Fall sogar sterben kann, ist die Chance beträchtlich kleiner. Mein Freund aber, der betroffen ist (der MAE; siehe allererster Eintrag vom 3. September 2017), hatte in der Schweiz nur einen Wisch zu unterschreiben, auf dem EXAKT ZWEI KOMPLIKATIONEN STANDEN: Das mögliche Wieder-Zusammenwachsen des Samenleiters - und einen "Bluthoden", was wohl so was wie Hämatome meinte oder dass sich Blut innerhalb des Hodens sammeln könnte (Für wie dumm halten die Urologen ihre Patienten eigentlich, dass sie so ungenaue Begriffe wählen?!). Auf jeden Fall stand da oder auf der Webseite des Urologen nichts von möglichen dauerhaften Schmerzen ein Leben lang. Darum hatte mein Freund ja dann auch genau Erfolg. Inzwischen ist seine Sache bereits zwei Mal juristisch geregelt worden und er hat beide Mal Recht bekommen, zwei Mal einen Schadenersatz und dazu eine schriftliche Entschuldigung des Arztes, der übrigens auch nicht mehr praktiziert! Also ein voller Erfolg.
Ich rate daher Männern in der Schweiz, die diese Schmerzen nach einer Vasektomie bekommen: VERKLAGT DIE UROLOGEN! Nur so wird auf den Voraufklärungsblättern endlich die Wahrheit stehen, nämlich dass bis zu 5 Prozent der vasektomierten Männer diese Schmerzen ein Leben lang bekommen, und etwa 15 Prozent zumindest für einige Monate. 1 Prozent so schlimm, dass sie das Leben ständig und eben bis zum Tod gewaltig beeinträchtigen.
Mittwoch, 24. Juni 2020
WIE DIE ÄRZTE TEILWEISE SOGAR DIE LITERATUR AUF DEM GEWISSEN HABEN
Ein Professor an der Universität Zürich hat immer mal wieder gesagt, wie sehr Politiker auch der Literatur geschadet hätten, indem sie etwa die beiden Weltkriege angezettelt hätten, wo Tausende Talente starben. Was soll man da über die Ärzte sagen? Zwei meiner deutschen Lieblingsautoren starben durch Arztfehler: Wolf v. Niebelschütz wurde nach einer Tumoroperation nicht genug isoliert und las sich dadurch (der Zusammenhang ist da) eine Lungenentzündung von einem Mutpatienten auf und starb daran. Hans Wollschläger bekam die effektiv falschen Herzmittel. Da wurde sogar auf Schadenersatz zu klagen versucht ... Und wen die Urologen alle durch eine Vasektomie in Schmerzenselend stürzen, wo die Opfer dann nicht mehr schreiben können, mag man(n) sich nicht mal genau ausrechnen. Auf jeden Fall sagen sie auch da stets, sei der Schriftsteller noch so begabt: "Nein nein, das ist kein Problem, da werden Sie höchstens drei Tage leichte Schmerzen haben."
Sonntag, 14. Juni 2020
MÖGLICHE ZUSAMMENHÄNGE
Auf dem Forum der Unabhängigen Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/post-vasektomie-schmerzsyndrom_44_.html) schreibt der User TvG, dass in der Schweiz bei einer Anzeige gegen einen Polizisten (wegen unnötiger oder übertriebener Gewalt, etwa bei einer Festnahme) die Verfahren mangels Beweisen "immer eingestellt" (!) würden (http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/und-so-etwas-nennt-sich-rechtsstaat_44_711.html). Amnestie International kennt das Problem und kritisiert auch schon seit Jahren, dass sich dies ändern müsse. Ja, schlimmer noch. Jeder Mensch, der eine Anzeige gegen einen Polizisten macht, selbst wenn er wirklich im Recht stünde, bekommt immer gleich eine Gegenanzeige der Polizei gegen ihn vorgesetzt. Man muss sich das mal vor das innere Auge führen, wie das der Blogger dort auch sagt: Da ist jemand vielleicht wirklich Opfer von unzulässiger Polizeigewalt, er oder sie machen im besten Wissen und Gewissen eine Anzeige - und das erste, was passiert, ist eine Gegenanzeige an das Opfer!
Da ist es also wirklich ähnlich bei den Ärzten, wo - auch da wusste der Blogger dort Bescheid - der Kassensturz einmal ausgewertet hat, dass von 4'000 bis 5'000 Fällen in einem Jahr, in denen jemand gegen einen Arzt versucht juristisch vorzugehen, bloss 3 bis 4 Opfer als solche zu ihrem Recht kommen. Das müsste sich in einem Rechtsstaat dringend ändern. Denn auch diese Zahl kann einfach nicht sein: Es kann nicht sein, dass höchstens 3 bis 4 Fälle von jenen 4'000 bis 5'000, die sich wortwörtlich falsch behandelt fühlen, dass also nur diese 3 oder 4 effektiv falsch operiert oder aufgeklärt oder nachbehandelt wurden. Klar, es könnte ein beträchtlicher Teil der 4'000 bis 5'000 Menschen geben, die einfach unzufrieden sind mit den gesundheitlichen Einschränkungen, die auch bei bester Behandlung gekommen wären; aber doch nicht in 3'996 bis 4'997 Fällen von 4'000 bis 5'000!
Montag, 8. Juni 2020
DIESELBE QUELLE KRITISIERT ABER ANDERE ANGABEN
Und dann gibt es eben
jene Angebote von Urologen und Spitälern, die eben dem Patienten VOR der
Operation etwas vormachen. Dasselbe Forum (und derselbe Zuträger) analysiert einige
dieser Aussagen und kritisiert sie, zu finden hier: https://www.postvasectomypain.org/t/vasectomy-veteran-appeals/5308.
ES GIBT AUCH ÄRZTE, DIE VERSUCHEN WIRKLICH EINE ZUMINDEST NICHT VON VORNHEREIN SCHÖNFÄRBENDE EINSCHÄTZUNG
Hier auf diesem Blog
zeige ich immer wieder auf, wie falsch über das Phänomen Schmerzen nach einer
Vasektomie aufgeklärt wird. So schlecht sogar, dass selbst einige Urologen
wirklich dran glauben, dass diese Schmerzen äusserst selten vorkommen (meinem
Freund wurde gesagt: Weniger als eine Promille der Fälle leidet einige Zeit
daran; in Wirklichkeit – siehe die Zahlen in diesem Blog – sind es erwiesenermassen
mindestens 5 Prozent für mehrere Monate mit schweren Schmerzen (und fast 15
Prozent, wenn man die «leichten» Schmerzen mit dazu rechnet), von denen dann
die Schmerzen bei mindestens 1 Prozent ein Leben lang ganz stark bleiben.
Hier aber für einmal
gute Bespiele, zusammengetragen vom Post Vasectomy Pain Forum (https://www.postvasectomypain.org/t/satisfactory-messaging-from-medical-authorities/4939):
I’ve been reading through va.gov veteran appeals that include
keywords like “vasectomy pain” and found quite a few examples there of men who
are applying for disability ratings based on problems resulting from the
vasectomy they received while they were serving.For background, here’s the “Veterans Health Library” statement on “Vasectomy Risks and Complications 2”:
Risks and possible complications of vasectomy
Vasectomy is safe. But it does have risks. They include the following:
- Bleeding or infection
- Sperm granuloma. This is a small, harmless lump. It may form where the vas deferens is sealed off.
- Sperm buildup (congestion). This may cause soreness in the testes. Anti-inflammatory medicine can provide relief.
- Epididymitis. This is inflammation that may cause scrotal aching. It often goes away without treatment. Anti-inflammatory medicine can provide relief.
- Reconnection of the vas deferens. This can occur in rare cases. It makes you fertile again. This may result in an unplanned pregnancy.
- Sperm antibodies. Developing antibodies is a common response of your body to the absorbed sperm. The antibodies can make you sterile. This is true even if you later try to reverse your vasectomy.
- Long-term testicular discomfort. This may occur after surgery. But it’s very rare.
Vasectomy is safe. But it does have risks.
LOL.
Ok.
So before you get your vasectomy, this the official story:
- Long-term testicular discomfort. This may occur after surgery. But it’s very rare.
The Veteran asserts that his vasectomy surgery resulted in left testicular pain and swollen, discolored, and disfigured testicles, and that such additional disability was the result of negligence on the part of VA in performing the surgery. The record does not reflect, and the Veteran has not argued, that his vasectomy was performed without his informed consent.
The examiner opined that the Veteran’s current pain was as likely as not due to his vasectomy, citing a medical article entitled “The incidence of post-vasectomy chronic testicular pain and the role of nerve stripping (denervation) of the spermatic cord in its management,” stating that it was estimated that 5 to 33 percent of vasectomized men have post vasectomy pain syndrome that can last a lifetime.
The examiner stated that there was no evidence that the Veteran’s residual vasectomy pain syndrome was the result of carelessness, negligence, lack of proper skill, error in judgment, or similar instance of fault on the part of the attending VA personnel or the result of an event that could not reasonably have been foreseen or anticipated by a competent health care provider.
While the Veteran might contend that his pain syndrome is the result of such negligence, he is not competent to make any such medical determination.
No pain syndrome or other additional disability caused by VA medical treatment was either the result of carelessness, negligence, lack of proper skill, error in judgment, or similar instance of fault on the part of VA in furnishing the Veteran’s November 2005 vasectomy or any other medical or surgical treatment, or an event not reasonably foreseeable.
Compensation under 38 U.S.C. § 1151 for post vasectomy residuals is denied.
Reddit post
Original here
So when you’re considering a vasectomy, long term pain is “very rare”. But if you come back looking for disability compensation due to PVPS, well then chronic pain was “reasonably foreseeable”, and happens to 5-33% of men, and you were warned – so piss off.
They don’t have to give you any assistance for PVPS because the procedure was elective, and:
Elective procedures, such as vasectomy, cosmetic breast reduction, or kidney donation, are not congruent with the provisions required for the purpose of SC of a disease or injury incurred coincident with a Veteran’s active service. However, unusual or unanticipated outcomes resulting in an actually disabling condition that arise as a result of an in-service elective procedure may be subject to SC. (Link) 1
… and chronic pain is, in the judgement of this appeals body, not an “unusual or unanticipated” outcome.
And indeed, they are correct. Chronic pain is a foreseeable consequence of getting a vasectomy.
The record does not reflect, and the Veteran has not argued, that his vasectomy was performed without his informed consent.
My guess would be, however, that the veteran was not given informed consent as described in the same court record:
Informed consent is the freely given consent that follows a careful explanation by the practitioner to the patient or the patient’s surrogate of the proposed diagnostic or therapeutic procedure or course of treatment. The practitioner, who has primary responsibility for the patient or who will perform the particular procedure or provide the treatment, must explain in language understandable to the patient or surrogate the nature of a proposed procedure or treatment; the expected benefits; reasonably foreseeable associated risks, complications or side effects; reasonable and available alternatives; and anticipated results if nothing is done.
Mittwoch, 27. Mai 2020
ES GIBT AUCH DIE MILDEREN FÄLLE
Ein Mann beschreibt auf einem der grössten amerikanischen (in den USA ist im internationalen Vergleich gesehen die Vasektomie weit verbreitet) Blogs, dass er zwar nach der Vasektomie länger zur körperlichen Erholung gehabt habe, als die Ärzte ihm sagten (drei Tage sind fast immer falsch), nämlich mehrere Monate, dass der Schmerz in dieser Zeit aber nicht extrem war, einfach störend. Trotzdem könne er - was ihn am meisten belaste - nicht mehr gut mit seinen Kindern spielen, weil jede leichte Berührung der Hoden, was vorher kein Problem gewesen sei, ihm unglaubliche Schmerzen bereite. Auch durchzucke ihn beim Schlafen öfter ein Schmerz und wecke ihn auf, dann nämlich, wenn er auf die Hoden zu liegen komme.
Sein Rat an alle ist dann auch: Obwohl es nicht die totale Hölle gewesen sei, würde er "easily not have gotten the procedure"! (https://www.postvasectomypain.org/t/my-vasectomy-experience/5013)
Sonntag, 17. Mai 2020
UND EINMAL MEHR UND WIE IMMER MEHR UND MEHR
Der Name sagt eigentlich schon alles: regretthesnip also REGRET THE SNIP also "Ich bereue den Schnitt", sprich: die Vasektomie. Warum? Weil er, der hier zwei Wochen nach der Vasektomie berichtet (https://www.postvasectomypain.org/t/two-weeks-in-please-i-need-some-advise/4616), fürchterliche ("I'm crippled in pain") Schmerzen hat. Nachdem ihm sicherlich - wie allen - quasi versprochen wurde, dass er "höchstens drei Tage" etwas Schmerzen haben werde. Jetzt aber muss er schreiben: "I've never experienced pain like this before." Und hat einen Urologen, der alles abstreitet, das kennt man in den USA genauso wie hier, leider: "I go back to the guy that performed the surgery and he's trying to tell me that I'm not swollen, and things look good. My balls are literally twice the size they were, and do not fit in between my legs anymore." - Es macht Opfer schon wütend, wie sehr diese Ärzte einfach alles von sich wegschieben!
Dabei hatte speziell dieser Mann schon Erfahrung mit chronischen Gesundheitsproblemen und scheint kein Weichei (!) zu sein, schreibt er doch: "Yeah I’m no stranger to controlling heavy anxiety, I’ve got really bad tinnitus from brain trauma. Basically I have screaming in my brain 24/7, it’s caused me many issues over the years." Trotzdem, also trotz dieser Vorgeschichte, wurde er vom Urologen nicht vor dem Eingriff gewarnt (solche schon bestehenden Gesundheitsprobleme haben sich als Marker herausgestellt, dass man eher Probleme entwickelt nach einer Vasektomie): "If 1 person warned me about this, I wouldn’t have done it. I knew there were risks but the numbers are bad, the guy that performed my surgery had 19 people the day that I had mine done!! Statistically there was probably another guy the same day as me now in a similar situation to mine. I don’t know how these doctors do it. All it would take for me is one, and I would be out of the business, I don’t care how much it costs me. Seems all a little nuts to me." Ja, wirklich: Wie leben diese Urologen eigentlich mit sich selbst? Das höre ich hier immer wieder in Mails an mich.
Krass auch, dass einer der antwortenden Männer (Kyvas) dieses Forums starke Schmerzen durchaus kannte - aber dennoch schreibt, dass diese spezifischen Post-Vasektomie-Schmerzen schlimmer seien als alles zuvor; es habe sein Leben völlig zerstört. (Siehe dort, ich mag gerade nichts mehr darüber schreiben; wenn ich an meinen Freund denke, werde ich nur wütend und frustriert ...)
Krass auch, dass einer der antwortenden Männer (Kyvas) dieses Forums starke Schmerzen durchaus kannte - aber dennoch schreibt, dass diese spezifischen Post-Vasektomie-Schmerzen schlimmer seien als alles zuvor; es habe sein Leben völlig zerstört. (Siehe dort, ich mag gerade nichts mehr darüber schreiben; wenn ich an meinen Freund denke, werde ich nur wütend und frustriert ...)
Montag, 4. Mai 2020
SCHWEIZER UROLOGEN SCHON VOR 2005 ÜBER HODENSCHMERZEN IM ZUSAMMENHANG MIT VASEKTOMIEN BEFRAGT
2004 wurde an alle Mitglieder der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie (Swiss Urology) ein Fragebogen versendet, wo die Ärzte über ihre Behandlungsmethoden bei chronischen Hodenschmerzen befragt wurden. Wichtig ist hier nicht mal so sehr, was sie dazu antworteten, sondern dass der Fragebogen auch die Frage enthielt, ob diese Männer mit chronologischen Hodenschmerzen eine Vasektomie hinter sich hatten. Was nichts anderes heisst als: Wenn man als Urologe ein wenig nachdachte, musste einem danach bewusst sein, dass es zumindest möglich ist, dass chronische Hodenschmerzen von einer Vasektomie herrühren konnte, vor allem nachdem die Studie ausgewertet und veröffentlicht worden war: Denn es wurde durch die Studie klar, dass die gängigste Ursache für diese Schmerzen tatsächlich eine vorausgegangene Vasektomie war. Bis dahin konnte jeder Urologe denken, das sei vor allem bei seinen Patienten der Fall gewesen oder sogar blosser Zufall. Nach 2005 jedoch war klar, dass dies gesamtschweizerisch so war.
Die Ergebnisse der Studie findet man hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15925078
Samstag, 2. Mai 2020
EMPFEHLUNG AN UROLOGEN BEREITS 2001
Das "Postgraduate Medical Journey" (https://pmj.bmj.com/content/77/912/656) gibt Urologen Ratschläge hinsichtlich möglicher juristischen Klagen nach einer Vasektomie (von wegen: "Ich habe nichts gewusst davon ...!"): Sie schreiben, dass Klagen aufgrund Problemen nach einer Vasektomie die Hauptmasse der juristischen Fälle ausmache gegen "General Practitioners", die am Patienten eine kleinere Operation vorgenommen hätten und dabei wichtige Informationen vergessen beziehungsweise unterlassen haben.
Das Problem mit chronischen Hoden-Schmerzen sei inzwischen wirklich bekannt und komme auch genug oft vor, dass es bei der Aufklärung vor dem Eingriff unbedingt erwähnt werden müsse. Das Problem sei schwierig zu behandeln und Nachfolgeeingriffe bereiteten oft eher noch mehr Probleme. Eine Studie belege, dass Post-Vasektomie-Schmerzen die höchste unerwünschte Nebenwirkung (die auch noch spät, also Jahre nach dem Eingriff, kommen könne) des Eingriffs sei und bei etwa 18.7 Prozent (!) der Operierten auftrete. Was bei etwa 2.2 Prozent der Männer das Leben nachhaltig negativ beeinflusse und zu einer deutlichen Lebenswohlfühleinbusse führe. Überhaupt seien mindestens 9.3 Prozent der Männer im Nachhinein mit der Operation unzufrieden, wovon ein Drittel angebe, dass es an den Schmerze liege (also = 3.1 Prozent). Und das Journal kommt zum Schluss: "Those performing a vasectomy are under an obligation to ensure that patients requesting the operation are aware of the risk."
Das wirklich Perverse am Artikel (abgesehen davon, dass er eben bereits 2001 erschienen ist und kaum umgesetzt wird) kommt jedoch am Ende: Da steht geschrieben: "For the majority of men, with a low risk of complications, vasectomy is an acceptable and effective method of permanent contraception. For the unfortunate few, however, in whom the operation fails to render them sterile or who have significant postoperative complications, litigation is an increasingly popular method of obtaining compensation and causing considerable distress to the unfortunate doctor concerned."
Man achte darauf, dass der "distress" nicht etwa beim Patienten bedauert wird, der mit den Schmerzen leben muss, sondern sich auf den Arzt bezieht, der verklagt werde könnte, wenn er nur vergessen habe, vorher richtig aufzuklären und vor den Risiken zu warnen! DAS ist die Perversion der Medizin und der Mediziner heutzutage, die direkt aus eine Haltung all der "Brüder Eichmann" kommt, die mit ihrem "Potential Mengele" leben, als wäre es nichts, was es bei einem Psychiater zu behandeln gälte.
Freitag, 1. Mai 2020
BEKANNTMACHUNG
Ich werde aufgefordert (hier: http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/bekanntmachung-dieses-forums-im-internet_44_705.html), diese Links bekannter zu machen - voilà:
Man schaue sie sich mal an, speziell, wenn man eine Vasektomie erst geplant hat.
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