Ich bin sonst nicht
so der Typ, der Homöopathie wahnsinnig schätzt, aber beim
Post-Vasektomie-Syndrom könnten sie etwas ehrlicher sein als herkömmliche Ärzte
und Chirurgen. So sagt ein Homöopath auf dieser Webseite (http://www.mathan.de/sterilisation.html),
dass zwischen 2.2 und 5 Prozent der vasektomierten Männer ein Schmerzsyndrom
entwickeln. Das scheint mir ehrlicher und näher bei den weltweiten Zahlen von
Untersuchungen (meist um die 5 Prozent) zu sein, als was normale Urologen sagen
(«Höchstens 1 Prozent»).
Das ist nicht die Seite eines unreflektierten oder religiösen Spinners. Ich weiss, dass die Sterilisation eine der sichersten Verhütungsarten ist und bei ca. 85 bis 90 Prozent der Männer kein langfristiges Problem darstellt. Aber aufgrund der erschreckenden Geschichte eines Freundes, des "MAE" (siehe den allerersten Beitrag vom 03.09.2017), habe ich diesen Blog begonnen. ICH RATE ALLEN MÄNNERN DRINGEND VON EINER UNTERBINDUNG AB, WENN SIE NICHT ÜBER ALLE RISIKEN AUFGEKLÄRT WORDEN SIND.
Freitag, 2. Februar 2018
Montag, 29. Januar 2018
BLOSS EIN WUNDSCHMERZ?!
Ein Patient, der eine
Vasektomie machen lassen wolle, dann aber unter anderem auf diese Seite stiess,
meldete dem Urologen, dass er doch lieber verzichte, weil das
Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom bei sicher mindestens 5 Prozent der Männer nach
dem Eingriff auftrete. Der Arzt antwortet: «Das Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom
ist eine unspezifische, nicht näher beschriebene Komplikation nach Vasektomie.
In der EAU, die [recte: der] europäischen Gesellschaft für Urologie, werden
Werte um 1 % genannt. Es muss festgehalten werden, dass es sich hier um einen
anhaltenden postoperativen Wundschmerz handelt.» (Januar 2018)
Also: ERSTENS sagen die
erwähnten Richtlinien, dass sich 1 bis 14 Prozent der vasektomierten Männer
wegen eines Post-Vasektomie-Schmerzsyndroms behandeln lassen (siehe https://www.srf.ch/play/tv/puls/video/vasektomie---nicht-immer-so-harmlos-wie-versprochen?id=866b9a06-7cb0-4c86-9aa2-529792afcb3f&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7), nicht 1 Prozent. Aber das ist die ‹Wahrheit› der Urologen.
ZWEITENS: Wenn es eine unspezifische,
nicht näher beschriebene Komplikation ist, warum weiss dieser Urologe dann, dass
es ein Wundschmerz ist?
LASST KEINE VASEKTOMIE
MACHEN, SOLANGE IHR NICHT ERKLÄRT BEKOMMT, DASS MINDSTENS FÜNF PROZENT DER MÄNNER
DANACH EIN SCHMERZSYNDROM ENTWICKELN.
Mittwoch, 24. Januar 2018
REAKTIONEN, NUMMER 5
«Es ist sehr zweifelhaft, dass auf Blutungen Entzündungen usw.
hingewiesen wird, aber nicht auf das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom, obwohl der
Prozentsatz einer Blutung etc. niedriger ist als der eines Post-Vasektomie-Schmerzsyndroms.
Dass diese Komplikation passiert wird einfach verschwiegen. Dass der Urologe
meine Entscheidung bedauert, kann ich auch nachvollziehen. So schnell würde ich
auch gerne mein Geld verdienen. Ich wünsche den Leidensgenossen alles Gute und möchte
mich dafür bedanken, dass sie so offen über ihre Probleme nach dem Eingriff
schreiben. Das hat mich davon abgehalten, den gleichen Fehler zu machen.» pk
Dienstag, 23. Januar 2018
BELEG DER ERLAUBTEN NICHT-AUFKLÄRUNG
Liebe Schweizer Männer (eine Vasektomie betrifft halt Männer): Jetzt
habe ich es schriftlich von der Basler Versicherung: «Betreffend Post-Vasektomie-Syndrom
kann bemerkt werden, dass […] in der Praxis […] dieses Problem nicht explizit erklärt
wird.» (Brief an mich vom 15.01.2018) – Da steht es also schwarz auf weiss, dass
darüber nicht informiert werden muss, obwohl es mindestens 5 Prozent der Männer
trifft!
Mittwoch, 10. Januar 2018
AUGENSCHÄDEN NACH FREIWILLIGEM LASERN ZUM VERGLEICH
Gestern habe ich mit meiner
Augenärztin über das Phänomen Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom diskutiert. Sie meinte, es
gäbe auch bei den Augen etwas Ähnliches. Wie bei den Urologen und der Vasektomie,
werde auch bei Laser-Korrekturen der Augen nicht ganz sauber aufgeklärt. Wenn man
die Ärzte frage, die solche Laser-Korrekturen anböten, hiesse es immer, alle würden
überglücklich die Praxis verlassen, weil sie keine Brille mehr brauchten.
Bei ihr jedoch landeten
dann alle anderen Fälle:
A)
Jene, die in der Netzhaut einen Schaden hätten, weil beim
Lasern ein Fehler passiert sei.
B)
Jene, die dann extrem trockene Augen hätten. Darauf würden
die Laser-Anwender wie viele Urologen beim Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom auch sagen, das
bildeten sich diese Patienten nur ein, das sei alles psychosomatisch.
C)
Jene, die Schmerzen hätten. Denn auch nach einer Laser-Operation
gäbe es einen Prozentteil von Patienten, die neu Schmerzen entwickelten.
Alles in allem rede man
da auch von mindestens 5 Prozent Betroffenen, die diesen Eingriff lieber nie gemacht
hätten. Aber auch hier sei es sehr schwierig, eine genaue Aufklärung durchzusetzen.
ZAHLEN VON DER UNTERLEIBSSPEZIALISTIN
Weil alles immer ein
wenig ungenau ist, alles bei jeder Studie davon abhängt, wo man welche Komplikationen
einer Operation und starke Schmerzen wie misst, habe ich mich an die
Unterleibsschmerzspezialistin des Universitätsspitals Bern gewandt. Bei ihr landen all
jene Schmerzfälle, die mit dem Unterleib zu tun haben, wenn es nicht noch eine
spezifischere Anlaufstelle gibt.
Von ihr wollte ich nun
wissen, wie viel Prozent der Männer, die sich im Kanton Bern oder in der
Umgebung Bern vasektomieren lassen, in ihrer Sprechstunde wären. Ihre Antwort
ist mehrteilig:
Erstens gäbe es etwa 1
Prozent von solchen Männern, die nach einer Vasektomie neue Schmerzen
entwickelten und mit der Diagnose Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom bei ihr in
Behandlung stünden.
Dann gäbe es noch
mindestens 1 bis 2 Prozent von Männern, die einfach wegen Unterleibsschmerzen
zu ihr geschickt würden, bei denen sich dann aber herausstelle, dass sie vor
Kurzem oder zumindest noch im Zeitraum, der möglich ist, um nach der Vasektomie
ein Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom zu entwickeln (2 bis 3 Jahre), eben eine
Vasektomie hätten durchführen lassen.
Was noch höher sein
müsse, sei die Dunkelziffer. Sie rechne mit nochmals 2 bis 3 Prozent von
Männern, die gar nie zu ihr in die Sprechstunde kämen, weil eine falsche
Diagnose gestellt worden sei, wo man von einer chronischen Epididymitis oder
anderem ausgehe, dabei hätten sie eigentlich einen Vasektomie-Schaden.
Gefragt, eine
endgültige Zahl zu nennen, wie hoch hierzulande die Gruppe der Männer sei, die ein
Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom entwickelten, meinte sie: Circa 5 Prozent der
Männer. Wobei der Schmerz bei einem Teil nach verschiedenen Folgebehandlungen
und/oder Folgeoperationen sich noch legt.
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Nein, ich will nicht alles auf die Frauen schieben. Auch die Männer können einmal ihren Teil zur Verhütung beitragen. Und erst recht möchte...
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Ein Forum für vasektomiegeschädigte Männer gibt es der Natur der Sache nach auch in Englisch: http://www.postvasectomypain.org .
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